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Medienmitteilungen
20. Oktober 2009
Energieverbund Schlieren - eine grenzüberschreitende Lösung.
Nun nimmt auch die Energiezentrale Rietbach ihren Betrieb auf.
Andres Türler
Vorsteher des Departementes der Industriellen Betriebe
Stimmberechtigte stehen dahinter
Am 27. September haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich mit 80 Prozent Ja den neuen Rahmenkredit von 180 Mio. Franken für den Bau von umweltschonenden Anlagen des ewz-Geschäftsfeldes "Energiedienstleistungen" gutgeheissen. Mit dieser Zustimmung haben sie signalisiert, dass sie den Weg in die 2000-Watt-Gesellschaft, den sie mit der Abstimmung vom 30. November 2008 eingeschlagen haben, fortsetzen wollen. Gleichzeitig haben sie sich zu einem Geschäftsfeld bekannt, mit dem das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) schon seit über 10 Jahren einen wichtigen Beitrag zu einer umwelt- und klimaverträglichen Energiepolitik leistet.
Weitsichtiges Projekt
Der Energieverbund Schlieren nutzt Energie aus gereinigtem Abwasser aus der Stadtzürcher ARA Werdhölzli und ist eines der grössten Projekte seiner Art in Europa. Seine Geschichte beginnt in den Jahren 1994/95, als der Kanton Zürich die Kläranlage Werdhölzli zur «Abwärmequelle von kantonaler Bedeutung» erklärte. Anfangs dieses Jahrzehnts ergab eine von der Stadt Schlieren in Auftrag gegebene Studie, dass sich dank der hohen Energiedichte weite Teile des Industriegebietes Schlieren-Nord für eine wirtschaftliche Nutzung der reichlich verfügbaren Abwärmequelle eignen würden. Bei der Evaluation von möglichen Energie-Contractors schwang das ewz mit einem gesamtheitlichen Konzept obenaus. Das war für die Stadt Zürich bzw. für das ewz der Startschuss für den Energieverbund Schlieren. Das Briefzentrum Mülligen der Schweizerischen Post bildete im Jahr 2006 die erste Etappe des Energieverbunds. Das ewz baute eine Energieversorgungsanlage mit einer Ammoniak-Wärmepumpe, d.h. es wird ein natürliches und umweltfreundliches Kältemittel verwendet. Nun geht die zweite Anlage im Verbund in Betrieb, die Energiezentrale Rietbach. Sie versorgt verschiedene grössere Liegenschaften wie Bürogebäude, einen Baumarkt und Wohnsiedlungen und nutzt neben der Abwärme der ARA Werdhölzli auch jene des Rechenzentrums der Zurich Versicherung. Der Energieverbund Schlieren ist damit eine der grössten Anlagen zur Nutzung der Energie von Abwasser in Europa. Dank der Zusammenarbeit der Stadt Schlieren, der Zurich Versicherung, der Schweizerischen Post und allen anderen Kundinnen und Kunden mit ewz wird der jährliche Ausstoss an CO 2 um 8 100 Tonnen pro Jahr oder 48.7 GWh fossile Brennstoffe reduziert.
Für Klima, Kunden und Wirtschaft
Die ewz-Energiedienstleistungen schonen die Umwelt, bringen aber auch der Wirtschaft einen Nutzen. Im Durchschnitt über alle Projekte fliessen mehr als 90 Prozent der bewilligten Gelder an private Firmen. Seit das ewz Energiedienstleistungen anbietet, hat es Aufträge für insgesamt über 90 Mio. Franken vergeben. Die zahlreichen Aufträge haben ferner dazu geführt, dass Firmen ihre Niederlassungen im Raum Zürich ausgebaut haben. Es entstehen neue Arbeitsplätze, und das technische Knowhow entwickelt sich hier weiter. Die grosse Nachfrage nach Energiedienstleistungen ist der beste Beweis dafür, dass sie auch für die Kundinnen und Kunden grosse Vorteile bringen. Diese können langfristig Energie zu vertraglich festgelegten Preisen beziehen und müssen sich nicht selber um ihre Anlagen kümmern. Dank Energiedienstleistungen gewinnen die Umwelt, die Wirtschaft und die ewz-Kundinnen und -Kunden – das ist der Schlüssel ihres Erfolgs.

