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Medienmitteilungen
Schul- und Sportdepartement
7. März 2011
Nachbetreuung von Jugendlichen mit Alkoholvergiftung
Kurzinterventionen im Spital und bei Fachstellen
Jede Woche landen im Kanton Zürich mehr als drei Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Alkoholvergiftung in einem Spital. Das Projekt NoTox, eine Kooperation der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme (ZFA) und der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich, will mit zeitnahen Kurzinterventionen bei den Betroffenen zur Verhaltensänderung im Umgang mit Alkohol beitragen. Derzeit wird die Zusammenarbeit mit weiteren Projektpartnern geprüft und umgesetzt.Jedes Jahr bringt die Ambulanz in der Schweiz mehr als 1700 Jugendliche und junge Erwachsene unter 23 Jahren mit Alkoholvergiftung in ein Spital. Im Kanton Zürich sind dies jede Woche durchschnittlich mehr als drei Betroffene. Zudem ist die Dunkelziffer relativ hoch, weil in der kantonalen Spitalstatistik nur die stationären Fälle erfasst werden. Die Spitäler beschränken sich aus Kapazitäts- und Kostengründen auf das Nötigste: Überleben sichern, stabilisieren, ausnüchtern. Betroffene junge Menschen weisen aber ein relevantes Risikoverhalten auf. «NoTox setzt darauf, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Nachfolge gezielt zu betreuen», zeigt Urs Rohr, Co-Projektleiter der Suchtpräventionsstelle, den Handlungsbedarf auf. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich und der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme (ZFA).
Reflexion des persönlichen Konsumverhaltens
NoTox will junge Menschen nach einer
Alkoholvergiftung dazu motivieren, ihr Konsumverhalten zu
verändern, damit ein vergleichbarer Vorfall oder eine mögliche
Suchtentwicklung vermieden werden kann. Die Intervention setzt auf
zwei Ebenen an. Ein erstes Gespräch wird vor der Entlassung der
Betroffenen durch das Notfallpersonal im Spital geführt. Von Beginn
weg war das Stadtspital Triemli als Projektpartner mit von der
Partie. «Das freiwillige Gespräch richtet sich nach einem
Fragebogen. Mit ihm beleuchten wir das Trinkverhalten der
Betroffenen, die Bedingungen, welche zur Alkoholvergiftung geführt
haben sowie das Umfeld», charakterisiert Dr. Ueli Bühlmann,
Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche im Triemlispital das
Befragungsinstrument. Ein Nachfolgegespräch findet in der Regel
innerhalb von zwei Wochen bei der ZFA oder der
Suchtpräventionsstelle statt. Im Vordergrund stehen die Reflexion
der riskanten Konsumsituation sowie die Voraussetzungen für einen
verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Je nach Gesamtsituation
und Risikoverhalten kann hier auch eine weiterführende Beratung
oder eine Vermittlung zu einer anderen Institution, wie zum
Beispiel der Jugendberatung, erfolgen.
Fallzahlen und Erfahrungen erweitern
In den ersten zwei Pilotjahren wurden im Stadtspital
Triemli 47 Jugendliche und junge Erwachsene zu ihrem Verhalten
befragt und nach ihrem individuellen Risiko eingestuft. 27 von
ihnen willigten in ein Nachfolgegespräch in den kommenden Wochen
ein, wobei nur 17 tatsächlich der Gesprächseinladung gefolgt sind.
Durch die Projektpartner konnten im Pilot gute Erfahrungen
bezüglich Prozessablauf, Fragebogen und Nachfolgegesprächen
gesammelt werden. Dani Ernst, Co-Projektleiter der ZFA, weist
darauf hin, dass die Fallzahlen für eine gezielte
Wirkungs-Evaluation zu klein waren. Die Erfahrungen müssten noch
ausgebaut werden. Im Fokus von NoTox steht deshalb, weitere
Spitäler sowie andere ambulante Notfalleinrichtungen für die
Teilnahme zu gewinnen. Eine erste Zusammenarbeit mit «Schutz &
Rettung» in der Notunterkunft am Silvesterzauber verlief so
positiv, dass sie bei kommenden Grossanlässen (Streetparade etc.)
weitergeführt wird. Als zusätzliche Herausforderung gilt es die
Motivation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen für
NoTox-Nachfolgegespräche zu verbessern sowie bei Minderjährigen die
Eltern intensiver einzubeziehen.
Thema: Soziales, Gesundheit
Organisationseinheit: Suchtpräventionsstelle

