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Lindenhof 2008

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Ein Sturmschaden war der Auslöser für die kleine Flächengrabung auf dem Lindenhof im November 2008. Das untersuchte Mauerwerk gehört zu zwei monumentalen Pfalzbauten aus dem Mittelalter.


Quadratische Grabungsfläche mit eingefärbten Mauerresten

Die Grabung 2008 erfasste Mauern und Böden der karolingischen Pfalz aus dem 9. Jh. (grün) und der ottonisch-salischen Pfalz aus dem 10./11. Jh. (blau). (Bild Stadtarchäologie)


Sturmschaden und Ausgrabung

Am 1. März 2008 fegte der Orkan «Emma» über Mitteleuropa und richtete auch in Zürich zahlreiche Schäden an. Auf dem Lindenhof riss er eine Linde aus dem Boden und beförderte den Baum über die Stützmauer in Richtung Schipfe. Die für die Neupflanzung an gleicher Stelle erforderliche Wurzelgrube wurde im Rahmen einer archäologischen Ausgrabung abgetieft.




Pfalzgebäude aus dem Mittelalter

Pfalzen waren in den Zeiten des Reisekönigtums, als es noch keine Hauptstädte im heutigen Sinn gab, repräsentative Verwaltungssitze. Hier liessen sich die Herrscher mit ihrem Gefolge vorübergehend nieder und von hier aus nahmen sie ihre Rechte wahr. Pfalzorte waren über das ganze Königreich verteilt.

In Zürich sind auf dem Lindenhof seit den Ausgrabungen Emil Vogts 1937/38 die Grundrisse eines älteren und eines jüngeren Pfalzgebäudes bekannt. Durch die aktuelle Ausgrabung konnten die damaligen Aufzeichnungen bestätigt und durch Beobachtungen zur Bauweise und zu den zugehörigen Böden bzw. Nutzungshorizonten ergänzt werden. Die Auswertung der Grabungsergebnisse ist im Gang.


Plan der Grabung Emil Vogt (1937/38). - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Plan der Grabung Emil Vogt (1937/38) mit den wichtigsten Bauten aus dem Mittelalter. Der gelbe Kreis markiert die Lage der Grabung 2008.

Grün: Karolingische Pfalz (9. Jh.)
Blau: Ottonisch-salische Pfalz (10./11. Jh.)
Rot: Türme und Gräben der Pfalzburg (11./12. Jh.)


Dreidimensionale Rekonstruktion der Pfalz im 11. Jh. - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Rekonstruktion der Pfalz im 11. Jahrhundert
In dem zweigeschossigen Bau waren mehrere Säle untergebracht. Eine grosse, ebenerdige Feuerstelle deutet vielleicht den Standort einer Küche an. Gegen Süden, in Richtung Wohllebgasse, überwand das langgezogene Gebäude einen beträchtlichen Höhenunterschied. An der Nordwestecke war eine kleine Kapelle angebaut.  (Grafik Oliver Lüde)


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