Navigation - Schul- und Sportdepartement




Medienmitteilungen

Zurück zur Übersicht

Seite vorlesen

1. Juli 2010 - Feierliche Schluss-Sitzung der Kreisschulpflege Waidberg

Auf Ende der Amtsdauer 2006 – 2010 wurden an der Sitzung der Kreisschulpflege (KSP) vom 1. Juli 2010 elf Mitglieder für ihre Arbeit im Dienste der Schule geehrt und in feierlichem Rahmen verabschiedet.

Legislaturperiode mit Reformen
Eine intensive, von diversen Reformen geprägte Legislaturperiode geht zu Ende. Die letzten vier Jahre verlangten nicht nur von den Lehrpersonen viel ab; auch die Behördenmitglieder waren in besonderen Masse gefordert. Bereits der Start war eine Herausforderung, denn als Folge der Behördenreorganisation der Stadt Zürich wurde die Zahl der Schulpflegemitglieder auch im Waidberg halbiert. Die 25 Mitglieder begleiteten die ihnen zugeteilte Schule bei der Umsetzung des Volkschulgesetzes. Die wohl grösste Aufgabe war, und ist immer noch, die Integrative Förderung, die es möglichst allen Kindern erlauben soll, eine Regelklasse in ihrem Wohnquartier zu besuchen.

Umgestaltete Oberstufe
Nicht weniger anspruchsvoll gestaltete sich die Umgestaltung der Oberstufe. Neu werden die beiden Abteilungen Sek A und B, sowie drei Niveaugruppen in den Fächern Französisch und Mathematik geführt. Auch diesen Prozess verfolgten die Schulpflegemitglieder sehr genau.

Elternmitwirkung
Grosse Fortschritte konnten im Rahmen der Elternmitwirkung erzielt werden. In jeder der 15 Schulen im Waidberg gibt es heute einen Elternrat oder ein Elternforum. Das entsprechende Reglement wurde jeweils von den Behördenmitgliedern geprüft und abgenommen. Damit sich bereits die Kinder in der Ausübung von demokratischen Abläufen üben können, wurde gleichzeitig in jeder Schule ein Schülerrat ins Leben gerufen, auch dies unter dem aufmerksamen Blick der Behörde.

Neue Schulleitungen
Urs Berger, Schulpräsident der KSP Waidberg, verabschiedete auch die als Schulleiterinnen zurück tretenden Pia Baudet von der Schule Allenmoos und Silvia Scherrer von der Schule Milchbuck, die beide in anderer Funktion ihren Schulen erhalten bleiben. Als neue Schulleitende begrüsste er Martin Meier (Schule Allenmoos) und Barbara Kolb (Schule Milchbuck).
Zum Schluss dankte er allen Mitgliedern der Kreisschulpflege, den Schulleitenden und den Schulteams für ihren grossen Einsatz für eine starke Schule und die gute Zusammenarbeit.

Monika Weber zu Besuch
Im Anschluss an die offizielle Sitzung stellte Monika Weber, ehemalige Schulvorsteherin der Stadt Zürich, den Anwesenden Jeanne Hersch vor. Die Philosophin aus Genf, welche dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, hatte sich auch zu pädagogischen Fragen Gedanken gemacht.

Blick in die Zukunft
Die Arbeit wird den Schulbehörden nicht ausgehen; bereits im Juni wurden die künftigen Schulpflegemitglieder vom Volk gewählt. Am 13. Juli werden an der konstituierenden Sitzung alle Ämter verteilt und die neuen Mitglieder dann in obligatorischen Schulungskursen auf ihre Funktion, die sie nach den Sommerferien ausüben werden, vorbereitet.

