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Auftragsspektrum
Die Dendrochronologen führen verschiedene archäologische und bauanalytische Untersuchungen durch. So werden unter anderem Pfahlbauhölzer, Brückenpfeiler, Holztafeln, Möbel, Skulpturen, Musikinstrumente, Holzkohlestücke oder Mooreichen analysiert.
Baugeschichte(n)
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Entnahme einer Holzprobe mit einem Zuwachsbohrer
Eine gezielte Probenentnahme in Gebäuden (Kirchen, Burgen, Wohn- und Oekonomiegebäude in Stadt und Land) ermöglicht die Rekonstruktion der oft wechselvollen Baugeschichte: Baubeginn, Umbauten, Erweiterungen, Renovationen. Die benötigten Jahrringsequenzen werden mit dünnen Hohlbohrern entnommen. Die Bohrlöcher sind sehr klein und werden wieder verschlossen.
Pfahlbauhölzer
Hölzer Grabung Mozartstrasse vor der Bergung
Die vielen datierten jungstein- und bronzezeitlichen Hölzer aus den circumalpinen Seeufersiedlungen liefern ein für Europas Urgeschichte unverzichtbares Chronologiegerüst und lokal wichtige Informationen zur Siedlungsdynamik. Stützte man sich früher hautsächlich auf ringreiche Eichenproben, so sind heute auch mit anderen Holzarten und weniger Ringen Datierungen möglich.
Brückenpfeiler
Mittelalterliche Brückenpfeiler, teilweise noch mit ihren eisernen Pfahlschuhen, aus der Thur bei Andelfingen
In vielen Flüssen stecken im Bereich der heutigen Übergänge auch noch die Pfeilerreste der abgegangenen Vorgängerbrücken im Grund. Bei Baggerungen im Flussbett oder bei Renovationsarbeiten an den Fundamenten kommen sie gelegentlich zum Vorschein.
Kunstgegenstände
Gemälde auf Holztafeln, Möbel, Musikinstrumente oder Skulpturen - die Analyse von heiklen Gegenständen kann Händlern, Sammlern und Museen Sicherheit bieten oder Unerwartetes zutage fördern. Eine Rücksprache mit dem Labor lohnt sich in jedem Fall. Die anatomische Bestimmung und holztechnologische Herstellungsanalyse kann die stilistische Einordnung und exakte Ansprache unterstützen. Auch Datierungen sind oft möglich: Mit Hilfe einer digitalen Kamera können selbst bei heiklen Objekten meistens die Jahrringmuster praktisch zerstörungsfrei dokumentiert und am Bildschirm vermessen werden.
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Jahrringsequenz auf der Stirnseite einer Holztafel
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Rosette auf der Decke einer Mandora (Lauteninstrument). Die Jahrringe der Decke sind gut erkennbar
Holzkohle
Bei Trockengrabungen können - mit entsprechendem Aufwand natürlich, z.B. mittels Gipsbandagen - bröcklige, aber jahrringreiche Holzkohlestücke geborgen und dann im Labor vermessen werden. Damit werden auch Absolutdatierungen von archäologischen Befunden auf Mineralböden möglich.
Mooreichen
Eichenstämme, die bei Bauarbeiten in Basel aus dem Rheinschotter geborgen wurden
In den letzten Jahren sind bei grossflächigen Bauvorhaben oder z.B. Landschaftsveränderungen im Zusammenhang mit dem Bau von Golfplätzen immer wieder umgestürzte und tief im Boden eingelagerte Bäume zum Vorschein gekommen. Solche Stämme können von grossem Interesse sein, weil sie u. U. aus Zeitabschnitten stammen, wo die Standardkurve erst schwach belegt ist.

