Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Geschichte
In der Schweiz sind Hinweise auf das Vorhandensein grösserer Wasserversorgungsanlagen erst ab dem 13. Jahrhundert zu finden. In Zürich zum Beispiel ist um 1240 erstmals die Zübli-Quellwasserleitung erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert bezogen die Zürcher ihr Wasser über Schöpfräder in der Limmat, über Sod- und Ziehbrunnen, vorzugsweise aber über Brunnen, die von Quellen aus der nahen Umgebung gespeist wurden.
6. September 1868 – Die Gründung der Wasserversorgung Zürich
Es war der chronisch gewordene Wassermangel, welcher den Zürcher Stadtrat 1863 bewog, den damaligen Stadtingenieur Dr. Arnold Bürkli mit dem Projekt für eine neue Wasserversorgung zu beauftragen.
Ungenügende Abwassersysteme und die Verwendung von Brauchwasser statt Quellwasser zum Kochen und Trinken führten im Jahre 1855 einer Choleraepidemie und 1864/65 zu einer Typhusepidemie. Der Ausbruch dieser Seuchen beschleunigte die Ausführung einer besseren Wasserversorgung.
Am 6. September 1868 stimmte die Gemeindeversammlung der Gründung des Unternehmens «Wasserversorgung der Stadt Zürich» zu. Dr. Arnold Bürkli empfahl in seinem Bericht, dass in erster Priorität die Quellwasserleitungen zu optimieren seien, um damit die laufenden Brunnen besser mit kühlem Trinkwasser versorgen zu können.
Nach einigen Anfangsschwierigkeiten wurde die Wasserversorgung fortlaufen ausgebaut und den jeweiliegn Anforderungen angepasst.
Die damals im Volk noch fehlende Anerkennung des aufbereiteten Seewassers als gutes Trinkwasser, der Wunsch nach Vermehrung der öffentlichen Brunnen sowie eine generell angestrebte Vermehrung des Wasserangebots bewog die Verantwortlichen, grössere Mengen von Quellwasser aus dem Sihl- und Lorzetal herzuleiten.
Es war voraussehbar, dass ab etwa 1910 eine neue Anlage zur Verfügung stehen müsste, wollte man nicht riskieren, ohne Reserve zu sein oder die Filteranlagen über ihre normale Leistungsfähigkeit hinaus zu beanspruchen. So wurde 1914 das Seewasserwerk Moos erbaut.
Mit dem markanten Trockenjahr 1947 setzte ein ungewöhnlich rascher Anstieg des Wasserverbrauchs ein. Die Zeit nach Kriegsende war von Hochkonjunktur und Bevölkerungszunahme und demzufolge auch durch einen starken Anstieg des Wasserkonsums gekennzeichnet. Als erste Massnahme wurde im Jahre 1949 durch den Bau einer weiteren Vertikal- bzw. Horizontalfassung im Hardhof die Grundwasserentnahmemenge erhöht. Der Hardhof wurde später weiter ausgebaut.
In der Gemeindeabstimmung vom 4. Dezember 1955 wurde dem Projekt für eine 1. Bauetappe des Seewasserwerks Lengg mit zugehörigen Verteilanlangen zugestimmt. Der Baubeginn erfolgte im März 1956, und im September 1960 konnte das neue Seewasserwerk Lengg dem Betrieb übergeben werden. Das Seewasserwerk wurde laufen ausgebaut. Somit kann auch diese Anlage den modernen Anforderungen an die Trinkwasseraufbereitung gerecht werden.