Ruth Stössel, Aktuarin der Kreisschulpflege Waidberg


nach oben

6. November 2008 - Die Kreisschulpflege Waidberg tagt in Höngg

Die Kreisschulpflege Waidberg, zu der die Quartiere Höngg, Wipkingen, Unter- und Oberstrass gehören, traf sich am Donnerstag, 6. November unter der Leitung des Schulpräsidenten Urs Berger zu ihrer ersten Sitzung im Schuljahr 2008/ 09 im Oberstufenzentrum Lachenzelg.

Da es sich beim Schulkreis Waidberg um ein geografisch lang gezogenes Gebiet handelt, sind vor allem neuere Schulpflegemitglieder nicht immer mit allen Schulen gleichermassen vertraut. Deshalb stand an diesem Abend u. a. auch die Vorstellung zweier Schulen auf der Traktandenliste. Ursula Saâdi und Marcel Ruppen, die der Schule Riedhof/ Pünten als Co- Leitung vorstehen, stellten ihre Schuleinheit vor, der als Besonderheit zwei Schulhäuser angehören. Wichtige Punkte aus dem Leitbild dieser Schule sind gegenseitiger Respekt und Wertschätzung, sowie verschiedene Rituale, welche die Kinder durch das Schuljahr begleiten. An gemeinsamen Veranstaltungen wie Schuljahreseröffnung, Leseabend oder Sporttag wird die gut funktionierende Gemeinschaft gepflegt. Seit kurzem wird die Schule dabei vom neu gegründeten Elternforum tatkräftig unterstützt.

Die Schule Rütihof, welche ganz am Stadtrand liegt, wurde von ihrer Schulleiterin Esther Zoller vorgestellt. In dieser Schule mit einer immer grösser werdenden Kulturvielfalt, sowohl von der Herkunft der Schüler/innen wie von den Angeboten der Schule, liegt ein Schwerpunkt bei den musischen Fächern: Das Malatelier wird unter fachkundiger Leitung rege genutzt, Theaterstücke werden selber geschrieben und Musicals und Zirkusvorstellungen aufgeführt. Daneben ist das Tüftelzimmer der grosse Hit unter den Kindern. Hier können sie ihren Forscherdrang ausleben. Alle fünf Jahre wird in der Schule Rütihof ein grosses Fest organisiert, das nächste im kommenden Jahr. Dann ist diese Schule nämlich 15 Jahre alt.

Damit eine Schule funktionieren kann, spielt nebst vielem anderem auch Geld eine Rolle. Unter dem Traktandum Globalkredit wurde den Behördenmitgliedern aufgezeigt, welche Kompetenzen den einzelnen Schulen diesbezüglich heute eingeräumt werden. So können sie unter den Posten Material, Weiterbildung, Veranstaltungen, Projekte und Administratives selber ihre Schwerpunkte setzen. Selbstverständlich muss über die Ausgaben genau Buch geführt und Rechenschaft abgelegt werden.

Schliesslich behandelte die Schulpflege verschiedene Geschäfte im Zusammenhang mit der Umsetzung der Schulreformen und der Besetzung von Gremien.

Ruth Stössel-Garbely, Aktuarin der Kreisschulpflege Waidberg


nach oben

1. November 2007- Stadtrat Lauber besucht die Kreisschulpflege Waidberg

An der Sitzung der Kreisschulpflege vom 1. November nahm der Schulvorsteher von Zürich, Stadtrat Gerold Lauber teil. Sein Referat stand unter dem Titel «Die Schule im Wandel».

Ein vordringliches Anliegen ist ihm dabei die Umsetzung des neuen Volkschulgesetzes, welches das Stimmvolk vor zwei Jahren angenommen hat.
Drei Vorhaben daraus werden unter dem Namen TRIO zusammengefasst. Es sind dies: Die Förderung der Integrativen Schulung. Das heisst, jedes Kind hat Anrecht, eine Schule im eigenen Quartier zu besuchen, wo es seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert wird. Der zweite Punkt ist die neue Sekundarschule. Vorgesehen ist eine Reduktion von drei auf zwei Abteilungen, zwei Fächer werden in drei Niveaus unterrichtet, und drittens das Betreuungsangebot. Dieses wird auf Grund der heutigen Bedürfnisse massiv ausgebaut. In seinen Ausführungen bewies Lauber aber auch, dass er mit der Situation des Schulkreises Waidberg vertraut ist.

