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Keltische Tüpfelplatte
Bei der Ausgrabung am Rennweg 35 machten die Stadtarchäologen einen bedeutenden Fund aus keltischer Zeit: zwei Fragmente von sogenannten Tüpfelplatten. Sie wurden bei der Herstellung von Münzen verwendet.
Die beiden Zürcher Tüpfelplattenfragmente (Bild Stadtarchäologie)
Was sind Tüpfelplatten?
Tüpfelplatten sind flache Keramikobjekte mit regelmässigen, etwa fingerbeerengrossen Vertiefungen. Die Forschung geht davon aus, dass die Tüpfelplatten von den Kelten zur Herstellung von Geld verwendet wurden. Anhaftende Metallreste weisen jedenfalls nach, dass in den Vertiefungen kleine Metallmengen geschmolzen wurden. Aus den so gewonnenen Metallrohlingen, den Schrötlingen, wurden mithilfe von Stempeln Münzen geprägt.
Die beiden unscheinbaren, aber geldgeschichtlich bedeutsamen Funde lassen darauf schliessen, dass das keltische Turicum des 1. Jahrhunderts v. Chr. über eine eigene Münzprägestätte verfügte.
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Keltische Münzwerkstätte: In feuerfesten Tüpfelplatten werden in Serie Schrötlinge gegossen.
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Die Schrötlinge werden zwischen zwei Münzstempeln mit einem Hammerschlag zu Münzen geprägt.
(Rekonstruktion aus: Andres Furger-Gunti, Die Helvetier, Zürich 1984)
Münzen prägen – Münzen giessen
Münzen wurden nicht nur geprägt, sondern auch gegossen. Zu den
eigenständigen Entwicklungen der keltischen Münzherstellung gehörten die Potins, gegossene Münzen aus stark zinnhaltiger Bronze, darunter solche vom «Zürcher Typ».
Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den am Rennweg
gefundenen Tüpfelplatten und den Potinmünzen vom
Zürcher Typ besteht nicht. Wurden die Potins aus
Buntmetall gegossen, fanden die Tüpfelplatten beim Herstellungsprozess
zur Prägung von Silber-, je nach dem
auch Goldmünzen Verwendung.
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Potinmünze vom Zürcher Typ: auf der Vorderseite ein Doppelanker-Ornament, auf der Rückseite ein nicht eindeutig identifizierbares, gehörntes Tier mit geschweiftem Schwanz. (Bild Stadtarchäologie)
Der Potinklumpen – ein spektakulärer keltischer Geldfund
Am 3. Juli 1890 kamen in einer Baugrube beim damaligen Börsengebäude an der Bahnhofstrasse 1 in 5,5 Metern Tiefe mehrere Metallklumpen zum Vorschein, deren grösster 59,2 kg wiegt. Die Brocken, die sich heute im Schweizerischen Landesmuseum befinden, bestehen aus einer grossen Anzahl miteinander verschmolzener keltischer Münzen, die mit Holzkohlestücken durchmischt sind. Es lassen sich zwei Typen von Potinmünzen unterscheiden: solche vom Zürcher Typ, die einheimischen Helvetiern zuweisbar sind, und jene der in Ostgallien ansässigen Sequaner. Insgesamt wurden gegen 18'000 Potinmünzen aufgeschmolzen. Sie sind in die Zeit um 100 v. Chr. zu datieren.
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Der spektakuläre Potinklumpen: Tausende von miteinander verschmolzenen keltischen Münzen. (Bild Stadtarchäologie)
Infoblätter – Keltische Tüpfelplatte und Potinklumpen
Zwei Infoblätter zu den bedeutenden Geldfunden aus dem keltischen Zürich.

