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Mai 2011

Persönlich-Kolumne: Ein grosses Danke an alle Freiwilligen

Publikation Tagblatt der Stadt Zürich

Martin Waser, Vorsteher Sozialdepartement

Martin Waser, Vorsteher Sozialdepartement

2011 ist das Europäische Jahr der Freiwilligenarbeit. Auch in der Schweiz leisten Freiwillige unverzichtbare Arbeit und schaffen den Kitt für ein gutes Zusammenleben.

Ich denke beim Stichwort Freiwilligenarbeit immer zuerst an meine Mutter. Kinder hüten, für Kranke kochen, Alte begleiten, Einsame besuchen – immer wenn sie gebraucht wurde, sprang sie ein, als wäre das selbstverständlich. Als sie vor ein paar Jahren starb, war die Kirche voll, obwohl sie keine einflussreiche Person war. Man sah auf den ersten Blick, dass unzählige Leute ihre Hilfsbereitschaft gekannt und geschätzt hatten.

Anerkennung ist für die Freiwilligen wichtig. Deshalb sollten wir im Jahr der Freiwilligenarbeit jede Gelegenheit nutzen, um allen Freiwilligen Danke zu sagen: Ihre Leistung ist nicht nur unbezahlt, sondern auch unbezahlbar, Ihre Beiträge bereichern uns alle!

Einen Knackpunkt für die Freiwilligenarbeit bedeutet die immer höhere Flexibilität, welche die Arbeitswelt erfordert. Immer weniger sind Leute in der Lage, sich für ein langfristiges und kontinuierliches Engagement zu verpflichten. Wer etwa beruflich stark engagiert ist, kann nicht immer. Wer jung und mobil ist, will sich nicht langfristig verpflichten.

Auf diese Herausforderung brauchen wir kreative Antworten – eigentlich möchten sich ja viele Leute nach wie vor engagieren. Wir müssen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Formen freiwilligen Engagements finden. Solche Möglichkeiten einzurichten, ist nicht einfach. Ich habe aber Vertrauen in die Vereine, Stiftungen und Gruppierungen, die mit Freiwilligen arbeiten, dass sie Lösungen finden. Und meistens möglich bleiben zudem kleine persönliche Hilfeleistungen im Alltag.

So bleiben schliesslich zwei Erkenntnisse. Erstens: Freiwilligenarbeit bleibt unverzichtbar. Zweitens: Sie braucht aber neue, flexiblere Formen.

Martin Waser,
Vorsteher Sozialdepartement


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