Einstimmig für das Reglement

Im Anschluss an seine Rede verfolgte der Schulvorsteher mit Interesse den weiteren Verlauf der Sitzung. Nun stellte die Kommission zur Integration fremdsprachiger Kinder ihre Tätigkeit vor. Ihre Mitglieder stehen Eltern, Lehrkräften und Behörde für Übersetzungen und Vermittlungsaufgaben zur Seite. Sie besuchen und unterstützen die Kurse in Heimatlicher Sprache und Kultur und informieren über gesellschaftliche und kulturelle Hindergründe von eingewanderten Familien. Bei ihrer Arbeit stützt sich die Kommission auch auf das Reglement, welches an diesem Abend ohne Gegenstimme verabschiedet wurde.
Alle sechzehn Schuleinheiten des Schulkreises Waidberg haben innerhalb von vier Jahren einmal die Gelegenheit ihre Schule zu präsentieren. Diesmal waren die beiden kleinsten dran: Die Schulen Hutten (Oberstrass) und Bläsi (Höngg), welche im Juni ihr hundertjähriges Bestehen feierte, wurden durch deren Schulleitung vorgestellt.

Ruth Stössel, Aktuarin der Kreisschulpflege Waidberg


nach oben

7. Februar 2006 - Sitzung der Kreisschulpflege

Behördenreorganisation
Hauptthema der Sitzung vom 7. Februar 2006 unter der Leitung ihres Präsidenten Urs Berger war die bevorstehende Behördenreorganisation. Diese muss im Rahmen der geleiteten Schulen auf das kommende Schuljahr 06/07 auch im Schulkreis Waidberg umgesetzt werden.
An diesem Abend hatten die Schulpflegerinnen und Schulpfleger in einem Richtungsentscheid darüber abzustimmen, wie die künftige, um die Hälfte reduzierte Kreisschulpflege organisiert sein soll. Ab neuem Schuljahr werden anstelle der bisher 50 Schulpflegemitglieder nur noch deren 25 im Amt sein. Einen Teil ihrer heutigen Arbeit wird ab diesem Zeitpunkt von den Schulleitungen übernommen. Trotzdem verlangt diese zahlenmässig grosse Reduktion eine sorgfältige Planung der Neuorganisation.
Eine eigens dafür eingesetzte Arbeitsgruppe hatte während der letzten Monate verschiedene Modelle ausgearbeitet, welche dem Büro (der zukünftigen Geschäftsleitung) zur Diskussion vorgelegt wurden. Das Resultat daraus stellte Urs Berger den Anwesenden vor und gab ihnen Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Vorgesehen ist eine Aufteilung des Schulkreises in fünf Aufsichtskommissionen (AK), die für je drei bis vier Schuleinheiten zuständig sind. Innerhalb der AK ist jedes Schulpflegemitglied für ein Schulhaus verantwortlich. Es besucht nebst dem regulären Unterricht auch verschiedene Anlässe des Schulhauses, führt gemeinsam mit der Schulleitung die Mitarbeiterbeurteilungen durch und nimmt zu den Jahresprogrammen der Schule Stellung. Das AK- Präsidium ist für verschiedene organisatorische Aufgaben zuständig und nimmt als stimmberechtigtes Mitglied an den Sitzungen der Geschäftsleitung teil. Das vorgeschlagene Modell fand einhellige Zustimmung.
Da im Sommer 06 die vierjährige Amtsdauer zu Ende geht, finden im Mai die Neuwahlen der Kreisschulpflege statt. Für die anspruchsvolle und zeitintensive Arbeit in dieser Behörde hat die Stadt Zürich einen Anforderungskatalog zusammengestellt. Aufgabe der Parteien wird es nun sein, die geeigneten Personen zu rekrutieren. Wie viele Sitze jeder Partei zustehen, wird durch ihre Resultate an den Gemeinderatswahlen berechnet.
Ruth Stössel, Aktuarin 1, KSP Waidberg


nach oben

24. Januar 2006 - Pädagogische Tagung «Umsetzung Integration»

Integrative Schulung:
Folgen des Volksschulgesetzes, konkrete Umsetzung, Spielräume

