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Siebenschläfer

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Siebenschläfer, Bild: Wikipedia - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Siebenschläfer, Bild: Wikipedia

Siebenschläfer halten von Ende September bis in den Mai sieben Monate lang einen Winterschlaf. Für den Winterschlaf werden oft selbstgegrabene Erdhöhlen von weniger als einem Meter Tiefe genutzt. Während ihrer Aktivitätsphase von Mai bis September suchen sie sich gerne in Baumlöchern, Vogelnistkästen und auch unter den Dächern von Wohnhäusern, Schuppen, Garten- und Ferienhäusern ihr Schlafquartier. Doch statt in unseren Häusern nur zu schlafen, können sie nachts so viel Lärm machen, dass dieser einem erwachsenen Menschen, etwa einem Einbrecher zugeordnet werden könnte und nicht einem kleinen Nagetier von 70 – 180 Gramm Gewicht.
Die Familie der Schläfer gehört zu den Nagetieren. Im Schweizer Mittelland ist der Siebenschläfer (Glis glis) am häufigsten. In den unterholzreichen Wäldern, in denen er eigentlich zu Hause ist, herrscht oft Wohnungsnot: Ausgefaulte Astlöcher, Risse und Spalten in Bäumen, Spechthöhlen oder hohle Baumstümpfe sind zunehmend seltener geworden. Fehlen solche Unterkünfte, wandern die Tiere aus und nehmen dankbar einen Vogelnistkasten, in Waldnähe eine Gartenhütte oder sogar ein Wohnhaus an.


Gartenschläfer, Bild: Wikipedia - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Gartenschläfer, Bild: Wikipedia

Der nahe verwandte Gartenschläfer (Eliomys quercinus), der in menschlichen Behausungen auch lästig werden kann, fehlt in den niedrigen Lagen des Mittellandes und findet sich vor allem in montanen und subalpinen Gegenden.


Aussehen

Siebenschläfer haben ein graues Fell, grosse Knopfaugen und kurze, abgerundete Ohren. Sie sind zwischen 13 bis 19 cm lang und ihr buschig behaarter Schwanz misst 11 bis 15 cm. Sie können 70 bis 180 Gramm wiegen.


Biologie

Siebenschläfer halten von Ende September bis Anfang Mai einen Winterschlaf. Sie sind nachtaktiv und ernähren sich vor allem von pflanzlicher Nahrung wie Obst, Samen, Blätter- und Blütenknospen und Pilzen. Dies ergänzen sie durch Insekten, Schnecken, Eier und Jungvögel.
Die Weibchen gebähren einmal im Jahr nach etwa einem Monat Tragzeit einen Wurf mit fünf bis sieben Jungen. Diese sind erst nach sechs bis sieben Wochen selbständig. Dann kann es vermehrt zu Störungen durch Schläfer in Gebäuden kommen. Sie rennen nach dem nächtlichen Ausflug zur Futtersuche herum, sie klettern und balgen sich unter lautem Quieken, Pfeifen und Murmeln.


Schaden

Siebenschläfer können durch ihren Nagetrieb grosse Materialschäden anrichten und durch ihren Kot und Urin Räume und Lebensmittel verschmutzen. Ihr Lärm in der Nacht kann den HausbewohnerInnen den „letzten Nerv“ rauben. In solchen Fällen können sie vertrieben oder gefangen werden. Sie sind jedoch nicht ausschließlich schädlich: Sie verjagen Mäuse und ernähren sich von Wespen-Larven. Natürliche Feinde wie Uhu, Waldkauz und Steinmarder haben nur einen geringen Einfluss auf die Populationsentwicklung, viel wichtiger ist hier das Nahrungsangebot in der Umgebung.


Wie vermeiden Sie ein Eindringen von Siebenschläfern?

Sie können Siebenschläfern das Eindringen in ein Gebäude erschweren, indem Sie mögliche Zugänge verschliessen:

  • Türen dicht schliessen
  • Kellerfenster engmaschig vergittern (Maschenweite höchstens 5 mm)
  • Keine Kletterpflanzen an Fassade, bzw. Pflanzen ca. 1 m unter dem Dach abschneiden, damit ein Eindringen in den Dachstock nicht möglich ist
  • Dach vollständig abdichten
  • Vollständige Vergitterung durch Lochblech bei vorgehängter Fassade
  • Kaminöffnungen engmaschig vergittern

Was tun, wenn Siebenschläfer im Gebäude stören?

Siebenschläfer sind in der Schweiz eine gefährdete und in verschiedenen Kantonen und auch im Wildschonrevier Stadt Zürich geschützte Tierart. Auskunft über den Schutz erhalten Sie bei der zuständigen kantonalen Fachstelle für Naturschutz.
Als Erstes sollten Sie versuchen, den Siebenschläfer zu vertreiben. Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass in der Fortpflanzungsperiode von Mai bis August Jungtiere erst nach 6 – 7 Wochen selbständig werden. Unter Umständen müssen Sie das Tier fangen und aussetzen. Wenn mehrere Tiere im Spiel sind empfiehlt es sich, die Hilfe eines Wildhüters oder einer professionellen Schädlingsbekämpfungsfirma in Anspruch zu nehmen.


Vertreibung

Siebenschläfer mögen keinen starken Geruch wie zum Beispiel Räucherstäbchen. Man kann sie damit vertreiben. Andere Repellentien sind Möbelpolitur, Geschirrspül- und Fensterputzmittel. Damit können Sie Küchenschränke und Löcher, durch die die Siebenschläfer eindringen, schützen bzw. mit getränkten Lappen ausstopfen. Ultraschall-Geräte und anderer Lärm, wie beispielsweise laute Musik haben sich als wirkungslos erwiesen.


Fangen und Aussetzen

Wir empfehlen zum Fang Lebendfallen (10x10x25 cm), die Sie mit Schokolade, Früchten, Weinbeeren, Nüssen oder ein wenig Hackfleisch bestücken können. Falls die Siebenschläfer etwas Attraktiveres brauchen, können Sie Erdnussbutter mit Rosinen und Haferflocken mischen.
Damit beim Fangen der Schwanz nicht beschädigt wird, ist es gut, wenn die Falltür nicht ganz bis zum Boden reicht; Sie sollten sie ein Stück kürzen oder hochbiegen. Den gefangenen Siebenschläfer dürfen Sie nicht am Schwanz festhalten. Die Fallen müssen laut Tierschutzgesetz täglich kontrolliert werden. Gefangene Tiere müssen Sie mindestens 10 km entfernt an einem Waldrand oder einer Streuobstwiese freilassen. Bei kürzerer Distanz finden sie mit ihrem guten Orientierungssinn wieder zu Ihnen zurück. Ein Berg oder ein Fluss zwischen dem Aussetz-Ort und Ihrem Haus verhindert die Rückwanderung. Beim Freilassen der Siebenschläfer ist Vorsicht angebracht, da sie kräftig zubeissen können.


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