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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Jogging fürs Gehirn
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Claudia Nielsen, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement
Bestimmt haben Sie schon einmal einen Wecker oder eine Schraube in der Hand gehalten. Aber haben Sie auch schon einmal einen Wecker oder eine Schraube geübt? Ich auch nicht – bis vor zehn Tagen, als ich den ersten Gripspfad in der Stadt Zürich im Garten des Altersheims Mittelleimbach eröffnete. Das ist eine Art Vitaparcours fürs Gehirn. Elf Übungen zeigen, wie wir unsere geistige Fitness trainieren können, und zwar bis ins hohe Alter. Denn die Forschung belegt klar: Wir können nicht nur unsere Kraft und Beweglichkeit trainieren. Sondern auch unser Hirn. Es funktioniert ähnlich wie ein Muskel und kann ebenso trainiert werden: Bewegung fördert die Vernetzung im Hirn. Wer die grauen Zellen regelmässig fordert, bleibt länger geistig fit. Also heisst es: üben, üben, üben. Gehen Sie doch vorbei und probieren Sie selber!
Mir ist wichtig, dass ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Was das genau heisst, ist je nach Gesundheitszustand verschieden. Denn «das Alter» gibt es nicht – auch nicht beim Gedächtnis: Während die einen im «Computercorner» der Altersheime durchs Internet surfen, müssen andere in der Memory Klinik abklären lassen, warum sie so vergesslich geworden sind.
Es freut mich, dass der erste Zürcher Gripspfad in Leimbach ist, einem Quartier, das oft wenig wahrgenommen wird. Hier übernimmt das Altersheim Mittelleimbach eine Pionierrolle: es bietet einen Fitnessraum für den Körper und neu den Gripspfad für den Geist. Die Übungen habe ich übrigens an der Eröffnung zusammen den Seniorinnen und Senioren von Leimbach gemacht, welche den Gripspfad mit erarbeitet haben. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Es macht Spass. Wenn ich mich das nächste Mal vor einer schwierigen Sitzung konzentriere, werde ich die Schraube üben.
Claudia Nielsen
Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement

