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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Geben und nehmen
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Andres Türler, Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe
Vor zwei Wochen durfte ich die ewz-Kraftwerke im Bergell nach einer umfassenden Erneuerung wieder in Betrieb setzen. Wie so oft, wenn man etwas vorführen will, klappte nicht alles auf Anhieb. Auf dem Bildschirm konnte ich die Maschinen einschalten, aber im Maschinensaal rührte sich nichts... Erst beim dritten Anlauf klappte es! Das muss kein schlechtes Omen sein - ganz im Gegenteil. Mit diesem besonderen Erlebnis wird mir der festliche Anlass noch besser in Erinnerung bleiben.
Die Bergeller Kraftwerke versorgen Teile der Stadt Zürich und des Kantons Graubünden mit Strom. Enorm, was in diesem malerischen Tal an Energie produziert wird, und erst noch aus umweltschonender Wasserkraft! Das Bergell erhält aber von der Stadt Zürich auch etwas zurück, und zwar nicht nur Wasserzinsen und Steuern. Dank ewz als Arbeitgeber können rund 30 Familien in der Talschaft ihren Lebensunterhalt finden. Mitarbeitende erhalten Ausbildungszulagen für ihre Kinder, die ausserhalb des Tals zur Schule gehen. Mit seinem Sponsoring und sonstigen Leistungen trägt ewz darüber hinaus auch zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben im Bergell bei. Mit dem Strom hilft das Bergell mit, den wirtschaftsmotor Zürich in Gang zu halten. Dank dem wirtschaftlichen Erfolg können Stadt und Kanton Zürich einen erheblichen Betrag in den nationalen Finanzausgleich leisten, von dem der Kanton Graubünden wiederum einen Beitrag erhält.
Das Verhältnis zwischen dem Bergell und der Stadt Zürich ist ein Geben und Nehmen, jeder nach seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen. Das ist in jeder Partnerschaft notwendig, aber auch in einem gesunden Staat. Die Stadt Zürich hat 65 Mio. Franken in die Erneuerung der Bergeller Kraftwerke investiert und damit ein Zeichen gesetzt, dass sie die fast 60-jährige Partnerschaft ernst nimmt und diese im gegenseitigen Vertrauen fortsetzen will.