Am 24. Januar lud die Kreisschulpflege Waidberg zu ihrer alljährlichen pädagogischen Tagung ein. Ihr Präsident Urs Berger begrüsste die ca. 280 teilnehmenden Lehrpersonen, HortleiterInnen, KindergärtnerInnen, TherapeutInnen, Mitglieder der Kreisschulpflege und Gäste im reformierten Kirchgemeindehaus Wipkingen.
Nachdem vor einem Jahr die Chancen und Grenzen der Integrativen Schulung aus fachlicher und praktischer Sicht auf dem Programm standen, wurden diesmal in verschiedenen Referaten die Rahmenbedingungen des neuen Volksschulgesetzes beleuchtet und die konkrete Umsetzung in den einzelnen Schulen diskutiert.
Das Grundanliegen der neuen kantonalen Verordnung über die Sonderpädagogischen Massnahmen besteht darin, dass Kinder mit besonderen Förderbedürfnissen mit Unterstützung einer Förderlehrperson öfter und länger in ihrer angestammten Klasse weitergeschult werden und Platzierungen in Kleinklassen oder Sonderschulen reduziert werden können. Dieses Prinzip, mit dem die Chancengerechtigkeit für die Kinder erhöht werden soll, wird heute bereits an verschiedenen Orten mit der integrativen Schulungsform (ISF) umgesetzt. In Zukunft sollen gemäss kantonaler Verordnung Kleinklassen nicht mehr in der bisherigen grossen Anzahl und Differenziertheit geführt werden.
Nach der neuen Regelung bleiben Kinder mit Schwierigkeiten und besonderen Förderbedürfnissen vermehrt in ihrer angestammten Regelklasse, wo sie von einer heilpädagogisch ausgebildeten Förderlehrperson während einer gewissen Zeit pro Woche gezielt gefördert und unterstützt werden. Durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrkraft und HeilpädagogIn wird gewährleistet, dass das Kind eine möglichst optimale Förderung erfährt, und dies in seiner vertrauten Umgebung.
Bei der Umsetzung der Integrativen Schulung haben sich die Gemeinden an die Vorgaben des Kantons zu halten. An der Tagung viel zu reden gab der Umstand, dass das pädagogische Anliegen der vermehrten integrativen Schulung, welches gemäss Einschätzung der Fachleute mindestens gleich hohe Kosten mit sich bringt wie eine stärker separative Schulung, zeitlich zusammenfällt mit den massiven Sparvorgaben des Kantons. So muss die Stadt Zürich zwischen 2004 und 2006 rund 140 Klassen abbauen, was rund 10% aller Schulklassen entspricht. Aus den verbleibenden Stellenprozenten müssen zukünftig auch die Stellen der Förderlehrpersonen alimentiert werden, was eine weitere Erhöhung der Schülerzahl pro Klasse mit sich brächte. Der Schulpräsident Urs Berger wies die Vertretung des kantonalen Volksschulamtes an der Veranstaltung darauf hin, dass man dem Anliegen der integrativen Schulung positiv gegenüber stehe und diese auch in verschiedenen Bereich bereits praktiziere, dass deren Machbarkeit und vor allem deren Erfolg bei einem weiteren Klassen- und Stellenabbau jedoch in Fragen gestellt sei.
Claudio Tamo, der an der Veranstaltung seine Arbeit als Förderlehrperson im Schulhaus Auzelg vorstellte, und die Lehrerschaft im Schülerclub Nordstrasse, wo bereits seit vielen Jahren mit ISF gearbeitet wird, bestätigten, dass für die erfolgreiche Umsetzung eine Minimalanzahl von ISF-Stunden (sechs pro Klasse) pro Woche zur Verfügung stehen müsse.
Die Diskussion, welche die Lehrpersonen der verschiedenen Schulhäuser zusammen mit ihren Schulpflegemitgliedern führten, ergab, dass möglichst bereits im Kindergarten die Förderung einsetzen muss, wie das zum Beispiel in Finnland praktiziert wird, welches an der Pisa-Studie bekanntlich besonders gut abgeschnitten hat. Ein vollständiger Abbau der Kleinklassen wird abgelehnt; für bestimmte Kinder sind sie nach wie vor die geeignetste Schulungsform.
Die vermehrte integrative Schulungsform verstärkt die in den letzten Jahren eingesetzte Entwicklung, primär jedes Kind mit seinem Lerntypus und seinem Lerntempo individuell zu erfassen und an den Lernstoff heranzuführen und weniger von «dem Lernstoff für alle» auszugehen und ihn an «die Klasse» heranzutragen und gewisse Kinder damit zu über- oder unterfordern. Ebenfalls unterstrichen wurde, dass dies für die Lehrpersonen eine gewichtige Erweiterung ihres Berufsauftrages bedeutet und der Aus- und Weiterbildung, aber auch der verstärkten Zusammenarbeit im Team, eine grosse Bedeutung zukommt. Die Umsetzung der neuen Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen soll ab 2008 erfolgen und erfordert umfangreiche Vorarbeiten, welche Schulpflege und Lehrerschaft gemeinsam angehen werden. Gemeinsam wird man sich auch dafür einsetzen, dass die notwendigen Ressourcen dafür gewährleistet sind. Die Veranstaltung bot einen guten Auftakt dazu.
 
Ruth Stössel, Aktuarin 1 der Kreisschulpflege Waidberg


nach oben

16. Juni 2005 - Sitzung der Kreisschulpflege

Neugestaltung der Oberstufe
An ihrer letzten Sitzung im Schuljahr 2004/05 widmete sich die Kreisschulpflege Waidberg unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Urs Berger, der Situation an der Oberstufe.
Anlass dazu ist die besorgniserregende Tatsache, dass noch immer sehr viele Jugendliche keine Lehrstelle gefunden haben. Gründe dazu gibt es viele:

  • Nachfrage und Angebot klaffen weit auseinander.
  • Die Anforderungen der Wirtschaft sind in den letzten Jahren markant gestiegen.
  • Die Lehrbetriebe berücksichtigen vermehrt die reiferen Absolvent/innen des 10. Schuljahres. Dies sind bereits 40% aller Schulabgänger/innen.
Vor allem Schüler/innen mit schwächeren schulischen Leistungen, mangelnden Persönlichkeitsmerkmalen wie Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit etc., sprachlichen Defiziten sind davon betroffen und reagieren auf die vielen Absagen oft mit Resignation oder Aggression.
Welche Gegenmassnahmen sind auf städtischer und auf kantonaler Ebene nun in Vorbereitung?
Die Schule muss ihre Hoheit in der Schülerbeurteilung zurückgewinnen. Mit standardisierten Eignungstests wie «Cockpit» und «Stellwerk» kann sie den Schüler/innen wieder klare, verbindliche Leistungsausweise abgeben.
In einer individuellen Standortbestimmung im 8. Schuljahr, dem «Stellwerk», ermitteln die Schüler/innen ihr Leistungsprofil in den Fächern Mathematik, Natur und Technik, Deutsch, Französisch und Englisch, gemäss den Zielsetzungen der Lehrpläne und Lehrmittel. Das daraus resultierende Leistungsprofil zeigt auf, wo Stärken gefördert und Defizite abgebaut werden können. Im darauf folgenden Standortgespräch zwischen der Lehrperson und Schüler/innen, in das die Eltern ebenfalls miteinbezogen sind, werden die berufswahl- und laufbahnorientierten Schwerpunktsetzungen für das 9. Schuljahr getroffen und in einer schriftlichen Lernvereinbarung festgehalten, denn bei der Neugestaltung des neunten Schuljahres geht es darum, die Schüler/innen durch die nachfolgenden Zielsetzungen möglichst gut auf den Übergang ins Berufsleben oder in weiter führende Schulen vorzubereiten durch:
  • auf Schüler/innen zugeschnittene Lernangebote (Stärken ausbauen, Lücken schliessen)
  • höhere Mitverantwortung der Schüler/innen und Eltern
  • berufswahlorientierte Wahlbereiche
  • gezielte Vorbereitung auf den Übergang in die Berufswelt
  • Berufsfindung durch praxisorientierten ausserschulischen Arbeitseinsatz
  • anwendungsorientierte Abschlussarbeit, welche die individuellen Interessen und Bedürf-nisse berücksichtigt und benotet wird
  • Erwerb und Ausbau der überfachlichen Kompetenzen wie Eigenverantwortung und Sozialverhalten (Teamarbeit, Auftrittskompetenz)
Was aber geschieht mit den - glücklicherweise sehr wenigen – schulmüden oder unmotivierten Jugendlichen im 9. Schuljahr, welche im Rahmen der Schule kaum noch führbar sind?
Die Quartierschule Riedtli hat in Zusammenarbeit mit dem «Ergänzenden Arbeitsmarkt» ein Konzept entwickelt, das ihnen während eines 5-wöchigen Arbeitseinsatzes die Möglichkeit gibt, Distanz zur Schule zu gewinnen und die eigene Rolle zu überdenken. Das Ziel des Einsatzes ist die Reintegration in die Klasse. Um dies zu erreichen, arbeiten die Jugendlichen einen halben bis einen ganzen Tag pro Woche an ihrem Schulstoff. Der Arbeitseinsatz wird von einer Koordinationsperson der Schule eng begleitet. Mehrere obligatorische Gespräche, in denen die Eltern miteinbezogen sind, und ein Schlussgespräch mit der Klassenlehrkraft runden einen solchen Arbeitseinsatz ab.
Die Kreisschulpflege Waidberg wird sich weiterhin aktiv an der Schulentwicklung im Bereich Oberstufe beteiligen..
Hansrudolf Frei, Aktuar I, «Protokolle» der KSP Waidberg


