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Was denken Sie über den Dachverband?

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Wir sehen den Ausländerbeirat als einen Schritt in eine konstruktive, positive Richtung. Natürlich kann es politische Rechte nicht ersetzen. Es ist eine Plattform, auf der 19 Nationen vertreten sind, die sich ausschliesslich von nicht-eingebürgerten Ausländern zusammensetzt. Schon so eine Vielfalt an einen Tisch zu bringen ist meines Erachtens ein Erfolg. Da es keine politischen Ziele verfolgt war es auch einfacher engagierte und erfahrene Schlüsselpersonen für den Beirat zu gewinnen. Profilierungsversuche, politische Schlammschlachten, Machtspiele etc. bleiben dem Ausländerbeirat fern.

Betr. Gründung eines Dachverbandes: Hier ist wichtig eine funktionierende Organisation zu schaffen. Wie oben beschrieben müssen Interessenkonflikte, Machtspiele etc. aus dem Weg geräumt sein. Als weiteres Beispiel zu einem Ausländerbeirat können Sie sich die Struktur vom ABR Winterthur anschauen. Dort ist der Präsident ein Schweizer und mehrere Schweizer sind ebenfalls vertreten.

Die Schweizer Beiräte haben Erfahrungen mit Ausländerproblemen und engen Kontakt zu den städtischen Behörden. Dies vereinfacht die Kontaktaufnahme, die Koordination, die Lösungsfindung und gibt der Arbeit evt. einen gezielten professionellen Charakter? (wobei gerade dieser Punkt wieder stark vom Erfahrungshintergrund und Wissen der Teilnehmer abhängt). Es hat aber auch Nachteile: die Ausländer sind untervertreten, es herrscht eine ‚Schweizer – Mentalität’, die Ideenfindung ist meines Erachtens nicht differenziert genug.

Der Ausländerbeirat Zürich hat auch seine Vor- und Nachteile: Positiv ist, dass so viele ausländische Gemeinschaften vertreten sind (über 90% der ausländischen Bevölkerung der Stadt Zürich), dass der Stadtrat jederzeit konsultiert werden kann und die Arbeitsweise von den Beiräten definiert wird. Es ist aber auch nicht einfach die verschiedenen Ideen, Arbeitsweisen etc. in eine effiziente und funktionierende Struktur einzubringen. Der Koordinationsaufwand ist hoch.

Die Dachorganisation, die in St. Gallen gegründet wird, kann meines Erachtens von den Erfahrungen der Ausländerbeiräte profitieren. Etwas zu definieren und zu beginnen ist der erste und meistens einfachere Schritt. Die neu erstellte Organisation zum Funktionieren zu bringen ist weitaus komplexer und verlangt ein geduldiges, nachhaltiges Vorgehen. Und immer wieder einmal einen Grillabend weit weg vom Sitzungstisch!


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