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Energiealltag auf Zypern.

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In Zypern scheint 340 Tage im Jahr die Sonne. Die Einheimischen nutzen die Solarenergie zwar für die Wassererwärmung, aber Sie produzieren praktisch keinen Strom damit. Unser Korrespondent Michael Wrase suchte auf der beliebten Ferieninsel nach den Ursachen.


Die Insel Zypern ist bei den Schweizerinnen und Schweizern eine beliebte Reisedestination.

Die Insel Zypern ist bei den Schweizerinnen und Schweizern eine beliebte Reisedestination.


Wir sind im Haus von Marulla und Dimitri Sophoukleos in der Ortschaft Episkopi. Wie 92 Prozent der zypriotischen Haushalte erhält auch das Ehepaar ihr warmes Wasser aus einem Tank, der an einen Sonnenkollektor angeschlossen ist. Dass es sich dabei um erneuerbare Energie handelt, weiss Marulla nicht. Ebenso wenig kann sich die 62-jährige Hausfrau vorstellen, dass eine Solarstromanlagen die Energie für den Fernseher liefern könnte, den sie schon am Morgen in der Küche einschaltet. Wenn Stavros Christouforou über die Nutzung erneuerbarer Energien spricht, treibt es ihm die Zornesröte ins Gesicht. «Unsere Fremdenverkehrsbehörde wirbt mit 340 Sonnentagen im Jahr. Dennoch beläuft sich der Anteil der regenerativen Energien auf nur 0,03 Prozent», schimpft der Geschäftsführer von «Conergy Cyprus».

Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von «lächerlichen 1000 Kilowatt» seien bislang auf der sonnigsten Insel Europas installiert worden (zum Vergleich: Die installierte Leistung der ewz-Solarstrombörse beträgt rund 6000 Kilowatt). Die Aussichten auf eine signifikante Erhöhung seien gering, weil die Behörden die Bevölkerung noch immer nicht über die Vorzüge erneuerbarer Energie aufklärt. Dabei belastet die staatliche zypriotische Elektrizitätsgesellschaft «AIK» jede Kundenrechnung mit einem Zuschlag von zwei Prozent für erneuerbare Energien. Die bereits 2004 eingeführte zusätzliche Energieabgabe bringe der Regierung jedes Jahr zehn Millionen Euro ein, berichtet Stavros Christouforou. Aber nur ein Bruchteil sei bislang für Subventionen ausgegeben worden, die jedem Einwohner von Zypern zustehen, der auf seinem Dach eine Solarstromanlage installieren lässt.


Sonnenenergie: Solarkollektoren liefern Strom für warmes Wasser.

Sonnenenergie: Solarkollektoren liefern Strom für warmes Wasser.


Eine Änderung, wenn auch sehr langsam, scheint jedoch in Sicht. Wahrscheinlich noch im Verlaufe des Sommers werden zur Klimatisierung öffentlicher Gebäude Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von zwei bis drei Megawatt installiert. Entlang der Mittelmeerküste, zwischen den Touristenzentren Ayia Napa und Paralamni, sollen 500 Solarlampen in Betrieb genommen werden. Nach vier regenarmen Wintern fördert die Europäische Union zudem den Bau einer mit Solar-Thermal-Energie betriebenen Meerwasserentsalzungs-Anlage mit 18 Millionen Euro. Mehr über die prekäre Wasserlage erfahren Sie im Kontextbeitrag.

Trotz erheblicher Widerstände der Standortgemeinden sollen auf der Insel der Aphrodite «in den kommenden zwei Jahren» auch die ersten Windkraftanlagen aufgestellt werden. Die besten Windverhältnisse herrschen in den Touristengebieten um Ayia Napa und Paphos. Um Proteste zu überwinden, will die Regierung die Gemeinden mit zwei Prozent an den Verkaufserlösen aus dem erzeugten Strom beteiligen. Dennoch: Die EU-Vorgaben, nach denen bis 2010 die erneuerbaren Energien sechs Prozent des Gesamtverbrauchs beitragen sollen, sind «frühestens in zehn Jahren zu erreichen», gibt Dimitiris Psylogenis von der staatlichen Elektrizitätsbehörde «AIK» zu. «Ein Umweltbewusstsein wie in Zentraleuropa ist bei uns einfach nicht vorhanden». Der 58-jährige Ingenieur hofft auf billige Solarstromanlagen aus China. Erst wenn es sich für die Zyprioten «wirklich rechne», würden sie erneuerbare Energien auch nutzen.

Vorbereiten auf ein Leben in der Wüste.
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19.01.2009


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