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Profil
Kunst und Bau. Profil, Programm, Prozess und Publikum
Vom baukünstlerischen Schmuck zu Kunst und Bau
Die neuste Publikation der Fachstelle Kunst und Bau der Stadt Zürich beleuchtet die Entwicklung von Kunst und Bau der letzten zehn Jahre mit zahlreichen Beispielen. Darüber hinaus erläutert das Manual, wie Wettbewerbe vonstatten gehen und versorgt Architekten und Künstlerinnen mit wissenswerten Informationen zur Umsetzung von Kunst und Bau.
Heisst es nun eigentlich «Kunst und Bau» oder «Kunst am Bau»? Und: gibt es einen Unterschied von «Kunst und Bau» zu «Kunst im öffentlichen Raum»?
Wer sich mit solchen und weiteren Fragen zur künstlerischen Gestaltung bei öffentlichen Bauten in der Stadt Zürich beschäftigt, findet endlich Antworten in einer neu erschienenen Publikation mit dem Titel «Kunst und Bau. Profil, Programm, Prozess, Publikum». Herausgegeben wird die Schrift von der Fachstelle Kunst und Bau, Anlass dazu ist das zehnjährige Jubiläum der Fachstelle. Nach einer Dekade, in der gegen 800 Kunstschaffende in kreative Entwicklungsverfahren involviert und über 80 Kunstwerke realisiert wurden, ist der Zeitpunkt gekommen, Bilanz zu ziehen und das Erreichte angemessen zu würdigen. Die Kapitel «Profil» und «Programm» beschreiben das Selbstverständnis der Fachstelle.
Handbuch und Festschrift zugleich: Die Publikation zum 10jährigen Bestehen der Fachstelle.
Zeitgenössisches Kuratieren
Eines der erklärten Anliegen der städtischen Fachstelle ist es, Kunst und Bau für zeitgenössische Formen der Kunst und für die aktuelle kuratorische Praxis zu öffnen. Die «Kunst Station Triemli» ist hierfür ein gutes Beispiel. Die gesamte zehnjährige Umbauphase des Spitals (2010 bis 2020) wird von immer wieder neuen, temporären künstlerischen Installationen und Interventionen begleitet, ausgewählt von einem vierköpfigen Kuratorenteam. Kein baukünstlerischer Schmuck wird installiert, sondern es werden flüchtige Begegnungen mit Kunstformen ermöglicht, die sich in den Spitalbetrieb einnisten und dort möglicherweise Spuren hinterlassen. Deswegen heisst es Kunst und Bau: Kunst wird nicht länger verstanden als Dekoration des Bauwerks, sondern als ein Gegenüber der Architektur, welches die Baukunst durchaus kritisch befragen kann.
Wie es zu Kunst und Bau kommt
Wer also heute behauptet, Kunst und Bau sei ein alter Zopf, wird mit dieser Publikation, die mit Kunstwerken der letzten zehn Jahre zahlreich bebildert ist, eines Besseren belehrt. Die Schrift richtet sich nicht nur an die kunstinteressierte Öffentlichkeit, sie bietet auch Architekten, Kunstschaffenden, Kulturvermittlerinnen und Mitarbeitenden der Verwaltung sachdienliche Hinweise zur Umsetzung von Kunst und Bau. So schildert das Kapitel «Prozess», wie Aufträge von Kunst und Bau vergeben werden, welche Arten von Wettbewerbe es gibt, welche Rechte Künstler haben und wer für den Unterhalt und die Reparatur der Kunstwerke zuständig ist.
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Peter Regli: «Reality Hacking Nr. 193» im Stadtspital Triemli, 2002.
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San Keller: Freinacht in der Hardau, 2005.
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Claudia & Julia Müller: Zuckerhutglocke in der Wohnsiedlung Hardau, 2006.
Schliesslich wird in der Publikation die Vermittlung thematisiert. Neben dem Vergabewesen und der Realisation von Kunstwerken ist dies das dritte Standbein der Fachstelle. Da die Werke von Kunst und Bau in der Regel lange Zeit bei ihren Nutzerinnen und Nutzern verbleiben, gilt es, vor Ort besonders aufmerksam für Akzeptanz zu sorgen. In jüngster Zeit hat die Fachstelle gerade für Schulen spezielle Vermittlungsgefässe entwickelt, mit denen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen die Kunstwerke immer wieder neu entdecken können. (z.B. Schulhaus Leutschenbach)
Das Manual «Kunst und Bau. Profil, Programm, Prozess, Publikum» macht die Erfahrung und das Wissen der Fachstelle transparent und allen Interessierten zugänglich. Und was ist der Unterschied von «Kunst und Bau» zu «Kunst im öffentlichen Raum»? Antworten gibt die neue Publikation der Fachstelle Kunst und Bau auf Seite 12.
Text: Claudia Pantellini
Kunst «bi de Lüüt?»: Die Buchvernissage und Podiumsdiskussion fand am Montag 7. November 2011 im Architekturforum statt. Ein Rückblick auf den Event bietet die Veranstaltungsseite.
Kunst und Bau. Profil, Programm, Prozess, Publikum. Zu bestellen unter der Rubrik Publikationen (Preis: CHF 10.–).
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Olivier Mosset: Toblerones im Schulhaus Leutschenbach, 1994/2008.
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Markus Weiss: «Milchpuck» im Schulhaus Milchbuck, 2009.
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Martin Kaufmann: Intervention im Amtshaus Wiedikon, 2011.

