Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Einbinden statt aussortieren
Publikation Tagblatt der Stadt Zürich
Martin Waser, Vorsteher Sozialdepartement
Einen Job zu haben, bedeutet mehr als nur ein Einkommen: Wer seine Stelle verliert, verliert zugleich eine Aufgabe, einen Tagesablauf, Kollegen. Und umgekehrt gewinnen Arbeitslose viel mehr als einen Lohn, wenn sie wieder eine Beschäftigung bekommen. Weil Langzeitarbeitslosigkeit grosse persönliche Probleme für die Betroffenen und hohe Kosten für das Gemeinwesen verursacht, unterstützt die Stadt Zürich seit mehr als zwanzig Jahren Jugendliche und Erwachsene bei ihrer Integration in die Arbeitswelt.
Um mehr über die Wirkungen unserer Arbeitsintegrationsprogramme zu erfahren, haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, deren Resultate unter dem Titel «Eingebunden statt aussortiert» erschienen sind. Wenn man manchmal Leute über ihre Arbeit klagen und schimpfen hört, könnte man ja meinen, sie hätten lieber keine. Aber die Studie zeigt anhand einzelner Biografien die positiven Effekte: Eine Beschäftigung zu haben, gibt Zufriedenheit, Mut und Selbstvertrauen, soziale Kontakte und Orientierung – auch dann, wenn die Beschäftigung von der Stadt organisiert ist und der Lohn – wie bei den Teillohnjobs – zum grössten Teil aus der Sozialhilfe kommt.
Auch die Bevölkerung hat unseren Aktivitäten in der Arbeitsintegration kürzlich das Vertrauen ausgesprochen. 82 Prozent haben einer neuen Rechtsgrundlage für die Arbeitsintegration zugestimmt – ein gutes Resultat, das im Lärm der südafrikanischen Vuvuzelas und neben anderen Vorlagen ein bisschen untergegangen ist. Ich sehe das als Auftrag, zusammen mit dem Gemeinderat den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen, die Angebote aber auch immer wieder neuen Gegebenheiten anzupassen.
So bleiben schliesslich zwei Erkenntnisse. Erstens: Einen Job zu haben, heisst, dazuzugehören. Zweitens: Wir müssen auch für jene Menschen eine Beschäftigung organisieren, die im normalen Arbeitsmarkt im Moment keine Chance haben.
Martin Waser,
Vorsteher Sozialdepartement

