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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Keine Peanuts
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Claudia Nielsen, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement
Letzen Freitag hat der Stadtrat das im Auftrag des Gemeinderats überarbeitete Budget für 2011 präsentiert. Das ursprünglich budgetierte Defizit von 220 Millionen Franken musste weg. Zum Vergleich: 220 Millionen Franken sind mehr als alle Personalkosten des Stadtspitals Triemli zusammen! Diese Sparvorgaben sind keine Peanuts. Sie betreffen alle Bereiche der Stadt.
Aus meinem Bereich, dem Gesundheits- und Umweltdepartement, kann ich nach intensiver Zahlenbeigerei vermelden: Einsparungen sind möglich – aber sie sind in den meisten Fällen mit Aufschub oder Leistungsabbau verbunden. Der städtische Aufwand ist im Gesundheits- und Altersbereich seit 2001 tatsächlich um rund ein Drittel gestiegen. Noch stärker gestiegen sind aber die für die Bevölkerung erbrachten Leistungen und auch der Ertrag. Das Wachstum im Gesundheitsbereich ging nicht auf Kosten der Stadtkasse. Ökonomisch formuliert: Das Gesundheits- und Umweltdepartement setzt die Steuerfranken effizienter ein als früher.
Es ist mir ein Anliegen, dass unsere Stadtspitäler auch weiter für alle da sind, die sie brauchen. Es werden immer mehr: So hat zum Beispiel die Zahl der Notfälle massiv zugenommen, alleine letztes Jahr im Stadtspital Waid um 2000. Bei den Geburten im Triemli rechnen wir für 2011, auch als Folge der Schliessung der Abteilung im Sanitas, mit einer weiteren Zunahme. Die notwendigen Stellen sind mit dem Sparbudget gefährdet. Besonders gross ist der Spielraum beim Sparen nicht, wird doch vieles in Sachen Gesundheitsfinanzierung in Bern, im Kantonsrat oder in Verhandlung mit den Krankenkassen beschlossen.
In Sachen Budget liegt der Ball jetzt wieder beim Gemeinderat. Es bleibt zu hoffen, dass er sich nicht nur für gesunde Finanzen, sondern auch für eine gesunde Gesundheitspolitik ausspricht.
Claudia Nielsen
Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement

