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19. März 2009

Zusätzliche Nutzung der Wasserkräfte in Tiefencastel.

An Informationsanlässen wurden die Bevölkerung von Tiefencastel sowie Verbände und Behörden am 19. März 2009 über das Vorprojekt «Kraftwerk Tiefencastel Plus» orientiert. Mit dem Projekt wird durch eine zusätzliche Wassernutzung rund 14 Gigawattstunden (GWh) Energie pro Jahr produziert und das natürliche Abflussverhalten an einem Abschnitt der Albula wieder hergestellt. Im Raum Tiefencastel blieb das Restgefälle der Albula zwischen den beiden bestehenden Kraftwerkzentralen der Albula-Landwasser Kraftwerke (ALK) und ewz, Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, bis anhin ungenutzt. Mit einem neuen Kraftwerk soll das Potenzial der verfügbaren Wassermenge nutzbar gemacht werden.

Einerseits entnimmt man das bereits verarbeitete Betriebswasser von maximal 20 m3/s direkt aus dem bestehenden Unterwasserkanal der ALK und andererseits wird der Albula in den wasserreichen Monaten mittels einer Seitenfassung maximal 6 m3/s Wasser entzogen. Dieses fliesst in einem neu zu erstellenden Stollen unter dem Dorf Tiefencastel und dem Fluss Julia hindurch. In der neuen, mehrheitlich unterirdisch angelegten Kraftwerkzentrale Tiefencastel Plus wird jährlich eine Energiemenge von rund 14 GWh produziert. Dies entspricht etwa dem Jahresenergieverbrauch von 5'200 Haushaltungen. Anschliessend wird das Wasser beim bestehenden Kraftwerk Tiefencastel wieder in die Albula eingeleitet.

Die ökologischen Aspekte des Projektes wurden durch unabhängige Fachspezialisten abgeklärt und als überwiegend positiv bewertet. Aus gewässerökologischer Sicht kann sogar von einer beachtlichen Aufwertung des Gewässerlebensraums im Abschnitt zwischen der bestehenden ALK-Ausleitung und der projektierten Wasserrückgabe in die Albula ausgegangen werden. Dies, weil die unstetige Wasserrückgabe bei der ALK-Ausleitung durch die erneute Fassung des Wassers fast vollständig wegfällt.

Für die Projekterarbeitung haben sich – auf Anregung der ARGE Energiestadt Albulatal – ewz, Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK) und die Elektrizitätswerk Davos AG (EWD) zum Projektkonsortium «Tiefencastel Plus» zusammengefunden. Die Projektleitung wird durch ewz wahrgenommen. Zurzeit besteht ein Vorprojekt. Die bisherigen Grundlagen sind durch weiterführende Untersuchungen zu vertiefen. Erst wenn unter anderem genaue Erkenntnisse über die Wirtschaftlichkeit vorliegen sowie der Umweltverträglichkeitsbericht erstellt ist, entscheidet das Konsortium über die Einreichung des Konzessionsprojektes. Dies ist für den Spätherbst 2009 geplant.

Weitere technische Fakten Vorprojekt.
Die neue Kraftwerkzentrale beim Kraftwerk Tiefencastel wird mit einer Rohrturbine ausgerüstet, die auf eine maximale Durchflussmenge von 26 m3/s ausgelegt ist. Die jährlich produzierbare Energiemenge liegt bei rund 14 GWh. Die Investitionskosten werden auf CHF 30 bis 35 Mio. veranschlagt.

Über ewz.
Seit 1892 versorgt ewz die Stadt Zürich und Teile des Kantons Graubünden mit Strom und bietet Dienstleistungen rund ums Thema Energie an. Mit über 900 Mitarbeitenden, davon rund 100 in Graubünden, gehört ewz zu den zehn grössten Energiedienstleistungs-Unternehmen in der Schweiz. Das städtische Unternehmen erbringt aber auch weitere, mit Strom zusammenhängende Dienstleistungen wie Energiecontracting-, Netz- und Telecom-Dienstleistungen.




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