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Regionale Zusammenarbeit
Luftaufnahme Zürich: DesAir, 2006
Die Stadt Zürich prägt als grösstes urbanes Zentrum der Schweiz die Entwicklung im gesamten Metropolitanraum mit. Im Alltag gehen die Aktivitäten der Bevölkerung und der Unternehmen weit über die Stadtgrenzen hinaus und umgekehrt. Auch die bauliche Entwicklung ist mit jener der benachbarten Städte und Gemeinden eng verflochten.
Die hoheitlichen Planungsaufgaben sind auf das Stadtgebiet beschränkt. Die Stadt Zürich legt aber Wert auf den Blick «über den Tellerrand» und auf kooperatives und partnerschaftliches Arbeiten mit allen Nachbarn und (Staats-)Ebenen. Sie tut dies in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Projekten.
Interkommunale Zusammenarbeit
Das Amt für Städtebau arbeitet – gemeinsam mit weiteren städtischen Dienstabteilungen – mit den Nachbargemeinden entlang der Stadtgrenze zusammen. Insbesondere mit den benachbarten Planungsregionen Limmattal und Glattal besteht ein Austausch über die zahlreichen Planungs- und Bauprojekte.
Beispiel Leutschenbach
Das Stadtzürcher Entwicklungsgebiet Leutschenbach und der neue Stadtteil Glattpark in Opfikon Glattbrugg entwickeln sich diesseits und jenseits der Stadtgrenze. Die zwischen den beiden Gebieten verlaufende, attraktiv gestaltete Linie der Glattalbahn (Tramlinie 11 von Oerlikon nach Auzelg) und die Aufwertung entlang des Katzenbachs stellen die Verbindung her. Die neuen Parks – Opfikerpark und Leutschenpark – ziehen Publikum von diesseits und jenseits der Stadtgrenze an. Aus ehemaligen «Rückseiten» sind zwei aufeinander bezogene Stadtteile geworden.
Entwicklungsgebiet Leutschenbach
Regionalplanung Zürich und Umgebung
Die Stadt Zürich ist durch Präsidium, Vorstandsmitglieder und Delegierte in den Gremien des Vereins «Regionalplanung Zürich und Umgebung (RZU)» vertreten. Unter dem gemeinsamen Dach RZU engagiert sich das Amt für Städtebau in regionalen Projekten zur nachhaltigen Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.
«Nachhaltige Siedlungsentwicklung im Verdichtungsraum Limmattal-Stadt Zürich-Glattal»
Die zukünftige Siedlungsentwicklung im Verdichtungsraum soll sich entlang der drei hervorragend erschlossenen Entwicklungsachsen ausrichten. Schlüsselthemen dieses Projekts sind die Qualitäten der Wohnlagen, Standorte für Unternehmen, Strukturierendes Landschaftssystem und Städtebauliche Qualität.
Projekt «Landschaftssystem RZU»
Die Landschaft im RZU Gebiet soll dereinst zum zusammenhängenden Freiraumsystem werden, ähnlich dem «Agglomerationspark Limmattal» oder den Regionalpark-Ideen im benachbarten Deutschland (Regionalpark Frankfurt Rhein Main, Emscher Park). Das Projekt zeigt zum einen die grossen verbindenden Landschaftselemente auf, welche der Region ihre Gestalt geben.
Zu den prägenden Elementen gehören die bewaldeten Hügelzüge, Seen und Uferbereiche. Gleichzeitig entsteht ein Leitfaden für die einzelnen Regionen und Gemeinden, zur Gestaltung, Aufwertung und Vernetzung der kommunalen Freiräume. Damit wird nicht nur die unbebaute Landschaft aufgewertet und bewahrt, auch die Attraktivität der Wohn- und Arbeitsorte in dem dicht besiedelten Grossraum Zürich und Umgebung wird erhöht.
Agglomerationspark Limmattal
Das Amt für Städtebau unterstützt das Projekt Agglomerationspark Limmattal, das unter der Federführung von Grün Stadt Zürich sowie der Kantone Zürich und Aargau erarbeitet wird. Der Agglomerationspark Limmattal bezweckt die Entwicklung und Sicherung eines durchgängigen und vielfältigen Freiraumnetzes zwischen Zürich (See) und Baden (Bäderquartier).
Eine gemeinsame Absichtserklärung wurde durch die Kantone Aargau und Zürich, Baden Regio, die Zürcher Planungsgruppe Limmattal und durch 17 Städte und Gemeinden unterzeichnet.
Kantonales Raumordnungskonzept
Mit dem Raumordnungskonzept hat sich der Kanton Zürich 2009 einen strategischen Orientierungsrahmen gegeben. In einer Gesamtschau zeigt er, wohin die räumliche Entwicklung in Zukunft gehen soll. Damit ist das Raumordnungskonzept eine Grundlage und Weichenstellung für das rechtliche Instrument der kantonalen Richtplanung.
Die Stadt Zürich ordnet sich in den Handlungsraum «Stadtlandschaft» ein. Das ist für die zukünftige räumliche Entwicklungsstrategie von Bedeutung, denn «Stadtlandschaften» sind verkehrsmässig hervorragend erschlossene Räume, die sowohl für die qualitative (Aufwertung) als auch quantitative (Bevölkerungswachstum) Entwicklung geeignet sind.
Metropolitankonferenz Zürich
Seit 2009 gibt es den Verein Metropolitanraum Zürich als Zusammenschluss von acht Kantonen und 94 Gemeinden. Die Mitglieder setzen sich für eine verbesserte Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum Zürich ein, gebündelt in den vier Arbeitsgruppen «Wirtschaft», «Lebensraum», «Verkehr», «Gesellschaft».
Das Amt für Städtebau engagiert sich in der Gruppe Lebensraum für das Projekt «Entwicklungsräume».
Raumplanerische Ziele auf Bundesebene
Das Amt für Städtebau bringt seine Erfahrungen und Interessen in richtungsgebende Arbeiten unter Federführung des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) ein und vertritt die raumplanerischen Anliegen der Stadt Zürich.
Raumkonzept CH
Bund, Kantone und Städte haben im Mai 2006 vereinbart, gemeinsam ein «Raumkonzept Schweiz» zu erarbeiten. Darin soll eine schweizweit einheitliche Vorstellung für eine koordinierte Raumentwicklungspolitik festgehalten werden. Die Stadt Zürich gehört danach zum Kern des Metropolitanraums Zürich. Hier soll die wirtschaftliche Dynamik und hervorragende internationale Verkehrsanbindung erhalten und gefördert werden.
Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG)
Das Amt für Städtebau hat sich – zum Beispiel via Schweizerischen Städteverband – in die Arbeitsgruppe zur Revision des Raumplanungsgesetzes eingebracht. Als zentrales Anliegen geht es in der Gesetzesrevision um die Begrenzung der Zersiedelung und die Siedlungsentwicklung nach innen. Der Entwurf für die Teilrevision liegt seit Ende 2009 vor.
Plattform Städteposition CH
Die zwölf grössten Städte der Schweiz haben anfangs 2006 die Plattform «Städteposition CH» gegründet. Angesichts der zunehmenden globalen Konkurrenz zwischen Stadtregionen, sehen sie sich als wirtschaftliche Motoren der Schweiz vor besonderen Aufgaben. Sie sind der Überzeugung, dass sie in ihren Agglomerationen und Regionen eine aktive Rolle übernehmen müssen. Die Positionen und exemplarische Projekte der zwölf grössten Schweizerischen Städte sind in einer Publikation festgehalten.

