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Marmorierte Baumwanze

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Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys). Rote Pfeile zeigen die für die Bestimmung wichtigen Merkmale an Fühlern und auf den Hinterflügeln. - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys)

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), im Volksmund wegen ihres unangenehmen Duftes auch "Stinkkäfer" genannt, sucht im Herbst Hohlräume an Gebäuden wie Rollladenkästen, sowie Ritzen und Spalten von Holzverkleidungen oder Dachstöcken auf, um frostfrei zu überwintern. Im Frühling wird sie wieder aktiv und kriecht aus ihrem Versteck. Sie kann auch in grösserer Anzahl auftreten und verunsichert oder erschreckt damit die Hausbewohner. Sie ist jedoch harmlos, sie kann Menschen weder stechen noch sich im Haus vermehren.

Sie wurde aus Ostasien eingeschleppt und hat in Zürich die ihr sehr ähnliche Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa) völlig verdrängt.


Aussehen

Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa), Bild Wikipedia - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa), Bild Wikipedia

Die ausgewachsene Wanze ist ca. 15 mm gross und schildförmig. Sie ist graugelb bis braun, der Seitenrand des Hinterleibs ist schwarz-weiss gemustert.
Im Gegensatz zur kürzlich im Kanton Zürich entdeckten Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys), ist bei der Grauen Feldwanze das vierte (das ist das zweitletzte) Fühlerglied gegen das Fühlerende hin schwarz, dasjenige der Baumwanze ist weiss. Ausserdem ist bei der Feldwanze die Membran (das ist der häutige Teil der Hinterflügel) schwarz gepunktet, während sie bei der Baumwanze länglich-ovale schwarze Flecken hat.


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Biologie

Baumwanze mit gut sichtbarem Stechrüssel von unten - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Baumwanze mit gut sichtbarem Stechrüssel von unten

Die Marmorierte Baumwanze gehört zu den Baumwanzen (Pentatomidae) und lebt im Freiland saftsaugend von Pflanzen oder Insekten. Sie ist wärmeliebend und tagaktiv und wird erst im Sonnenschein munter. Die Mundteile sind als Stechrüssel ausgebildet, die Wanze kann nur flüssige Nahrung aufnehmen. Alle Baumwanzen in Mitteleuropa (ca. 80 bekannte Arten) erzeugen nur eine Generation pro Jahr. Die Weibchen kleben im Spätfrühling rund 40 Eier in Scheiben oder Streifen an Pflanzen. Die aus den Eiern schlüpfenden Nymphen sind variabel gefärbt und flügellos.
Ab dem dritten Nymphenstadium erscheinen kurze Stummelflügel. Die Marmorierte Baumwanze gibt beim schwerfälligen Flug laute Summtöne von sich. Die Larven haben Stinkdrüsen zur Feindabwehr auf dem Rücken. Bei den ausgewachsenen Wanzen befinden sich Drüsen an der Unterseite der Brust. Das stark riechende Sekret wird bei Bedrohung abgegeben. Befördern Sie deshalb die Baumwanze behutsam aus dem Haus. Bei einer Wanze am Boden können Sie ein Stück Papier unterschieben. Läuft sie hingegen an der Wand, kann man sie mit einem Becher oder Glas einfangen.


Schaden

Die Wanzen richten an Gebäuden keinen Schaden an und vermehren sich auch nicht. 


Vorbeugung

Vorbeugend können Sie in den meisten Fällen nichts unternehmen. Unter Umstän­den lassen sich Ritzen und Spalten an Aussenfassaden abdichten, um so ein Ein­dringen der Wanzen zu verhindern. Fliegengitter sind eine weitere Möglichkeit, um das Eindringen der Wanzen und anderer Insekten zu verhindern. Die Wan­zen werden erst in Innen­räumen lästig, nicht aber, solange sie in den Fassaden überwintern.


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Bekämpfung

Die Bekämpfung von Arten, die aus dem Freien in die Wohnung gelangen, ist nicht sinnvoll. Befördern Sie einzelne Tiere vorsichtig (stinkendes Abwehrsekret) ins Freie. Wenn Sie in Ritzen oder Roll­ladenkästen Ansamm­lungen finden, können Sie diese mit dem Staubsauger leicht ausheben. Insektizide Sprays sind nicht empfehlenswert, da Sie damit keinen befriedigenden Erfolg erzielen.


Andere an Häusern überwinternde Wanzenarten

Es gibt einige andere harmlose Wanzen­arten, welche im Herbst Unterschlupf suchen und so in Häuser ein­dringen können:

  • Birkenwanze (Kleido­cerys resedae)
  • Graue Feldwanze (Raphigaster nebu­lo­sa)
  • Bodenwanze (Rhyparochromus vulgaris)
  • Ame­rika­nische Zapfenwanze (Leptoglossus occiden­talis), ebenfalls eine eingeschleppte Art, die erst seit wenige Jahren bei uns auftritt

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Schädliche Wanzenarten

Bettwanze (Cimex lectularius) - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Bettwanze (Cimex lectularius)

In Europa kommen etwa 700 Wanzenarten vor. Bekannt und gefürchtet ist vor allem die Bettwanze (Cimex lectularius), welche bei Mensch und Tier Blut saugt. Sie ist nachtaktiv und versteckt sich tagsüber in Ritzen und Spalten. Die Stiche schwellen an und jucken, eine Übertragung von Krankheiten wurde bis heute nicht nachgewiesen. Die Bettwanze wird von befallenen Orten, z.B. im Koffer oder mit Gegenständen, in die eigene Wohnung verschleppt. Bei Befall hilft nur eine durch eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma ausgeführte Bekämpfung.


Kotwanze (Reduvius personatus), Bild Wikipedia - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Kotwanze (Reduvius personatus), Bild Wikipedia

Bei uns seltene Arten sind die Tauben- und Schwalbenwanze, die im Zusammenhang mit am Haus brütenden Vögeln auftreten. Diese Wanzenarten suchen den Menschen nur auf, wenn ihre Nahrungsquelle, die Vögel, fehlt. Ausserdem gibt es einige Raubwanzen, die Insekten und Gliedertiere jagen, aber auch versehentlich den Menschen stechen können. Dazu gehört zum Beispiel die Kotwanze (Reduvius personatus).


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