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Schimmelpilze

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Schwarze Flecken in einer Ecke auf der Wand im Bodenbereich, Schimmelpilzbefall

Schimmelpilzbefall


Was sind Schimmelpilze?

Schimmelpilz Fensterleibung: schwarze, unregelmässige Flecken

Schimmelpilz Fensterleibung

Schimmelpilze sind ein Sammelbegriff für verschiedene Mikropilze, die sich ausschliesslich dort vermehren, wo es feucht ist. In der Wachstumsphase bilden sich verschiedenfarbige glatte, fädige oder pelzige Pilzbeläge, die unsichtbar kleine Sporen an die Aussen- oder Innenraumluft abgeben. Typisch ist auch ein modriger, muffiger Schimmelgeruch, verursacht durch ein Gemisch von gasförmigen Verbindungen, die an die Luft abgegeben werden.


Schimmelpilze sind allgegenwärtig in der Umwelt, gewollt und ungewollt. Was sich zur Kompostierung, Lebensmittelherstellung und für die Produktion von Antibiotika als nützlich erweist, kann in Wohn- und Arbeitsräumen die Gesundheit beeinträchtigen. Auf vermehrtes Freisetzen von Sporen können Menschen mit Atemwegs-, Augen- und Hautreizungen reagieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte daher ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Das Schimmelpilzwachstum im Innenraum wird durch drei Faktoren bestimmt: Feuchtigkeit, Nährstoffangebot und Temperatur. Als Nährboden dient organisches Material wie Holz, Papier, Kunststoffe, Leder, aber auch Staub aus der Luft der, der sich auf Glas oder Beton abgesetzt hat.


Was sind die Ursachen?

Schimmelpilze können nur wachsen, wenn Materialoberflächen feucht sind. Liegt die Feuchtigkeit der Materialoberflächen der Aussenhülle wie Wände, Decken etc. während einiger Tage um die 80% (relative Luftfeuchte) oder darüber, entwickeln sich aus den allgegenwärtigen Schimmelpilzsporen wuchernde Pilzbeläge. Schimmelpilzbefall kann nur dann dauerhaft vermieden werden, wenn die Ursache für die Feuchtigkeit beseitigt wird.

Da jedoch die Sporen nicht absterben, führt erneute Feuchtigkeit auch sofort wieder zu einem Wachstum. Am häufigsten führt Feuchtigkeit in Form von Kondensation zu Schimmelpilzwachstum, weil die Temperatur der Raumoberflächen (Wände) niedrig ist oder die Feuchtigkeitsproduktion durch Duschen, Kochen, Befeuchten hoch ist. Der Wasserdampf in der Raumluft geht in den gesättigten Zustand über, es entsteht Kondensat (100% relative Feuchte).

Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt, dass im Winter in Innenräumen die relative Raumluftfeuchtigkeit möglichst zwischen 30% und nicht über 50% liegen sollte. An sehr kalten Tagen sollte die Raumluftfeuchtigkeit nicht über 40% betragen. Diese Höchstwerte sind besonders bei Gebäuden mit Baujahr vor 1980 ohne wärmetechnische Sanierung und bei älteren Gebäuden mit neuen Fenstern zu beachten, um Schimmelpilzbewuchs und Milbenwachstum zu vermeiden und um nicht höhere Emissionen von chemischen Stoffen wie Formaldehyd zu begünstigen.


Weitere Ursachen:

  • Neubauten werden nicht genügend ausgetrocknet.
  • Akute Schäden durch Wasserrohrbrüche.
  • Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich.
  • Undichte Bausubstanz.
  • Konstruktionsfehler.
  • In der Wohnung wird Wäsche getrocknet.
  • Falsches Lüften, zu wenig oder über den Kippflügel (Auskühlen der Wand).
  • Sommerkondensation beim Lüften von Räumen im Erdreich.
  • Teilsanierungen: Nur Fenster werden erneuert, ohne Dämmung der Fassade.
  • Das Wohnverhalten wird nicht dem technischen Stand des Gebäudes angepasst.
  • Gefangene Räume wie Keller, Küchen und Sanitärräume ohne mechanische Lüftung.


Was tun? Hier finden Sie Informationsmaterial.

Unproblematisch: Spuren von Schimmelpilzbefall, das heisst vereinzelter Bewuchs in Innenräumen von einer Fläche von weniger als 10 x 10 cm, gilt als gesundheitlich und bauphysikalisch unbedenklich. Spuren können eigenhändig mit 70 -80% Alkohol entfernt werden, wobei Kunststoffhandschuhe zu tragen, die Augen zu schützen sind und der Raum gut zu lüften ist.

Problematisch: Vereinzelter Bewuchs auf einer Fläche bis 70 x 70 cm oder dichter Bewuchs sind im Sinne der Gesundheitsvorsorge inakzeptabel und auch bauphysikalisch abzuklären. Hier sind zur Entfernung Fachleute beizuziehen. Von der Verwendung biozider Farben und Sprays bei der Sanierung wird in Wohn- und Aufenthaltsräumen abgeraten, da die langfristigen Risiken für die Bewohner nicht abschätzbar sind.

Weiterführendes Informationsmaterial:
- Für Bewohner, Bewohnerinnen, Mieter, Mieterinnen, Vermieter, Vermieterinnen:
Die Broschüre "Schimmel in Wohnräumen" zeigt bei Schimmelpilzbefall in Innenräumen das Wichtigste zur Einschätzung und Behebung des Schadens auf.
Broschüre BAG: Schimmel in Wohnräumen

Die Broschüre "Vorsicht Schimmel" behandelt ausführlich das Vorgehen bei Schimmelpilzbefall im Innenraum. Dargestellt wird, wie die Situation eingeschätzt, ob  und welche gesundheitlichen Auswirkungen auftreten könnten sowie, wie der Schaden behoben und in Zukunft vermieden werden kann.
Broschüre BAG: Vorsicht Schimmel

- Für Sanierungsfirmen, Architekten, Architektinnen und Bauherrschaften:
Die Broschüre "Merkblatt Schimmelpilzsanierungen" unterstützt  Planung und Ausführung von Schimmelpilzsanierungen, damit keine weiteren Schäden auftreten.
Broschüre SMGV: Merkblatt Schimmelpilzsanierungen

- Hier finden Sie nützliche Adressen zu den Themen Gesundheit, Raumklima und Bauphysik, Baubiologie und Schadstoffmessungen: Adressen von Fachleuten


Welche Beratung erhalten Sie von uns?

Wir bieten den Einwohnern der Stadt Zürich telefonische Beratung unter 044 412 43 63 zum Thema Schimmelpilzbefall an und informieren über mögliche Ursachen und einzuhaltende Verhaltensregeln, wie ausreichendes Lüften. In begründeten Fällen wird mit Messgeräten im Winter die Raumtemperatur und relative Luftfeuchtigkeit über einen Zeitraum von 14 Tagen bei Ihnen zu Hause gemessen und ausgewertet.

Der persönliche Fragebogen dient dazu, die Ursachen für Symptome und Beschwerden ausfindig zu machen. Bitte lesen Sie vor Kontaktaufnahme mit uns die Fragen durch.


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Weitere Informationen

Kontakt

Stadt Zürich
Umwelt- und Gesundheitsschutz
Energietechnik und Bauhygiene

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Walchestrasse 31
Postfach 3251
8021 Zürich
Telefon 044 412 43 63
Fax 044 363 78 50



Umwelt / Bauen

Aspekte zum gesunden Bauen finden Sie auch unter Umwelt
Luft
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