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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Blick auf die Baustelle
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Claudia Nielsen, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement
Ich bin Mieterin. Wie die meisten Menschen in Zürich. Ich wohne in einer Genossenschaft, und wenn ich zum Fenster hinausschaue, blicke ich auf eine Baustelle. Hier entstehen 31 tolle Stadt-Wohnungen der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW). Doch die 31 Wohnungen sind nur Tropfen auf einen heissen Stein, dessen bin ich mir bewusst. Altersgerechte Wohnungen zu einem bezahlbaren Preis sind Mangelware. Und sie werden es leider auch noch einige Zeit bleiben. Denn: Planen und Bauen braucht Zeit.
Damit meine ich nicht nur die Zeit, welche die Bauarbeiter auf meiner Nachbarparzelle benötigen, um eine Mauer hochzuziehen. Mein Kompliment: Die Bauarbeiter geben sich wirklich Mühe, dass wir Anwohnerinnen und Anwohner vor Staub und Lärm geschont werden. Das, was Zeit braucht, ist die Planung: Wo gibt es überhaupt noch bezahlbare Flächen, auf denen Wohnungen entstehen können? Wie lange braucht der Gang durch alle Instanzen, wenn Nachbarn nicht gefällt, was die Stadt plant?
Übrigens soll nicht vergessen gehen, dass auch private Liegenschaftenbesitzer ihre Verantwortung wahrnehmen müssen. Sie besitzen zusammen den grössten Teil des Zürcher Wohnungsmarkts, und praktisch jede gut erschlossene Wohnung eignet sich ja als Wohnung fürs Alter - oft tragen kleine Anpassungen zur Sicherheit älterer Menschen bei: sei es ein Handlauf bei der Treppe, Antirutschstreifen im Bad oder eine bessere Beleuchtung.
Zurzeit sind rund 450 Alterswohnungen der SAW in der Pipeline. Das Wohnungsproblem wird mich trotzdem weiter beschäftigen - und ich werde mich weiter für ältere Menschen einsetzen. Ich bin gespannt, ob man dies auch von den bürgerlichen Gemeinderätinnen und -räten erwarten darf, wenn sie ihre Sparvorschläge in der Budgetdebatte offenlegen.
Claudia Nielsen
Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement

