Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Gemeiner Ohrwurm
Der folgende Link öffnet ein neues Fenster:
Bild vergrössern
Gemeiner Ohrwurm, Forficula auricularia
Wo Büsche und Hecken oder andere Vegetation dicht ans Haus grenzen, kann es vorkommen, dass sich Ohrwürmer ins Haus verirren. Ihre Zangen am Hinterende sind für Menschen harmlos. Ohrwürmer verkriechen sich tagsüber in dunkle Ritzen und Spalten. Im Haus können sie sich nicht vermehren und überleben auch nicht lang. Gefundene Tiere können Sie mit „Bäseli und Schüfeli“ wieder ins Freie bugsieren.
Das Märchen vom „Grübeln“ im menschlichen Ohr
Ohrwürmer werden von vielen Menschen verabscheut. Ihr Auftreten in Häusern ruft Unbehagen und Angstgefühle hervor. Die Meinung ist weit verbreitet, dass „Ohrengrübler“ gezielt ein menschliches Ohr aufsuchen um darin zu grübeln oder sich gar durchs Trommelfell zu beissen und Eier ins Hirn abzulegen. Solche Geschichten sind reine Erfindung. Ohrwürmer sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber vorzugsweise in engen Ritzen und Spalten in der Vegetation oder im Boden. Im Haus sind sie harmlose Irrgäste, die dort nicht lange überleben können.
Aussehen
Der ausgewachsene Ohrwurm kann 1.6 bis 1.8 cm gross werden und ist glänzend, dunkelbraun gefärbt. Am Hinterleib hat vor allem das Männchen grosse Zangen. Die Hinterflügel sind unter den kurzen Deckflügeln zusammengefaltet.
Biologie
Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia), gehört zur Ordnung der Ohrwürmer (Dermaptera). Von den weltweit 1300 Arten leben 34 in Europa. Ohrwürmer sind nachtaktiv und leben von pflanzlichen Resten oder kleinen Insekten und Milben. GärtnerInnen schätzen sie als Blattlaus-Vertilger, sie knabbern aber auch Blüten oder Früchte an, wenn andere Nahrung knapp ist. Ihre Zangen am Hinterleib dienen zum Greifen der Beute oder zur Abwehr von Feinden oder zudringlichen Artgenossen. Der Gemeine Ohrwurm hat Flügel, die mehrmals zusammengefaltet unter den kurzen Deckflügeln liegen. Er kann also fliegen, doch bekommen wir das eher selten zu sehen. Das Weibchen legt im Frühjahr etwa 50 Eier in ein Bodennest und betreut und verteidigt seine Jungen bis 70 Tage nach der Geburt. Diese Brutfürsorge ist bei Insekten sehr aussergewöhnlich. Pro Jahr gibt es zwei Generationen. Im Herbst überwintern die ausgewachsenen Tiere in frostfreien Boden- oder Pflanzenverstecken.
Vorbeugen
Wo möglich Ritzen und Spalten bei Tür und Fenster abdichten. Vegetation in Hausnähe auslichten. Kein Kompost oder Abfallkübel in Hausnähe.
Bekämpfung
Eine Bekämpfung der Ohrwürmer ist nicht sinnvoll. Befördern Sie einzelne Tiere vorsichtig ins Freie. Mit Holzwolle gefüllte Tontöpfe aufstellen. Die Tiere verkriechen sich gerne darin und können so beim Ausschütteln des Topfes wieder im Garten – zum Beispiel bei Pflanzen mit Blattläusen – ausgebracht werden.