nach oben

25. Januar 2005 - Pädagogische Tagung «Integrative Schulung»

25. Januar 2005
Pädagogische Tagung der Kreisschulpflege Waidberg zum Thema «Integrative Schulung – Chancen und Grenzen»

Im Kanton und in der Stadt Zürich wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein hochdifferenziertes Angebot an sonderschulischen Massnahmen entwickelt. In jüngster Zeit wird dieses aus pädagogisch-fachlicher, zunehmend auch aus finanzieller Sicht kritisch beleuchtet.
Eine Herausforderung besteht darin, für das einzelne Kind mit speziellem Förder- und Unterstützungsbedarf die entsprechenden Massnahmen abzustimmen, Prioritäten zu setzen und zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden.
Die Kreisschulpflege Waidberg unter ihrem Präsidenten, Urs Berger, hat in ihrer pädagogischen Tagung vom 25. Januar 2005 die Thematik Kleinklassen / integrative Schulung in Regelklassen ausführlich diskutiert. Mittels Referaten wurde den über 240 Teilnehmenden ein umfassender Überblick über die verschiedenen Aspekte zur integrativen Schulung vermittelt. Neben der wissenschaftlich-fachlichen Sicht wurde auch diejenige der Verwaltung, der Eltern und der Lehrkräfte beleuchtet.
Die neue Vorlage des Volksschulgesetzes sieht einen Abbau der Anzahl Kleinklassen wie auch eine Beschränkung der Typen von Kleinklassen vor. Vermehrt sollen Kinder, die eine sonderpädagogische Betreuung benötigen, Regelklassen besuchen und durch heilpädagogische Fachkräfte integrativ gefördert und unterstützt werden (ISF = Integrative Schulungsform). Gleichzeitig nimmt der Wunsch von Eltern nach einer individuellen Erfassung und Förderung des Kindes innerhalb einer Regelklasse zu.
Wie stellt sich die Lehrerschaft zu dieser Entwicklung und den damit verbundenen Erwartungen? Kann die Schule allen Elternwünschen gerecht werden? Wo sind die Grenzen der ISF?
Die Lehrpersonen der verschiedenen Stufen äussern sich dazu recht unterschiedlich. In allen Voten steht das Wohl des Kindes und seine bestmögliche Förderung im Zentrum und es wird betont, dass Integration schon im jetzigen System den täglichen Schulalltag prägt, auch wenn diese beim Ansteigen der Klassengrössen schwieriger wird.
