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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Aufräumen oder Mut zur Lücke
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Martin Vollenwyder, Vorsteher des Finanzdepartements
Das neue Jahr beginnt man immer wieder mit guten Vorsätzen. Im Laufe der Jahre wurden es bei mir zwar immer weniger, da man sich eingestehen musste, dass sich diese ziemlich rasch wieder verflogen. Einen Vorsatz wollte ich in den ersten Tagen des neuen Jahres jedoch umsetzen, nämlich die Pendenzenberge sowohl im Geschäft als auch zu Hause möglichst abzubauen, wobei sich diese Pendenzen weniger terminlich verstehen, als solche von Artikeln, die man zur Seite gelegt hatte, um sie in ruhigeren Momenten eingehend zu lesen. Oder um Reisebeschreibungen, unbekanntere Kulturplätze oder auch nur um Beschriebe von Wanderungen, die man schon länger einmal ins Auge gefasst hatte.
Frohgelaunt habe ich an den beiden vergangenen Wochenenden begonnen, den gefassten Vorsatz in die Tat umzusetzen. Sehr schnell kam jedoch die Ernüchterung, denn ich begann die gesammelten Artikel auch zu lesen. Dadurch entstand im Abbau der Pendenzen eine Verlangsamung, die sich nun bereits dem Stillstand nähert. Denn erstens braucht das Lesen Zeit, zweitens waren dann wieder Querverweise erwähnt, denen es nachzustöbern galt.
Fazit: die Berge werden nicht kleiner, sondern bleiben gleich, denn ich habe bereits im neuen Jahr wieder Artikel herausgerissen, die ich in ruhigeren Zeiten lesen möchte…
Ich bin daher zum Schluss gekommen, dass ich ab sofort einen Artikel lese oder fortwerfe oder anders ausgedrückt, in der heutigen Informationsschwemme braucht es den Mut zur Lücke!
Martin Vollenwyder
Vorsteher des Finanzdepartements

