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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Das Jahr des Alltags
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Andres Türler, Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe
Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen, die UNESCO erklärte es zum Jahr der nachhaltigen Energie für alle. Das Jahr der Fledermaus beansprucht sogar 24 Monate, 2011 und 2012. Und jeden Monat erküren die unterschiedlichsten Organisationen Tage für ihr Anliegen bzw. zum Gedenken an ein besonderes Ereignis. Unter diesen besonderen Tagen findet sich neben vielen religiösen und politischen Feiertagen auch Kurioses wie der Tag des Schlafes oder der Weltknuddeltag – nicht zu verwechseln mit dem Weltnudeltag. Letzteren haben Teigwarenhersteller erfunden. Einzig am 29. Februar wird weltweit nichts gefeiert und niemandes gedacht, vermutlich weil sich am Schalttag nur alle vier Jahre Aufmerksamkeit erheischen liesse, zum Beispiel 2012. Dies im Gegensatz etwa zum Valentinstag, der bei uns erst durch die Werbung der Blumengeschäfte Verbreitung gefunden hat.
Mich lenken die Aktionsjahre und Welttage ab. Was ist das für ein Gang durchs Leben, wenn wir uns in steter Folge einem anderen Ziel verschreiben sollen, wo es doch um unsere ganz persönlichen Leitsterne und Beziehungen geht. Abgesehen davon, dass vor lauter Erinnern, Feiern und Bekennen auch der einzelne – gutgemeinte – Anlass entwertet wird. Der Jahreswechsel ist eine Gelegenheit zum Innehalten und die Gewichte im Alltag neu zu setzen: Was und wer ist mir persönlich wichtig, wofür setze ich mich ein, und zwar jeden Tag? Das ist zwar kein leichtes Unterfangen, gilt es doch, alte Gleise zu verlassen und selber Schritte zu machen. Aber im Gegensatz zu den hochgesteckten Zielen von Aktionsjahren haben wir diese selber in der Hand. Welchen Werten geben Sie dieses Jahr im Alltag mehr Gewicht? Ich wünsche Ihnen ein gutes 2012 mit persönlichen Akzenten.
Andres Türler
Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe

