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VOC/Formaldehyd
Vorkommen
Aus Baustoffen können Lösemittel und Formaldehyd entweichen. Nach Bauvollendung oder Umbauarbeiten müssen Gebäude intensiv gelüftet werden, damit Bewohnerinnen solchen anfangs vermehrt auftretenden Dämpfen nicht unnötig ausgesetzt sind.
Formaldehydemissionen aus Baustoffen
Hauptquelle für Formaldehyd bilden noch heute Holzwerkstoffplatten, Bodenversiegelungen, Einbauschränke und Möbel. Formaldehydemissionen aus Holzwerkstoffen sind abhängig von der
- Verleimung der Holzfasern (PF/RF-Leime; PU/PUR/PMDI-Klebstoffe enthalten kein Formaldehyd)
- Oberflächenbeschichtung, Bearbeitung (offene Schnittkanten, Lochanteil speziell bei Akustikplatten)
Lösemittel VOC
Flüchtige organische Verbindungen (VOC) mit niedrigen Konzentrationen können zu Geruchsbelästigungen und Schleimhautreizungen führen oder Kopfschmerzen und Unwohlsein auslösen. Die Symptome verschwinden meist, wenn die Räume wieder verlassen werden. VOC verdampfen im warmen Klima mit richtigem Lüften (kurz, kräftig, mehrmals täglich) innerhalb weniger Tage bis Wochen. Die VOC-Konzentrationen in der Luft vermindern sich so nachweisbar.
Längerfristig anhaltende Emissionen werden verursacht durch schwerflüchtige Substanzen (SVOC), abhängig von deren Anteil und dem Potential, Abbauprodukte zu bilden. Auch Restfeuchte durch ungenügende Bauaustrocknung oder infolge von Feuchteschäden kann Sekundärreaktionen auslösen; welche zu lange anhaltenden Emissionen von Reiz- und Geruchsstoffen führen können.
In der Nutzungsphase wird der VOC-Gehalt der Raumluft durch Produkte wie Reinigungs- und Pflegemittel, Raumluftparfums oder auch Produkte zum Basteln und Werken beeinflusst. Eine zu geringe Durchlüftung erhöht die Raumluftbelastung zusätzlich.
VOC-Emissionen aus Baustoffen
Die VOC-Emissionen und Aldehyde stammen meist aus Klebstoffen, Anstrichen, Versiegelungen, Imprägnierungen und Ölen. Bekannt sind auch Emissionen aus vor Ort gegossenen Bodenbelägen und deren Versiegelungen. Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen (bsp. Linoleum) können durch Abbaureaktionen Geruchsbelastungen und Reizungen hervorrufen (Bsp. Holzöle, Linoleum). Informationen zu deklarationspflichtigen Inhaltsstoffen von Bauprodukten, Applikationsvorschriften und erforderlichen Personenschutzmassnahmen findet man in den Sicherheitsdatenblättern der Produkte und Mischungen. Der UGZ berät Sie bei Belästigungen und Symptomen mit fallbezogenen Tipps zur Ursachenermittlung. Wir kennen auch Fachkräfte, welche Ihnen weiterhelfen können.
Raumluftmessungen
Zur Kontrolle von vereinbarten Raumluft-Zielwerten für das Innenraumklima oder bei Klagefällen mit Beschwerden oder Gerüchen mit unklaren Ursachen, kann mit Raumluftmessungen der Gehalt und - je nach Messmethode - Art der Lösemittel (VOC-Messung) oder der Formaldehyd-Gehalt (Formaldehyd-Messung) bestimmt werden.
Die qualitativ genauesten Resultate über Menge und Zusammensetzung der VOC in der Raumluft ergeben unter Standardbedingungen durchgeführte aktive Messverfahren. Probennahme und Auswertung setzen Fachwissen und Erfahrung voraus.
Auch Passivsammler-Messungen, die Bewohnerinnen und Nutzerinnen selbst aufstellen können, lassen vielfach erste quantitative Aussagen zu.
Emissionsarme Baustoffe
Generell empfiehlt sich, lösemittelfreie oder lösemittelarme Anstriche, Kleber und Baustoffe zu verwenden. Label wie Emicode EC 1, Blauer Engel oder natureplus stehen u.a. für emissionsarme Produkte.
Die meisten Ausschlusskriterien des Labels MINERGIE-Eco für energieeffiziente, gesunde und ökologische Bauweise enthalten Anforderungen, um die Zielwerte Innenraumklima der professionellen öffentlichen Bauherrschaften (EmpfehlungGutes Innenraumklima ist planbar) einhalten zu können.
Fachpersonen wie Bauökologen können Planende und Bauherrschaften ab Planungsbeginn beratend unterstützen und zur Baustellenüberwachung hinzugezogen werden.

