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Wenn die Nacht zum Tag wird.
Singapur liebt die Pole-Position: War die asiatische Finanzmetropole vor einem Jahr die erste Stadt mit einem Formel1-Grand Prix in der Nacht, will sie jetzt auch als erste dem Rennsport ein grünes Image verpassen.
Es ist taghell, auch wenn die Sonne längst hinter den Wolkenkratzern verschwunden ist und die Nacht über die Löwenstadt einbricht. 1'600 Scheinwerfer machen es möglich, dass der Kurs durchs nächtliche Singapur so sicher ist wie ein Rennen bei Tag. Wenn dieses Jahr die Formel1-Boliden durch Singapurs Hochhäuserschluchten donnern, dürfen sich zum ersten Mal auch umweltbewusste Rennsportfans freuen. Das Nachtrennen in Singapur soll nämlich das erste klimaneutrale Formel1-Rennen werden: «Motor Sports Green Powered» nennt sich das italienische Pilotprojekt, das auch für andere Rennen zum Vorbild werden soll.
Vom 25. bis 27. September flitzen die Formel1-Rennwagen wieder durch die Nacht.
Denn: Der Grand Prix bei künstlichem Tag schluckt umgerechnet etwa die halbe Leistung des Kernkraftwerks Gösgen, was irgendwie nicht so richtig zum Image von Singapur passt, das sich gerne als modernste Grossstadt Asiens gibt. Kein Wunder also, hagelte es nach dem letztjährigen Rennen Kritik von Umweltorganisationen, die das Nachtrennen als «pure Energieverschwendung» bezeichneten. Doch die Veranstalter reagierten schnell und nach einem kurzen Boxenstopp war klar: Singapur muss der erste grüne Formel1-Grand Prix werden.
Auch bei Nacht funktioniert der Boxenstopp reibungslos.
Und so soll nun die gesamte Energie, die das Rennen in Singapur verbraucht, mit erneuerbarer Energie kompensiert werden. Konkret ist es die Sonne, die den Strom liefert. «Wir bauten kurzerhand ein Solarkraftwerk, das schon innerhalb von zwei Monaten mehr Strom produziert, als wir mit dem gesamten Rennen verbrauchen,» erklärt Valerio Maioli sein Projekt. Der Italiener, der schon für die bahnbrechende Beleuchtung des Rennkurses verantwortlich war, will damit den Startschuss geben für eine neue Ära. «Das ist ein Meilenstein in der Geschichte des Rennsports.» Bis 2011, so sein Ziel, soll sein «Motor Sports Green Powered»-Projekt alle Formel1-Rennen klimaneutral machen. Singapur ist also erst der Anfang.
«Majulah Singapora», vorwärts Singapur!
Zur offiziellen Website des Grand Prix von Singapur.
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22.09.2009

