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Das Bergell macht Zürich auch in Zukunft hell.

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Eine Investition von 65 Millionen Franken, ein Gewinn für alle: ewz erneuerte seine Wasserkraftanlagen im Bergell. Umweltgerecht und nahezu unsichtbar. Ein Einblick in das Projekt.


Über ihren Köpfen befinden sich bis zu 70 Millionen Kubikmeter Wasser. Unter ihren Füssen geht es 700 Meter steil den Hang hinunter. Willkommen im Druckschacht bei Murtaira, gut 2000 Meter über Meer und 50 Meter tief im Berg. Wo sonst jede Sekunde mehr als zwölf Tonnen Wasser in die Tiefe schiessen, arbeiteten sich drei Spezialisten vor, 15 Meter legten sie pro Tagesschicht im engen Stahlrohr zurück. Sehen wird man von ihrer Arbeit nichts, nahezu wie vom ganzen Bauprojekt, das im Bergell seit 2009 im Gange ist. Und das, obwohl ewz im Bündner Südtal ganze 65 Millionen Franken investiert.

Wozu die riesige Investition? Andreas Fasciati, Bergeller Betriebsleiter bei ewz, tritt aus dem Zugangsstollen von Murtaira heraus und weist auf das Kraftwerk Löbbia im Talgrund unten. Dort wird ein Grossteil der jährlich 490 Gigawattstunden des Bergeller Stroms produziert, was einem Fünftel des Verbrauchs der gesamten Stadt Zürich entspricht.




Energetische Erneuerung der anderen Art.
Mehrere Monate stand die Anlage, die im Herbst 1959 ihren Betrieb aufnahm, still. Die Turbinen in der Maschinenhalle waren in ihre Einzelteile zerlegt, draussen wurden neue, tonnenschwere Transformatoren erdbebensicher verankert. Die «Erneuerung der technischen Primäranlagen» bezeichnet Fasciati denn auch als Hauptgrund für die riesige Investition von ewz im Bergell. Verbunden ist damit aber weit mehr als nur der Ersatz von Transformatoren oder die Revision von Turbinen. Hinzu kommen allein in Löbbia diverse neue Schaltanlagen und Verkabelungen, Brandschutz- und Umweltschutzmassnahmen sowie die Revision der 14 Kugelschieber, teilweise auch deren Ersatz. Mit diesen gigantischen Wasserhähnen lässt sich am Ende der kilometerlangen Leitungen der Wasserfluss regulieren oder auch ganz unterbrechen. Noch vor kurzem waren die Leitungen aber leer – bis auf die Arbeiter, die an Seilwinden in den Druckschächten hingen. Ihr Job: Reinigung der Rohre, Entfernung von alter Farbe und Rost, Auftragen eines neuen, mehrschichtigen Korrosionsschutzes. Nun sind die Arbeiter fertig und die Rohre wurden geflutet: Seit November schiessen hier, beim Wasserschloss Murtaira, wieder die Wassermassen vom Albignastausee und aus dem Fornotal in die Druckleitungen, um ins Tal und auf die Turbinen in Löbbia zu stürzen.

Projekt sorgt für Profit – im ganzen Tal.
Bis das Kraftwerk Löbbia wieder ans Netz ging, geschah im Bergell aber nicht einfach nichts. Vom Bau profitierte das ganze Bergell, da ein Teil der Arbeiten erfreulicherweise an lokal ansässige Unternehmen vergeben werden konnte. Und die nahezu unsichtbare Grossbaustelle beeinträchtigte auch den Tourismus im intakten Bergtal nicht, sie brachte sogar zusätzlich Menschen ins Bergell. Einer davon ist Alfred Schürch. Der Projektleiter von ewz ist seit Jahren mit der Ausarbeitung des Erneuerungsprojektes beschäftigt, das Bergell ist ihm mittlerweile zur zweiten Heimat geworden. Und Alfred Schürch sorgt sogar dafür, dass das malerische Bergtal noch ein Stück natürlicher wird. Denn mit der Erneuerung der Stromanlagen wurden auch gleich neue Standards im Umweltschutz eingeführt und Altlasten fachgerecht abgebaut. Und bereits sind die Bergeller ewz-Wasserkraftwerke Lizun und Bondo vom Verein für umweltgerechte Energie (VUE) auch mit dem Label «naturemade star» ausgezeichnet worden.

Die Investition von ewz ins Unsichtbare sorgt also dafür, dass Zürich in den nächsten Jahrzehnten nicht das Licht ausgeht, aber auch dafür, dass das Bergell weiterhin ein authentisch schönes Bergtal bleibt. Und mit den gut 30 Arbeitsplätzen im Tal bleibt ewz auch weiterhin ein wichtiger und verlässlicher Arbeitgeber.


Geöffnete Maschinengruppe (Polmontage Generator)

Generator (Polmontage)

ewz in Graubünden.
ewz ist mit Graubünden seit über einem Jahrhundert eng verbunden. Mit seinen Anlagen in Mittelbünden und im Bergell versorgt ewz rund einen Drittel der Bündner Haushalte mit Strom, zudem bietet ewz in Graubünden rund 100 Arbeitsplätze.

Bildet der Marmorera-Stausee das Herzstück der Mittelbündner Anlagen, so ist der Albigna-Stausee der Hauptspeicher im Bergell.


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