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Frauenhandel

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Schätzungen gehen davon aus, dass sich in der Schweiz jährlich über 1500 Frauen aufhalten, die Opfer von Frauenhandel sind (Zahlen der UN). Frauen, die mit falschen Versprechungen in die Schweiz gelockt wurden und hier nun ausgebeutet werden – die meisten von ihnen im Sexgewerbe. Häufig zwingt man sie mit fingierten Schulden, für kein oder ein ganz geringes Entgelt als Prostituierte zu arbeiten. Erpresst werden sie mit Drohungen gegen sie selbst oder gegen ihre Familien im Herkunftsland.


Frauenhandel – ein Thema der Gleichstellung

Das Sexgewerbe in der Stadt Zürich boomt und oftmals sind die Arbeitsbedingungen für die Frauen – vor allem für solche aus Ländern, die nicht in der EU sind – schlecht bis ausbeuterisch. Eine kommunale Gleichstellungspolitik, die die Chancengleichheit von Frauen im Erwerbsbereich zum Ziel hat, muss sich für mehr Menschenrechte auf diesem quasi unsichtbaren Arbeitsmarkt einsetzen.


Engagement der Fachstelle für Gleichstellung

Die Fachstelle für Gleichstellung geht das Thema Frauenhandel auf verschiedenen Ebenen an:


Runder Tisch

Die Fachstelle für Gleichstellung engagiert sich am Runden Tisch gegen Frauenhandel, wo sich Behörden und Beratungsstellen über aufenthaltsrechtliche Fragen, Einzelfälle und Ermittlungsprobleme austauschen. Ziel dieses Gremiums ist: mehr Schutz für die Opfer eine effizientere Verfolgung der Täterschaft


Fachtagung «Frauenhandel in der Schweiz - Strategien für die Zukunft»

Am 11. Juni 2009 fand im Volkshaus Zürich eine nationale Fachtagung zum Thema Frauenhandel statt. Sie wurde von der Fachstelle für Gleichstellung mitinitiiert, mitorganisiert und mitfinanziert. Die gut besuchte Tagung beleuchtete die Hintergründe von Ausbeutung und Zwangsarbeit in der Schweiz, stellte Erfahrungen aus der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und NGOs zur Diskussion und erörterte Lösungswege für mehr Opferschutz.
Referate und Tagungsbeiträge können als PDF heruntergeladen werden unter Publikationen > download > Referate aus Veranstaltungen


Ausstellung im Stadthaus

Ausschnitt des Plakats zur Ausstellung «Ohne Glanz und Glamour»  - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Ausstellung im Stadthaus Zürich; Gestaltung Plakat: Sonja Schenk

Mit Unterstützung der Fachstelle für Gleichstellung wurde im Stadthaus Zürich die Wanderausstellung «Ohne Glanz und Glamour. Frauenhandel im Zeitalter der Globalisierung – Szene Schweiz» gezeigt.
Die Ausstellung thematisierte die zentralen Aspekte des Frauenhandels und zeigte auf, dass Frauenhandel eng mit heiklen gesellschaftspolitischen Fragen verbunden ist – mit weltwirtschaftlichem Ungleichgewicht, geschlechtsspezifischer Gewalt, käuflichem Sex, prekären Arbeitsverhältnissen, Diskriminierung von Ausländerinnen, Ausbeutung illegal anwesender Menschen und restriktiver Migrationspolitik.


Kampagne EURO 08 gegen Frauenhandel

Umzug zur Kampagnen-Lancierung in Zürich - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Die Kampagne wurde mit Umzügen lanciert. Foto: Michael Würtenberg

Während der Fussball-Europameisterschaft 2008 fand in der Schweiz eine breit angelegte Kampagne statt, die die Öffentlichkeit über Frauenhandel im Sexgewerbe informierte. Die Fachstelle für Gleichstellung arbeitete intensiv in der Projektgruppe mit.

Die Kampagne wurde im März 2008 mit Umzügen durch die Innenstädte von Zürich, Bern, Basel und Genf lanciert. Die Streuung von Postkarten, zahlreiche Veranstaltungen und eine intensive Medienarbeit bildeten die Fortsetzung. Kurz vor Beginn der Euro wurde das Kernstück der Kampagne – der von der bekannten Werbeagentur Walker entwickelter Spot «Stopp Frauenhandel» – erstmals öffentlich gezeigt. Er stellt den Alptraum einer Frau dar, die gehandelt und an die Sexindustrie verkauft wird. Die Bilder sind stark und heftig. Zahlreich waren die Reaktionen, die der Spot auslöste. Während der Euro lief der Spot in den so genannten Public Viewings, in den Stadien sowie am Schweizer Fernsehen und im Herbst 2008 wurde er auch in den Kinos in der Stadt Zürich gezeigt.

Die Trägerschaft der Kampagne forderte in eine Petition, dass Opfer von Frauenhandel als solche anerkannt und besser geschützt werden. Dazu gehört auch, dass die Opfer einen Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung erhalten – und zwar unabhängig davon, ob sie bereit sind, in einem Verfahren als Zeuginnen auszusagen. Im September 2008 wurde die Petition mit über 70'000 Unterschriften dem Bundesrat überreicht.

Spot «Stopp Frauenhandel»


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Weitere Informationen

Kontakt

Fachstelle für Gleichstellung


Dore Heim