Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Vorhang auf für Wolfgang Reichmann: Ausstellung vom 14. September bis 17. Dezember 2010
Vorhang auf für Wolfgang Reichmann!
Ausstellung im Stadtarchiv Zürich und im Opernhaus Zürich
14. September bis 17. Dezember 2010
„Reichmann war einer der vielseitigsten deutschsprachigen Schauspieler“, so die Frankfurter Allgemeine. Nun wird der Nachlass dieses grossen Charakter-Darstellers dem Stadtarchiv Zürich übergeben. Aus diesem reichhaltigen Fundus haben die beiden Kuratorinnen Verena Naegele und Sibylle Ehrismann vom Büro ARTES eine Ausstellung für die Räume des Stadtarchivs und für das Foyer des Opernhauses Zürich konzipiert.
Das ausdrucksstarke Fotomaterial zeigt einen Theatermann, dessen Repertoire als Ensemblemitglied am Zürcher Schauspielhaus zahlreiche Hauptrollen im Klassischen Fach (Nathan, Danton, grosse Shakespeare-Rollen) ebenso umfasste wie Dürrenmatt-Stücke. Reichmann war aber auch ein ausgebildeter Sänger und sang sich gegen Ende seiner Karriere als Musical-Star in „Anatevka“ und „Cabaret“ in die Herzen von Millionen. Die Ausstellung im Foyer des Opernhauses konzentriert sich auf diese überraschende Opern- und Musicalkarriere des Schauspielers Reichmann.
Er war ein Vollblutschauspieler, der impulsive Vitalität mit scharfem Intellekt verband und die Kunst der Nuance beherrschte. Dokumentiert ist dies heute vor allem in den mehr als 20 Filmen, in denen er unvergessliche Auftritte hatte, so u.a. in „Kirmes“ (1960, Regie Wolfgang Staudte) in der Simmel-Verfilmung „Es muss nicht immer Kaviar sein“ (1961, Regie Géza von Radvànyi), „Woyzeck“ (1979, Regie Werner Herzog), oder „Stille Tage in Clichy“ (1990, Regie Claude Chabrol). Man begegnete ihm aber auch in Fernseh-Serien und Krimis wie „Der Alte“, „Derrick“ und „Tatort“. 1968 wurde Reichmann für seinen Othello-Film mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.
Die Ausstellung beleuchtet die vielseitige Schauspielpalette Reichmanns. Die grafisch ansprechende Gestaltung zeigt den Dürrenmatt-Spezialisten neben dem virtuosen Musical-Star. Seine lebenslange Faszination für Masken kann man an originalen, von ihm selbst modellierten und geschnitzten Masken nachvollziehen, und seine Liebe für Tiere, vorzugsweise für Kakadus und Katzen, wird schmunzelnd thematisiert. An einem Mediaturm werden Filmausschnitte und Auszüge aus seinen Hörbüchern abgespielt. Zur Ausstellung erscheint im Huber Verlag Frauenfeld ein reich bebildertes Buch.
Anlässlich dieser Ausstellung wird die neue Infrastruktur für die Ausstellungsräume im Stadtarchiv eingeweiht.
Vernissage und Buchpräsentation: Dienstag, 14. September, 17.30 Uhr, Stadtarchiv Zürich, Neumarkt 4, 8001 Zürich

