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Orientalische Mörtelwespe

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An warmen Sommertagen kann die Wärme liebende Orientalische Mörtelwespe (Sceliphron curvatum) in Wohnungen fliegen, um dort hinter Büchern, Bilderrahmen, Schränken, Abdeckungen, Vorhängen usw. ihre Lehmnester zu bauen. Sie fliegt dabei unzählige Male mit Material ein und aus und baut ihre kunstvollen Tönnchen aus Lehm für ihren Nachwuchs. Sie ist harmlos und schadet weder Menschen noch Einrichtung. Eine Bekämpfung ist daher nicht nötig.


Aussehen

Orientalische Mörtelwespe - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Orientalische Mörtelwespe

Die ausgewachsene Mörtelwespe ist 15 bis 20 mm lang. Sie ist anhand ihrer typischen Körperform – langer, gelbbraun gefärbter Hinterleibsstiel – und der gelbbraunen Färbung ihres Körpers leicht von verwandten Arten zu unterscheiden. Die einheimischen europäischen Mörtelwespen der Gattung Sceliphron besitzen einen gelben Hinterleibsstiel, die ebenfalls ursprünglich nicht hier heimische S. caementarium hat einen schwarz gefärbten Hinterleibsstiel.


Herkunft

In Europa wurde die aus Zentralasien (Indien, Nepal, Pakistan etc.) stammende Mörtelwespe zum ersten Mal 1979 in Österreich nachgewiesen. Inzwischen hat sie sich erstaunlich schnell ausgebreitet. Sie wurde in 13 europäischen Ländern nachgewiesen. In der Schweiz ist sie im Sommer 1998 in Liestal bei Basel erstmals gefunden worden.


Biologie

Orientalische Mörtelwespe baut Brutzellen aus Lehm hinter einem Wandteppich. - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Brutzellen der Orientalischen Mörtelwespe hinter einem Wandteppich

Die Orientalische Mörtelwespe baut Brutzellen aus Lehm, die in Gruppen oder parallelen Reihen von 5 bis 30 Stück angelegt werden. Sie braucht dazu pro Brutzelle (Tönnchen) etwa einen Tag. Dies ist abhängig davon, wie weit sie fliegen muss, um das Baumaterial zu finden. Sie überbaut ihre Brutzellen nicht mit einem Lehmanstrich, die Zellen bleiben als einzelne Tönnchen erkennbar. Diese Tönnchen sind nicht wasserfest und zerfallen bei Nässe leicht. Deshalb baut sie diese nur an gut geschützten Orten, wie zum Beispiel an Häuser, Mauern, in Innenräumen (hinter Bilderrahmen, an Bücher, Betten, Schränken, Vorhängen usw.) oder auch an südexponierten Fensterrahmen.


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Brutzellen (Tönnchen) der Orientalischen Mörtelwespe - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Tönnchen der Orientalischen Mörtelwespe

Das Weibchen trägt als Nahrung für die Larven 8 bis 25 lebende Spinnen ein. Danach legt es ein Ei dazu und verschliesst die Zelle mit einem Lehmdeckel. Die aus dem Ei schlüpfende Larve ernährt sich bis zu ihrer Verpuppung vom Spinnen-Vorrat in ihrer Zelle. Die frisch geschlüpfte Wespe stösst von Innen den Deckel der Zelle auf und geht auf Partnersuche.


Vorbeugung und Bekämpfung

Wenn Sie verhindern wollen, dass eine Mörtelwespe in Ihrer Wohnung Tönnchen baut, installieren Sie Insektengitter an häufig offen stehenden Fenstern.
Eine Bekämpfung dieser harmlosen Wespenart ist nicht nötig. Sie können die Tiere ins Freie befördern, die Fenster für einige Tage geschlossen lassen und die Lehmnester - falls unerwünscht - entfernen.


Helfen Sie uns, die Orientalische Mörtelwespe zu beobachten

Beobachten Sie Ihre Mörtelwespen für uns:

  • Wann sehen sie die ersten Mörtelwespen?
  • Wie lange hat eine Wespe am Bau eines Tönnchens?
  • Wann schlüpfen die ersten Wespen?
  • Bauen die im Sommer geschlüpften Wespen im selben Jahr nochmals Lehmnester und schlüpfen daraus nochmals Wespen?

Wir sind gespannt auf Ihre Beobachtungen!


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