Integrative Schulungsform (ISF) und das bestehende Kleinklassenangebot dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. So wird mehrfach darauf hingewiesen, dass auf bestimmte Kleinklassen z.B. A (= Einschulungsklasse), E (= Einschulungsklasse für Fremdsprachige) nicht verzichtet werden kann und dass Kinder mit schweren psychischen Verhaltensdefiziten bei der ISF schneller an ihre Grenzen stossen. Eine vorübergehende Einweisung in eine Kleinklasse kann dem Kind helfen und es zu einer besseren Integration befähigen.
Integration ja, aber nicht um jeden Preis! Darum müssen für Kinder, welche in der bisherigen Klasse nicht ausreichend gefördert werden können oder die für MitschülerInnen und Lehrpersonen eine zu grosse Belastung bedeuten, weiterhin Kleinklassen oder andere Gefässe zur Verfügung stehen.
Ausschliesslich positiv wird die Integration von Kindern mit Behinderungen in Regelklassen beurteilt. Beispiele zeigen, dass die Rücksichtnahme für alle Beteiligten zur Bereicherung wird und durch organisatorische Massnahmen auch Sporttage, Ausflüge und Klassenlager möglich sind.
Die Klassen der Oberstufen sind durch Umstufungen und Querversetzungen schon jetzt stark gefordert, so dass - bei den jetzigen Klassengrössen - Kleinklassen für kaum integrierbare SchülerInnen als unverzichtbar bezeichnet werden. Zudem steht die Frage im Raum, wie ISF-Kinder beim Übertritt in die Oberstufe weiter unterstützt werden können.
Das Schulhaus Nordstrasse ist die einzige Schuleinheit im Schulkreis Waidberg mit einer ISF. Die Erfahrungen sind durchwegs gut und die damit verbundene enge Zusammenarbeit im Team wird als entlastend empfunden.
ISF oder Kleinklassen? Die Diskussionen haben gezeigt, dass es nach wie vor beides braucht und dass auf keine Form verzichtet werden kann. ISF ja, soweit wie möglich und für das einzelne Kind sinnvoll. Auch weiterhin muss bei jedem Kind unter Inanspruchnahme von Fachpersonen differenziert abgeklärt werden, wie es am wirkungsvollsten gefördert werden kann. Die Zukunft weist eindeutig in Richtung einer Verstärkung der Integrativen Schulungsform.

Hansrudolf Frei, Aktuar 1 der Kreisschulpflege Waidberg


nach oben

30. September 2004 - Sitzung der Kreisschulpflege

Elternmitwirkung an der Volksschule
Brücken bauen zwischen Schule und Elternhaus

Die Schule in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren sehr verändert und entwickelt sich immer weiter. Schweizer Schulen sind gute Schulen, die den Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung und eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben bieten.
Im Laufe der Jahre musste die Schule immer mehr erzieherische Aufgaben übernehmen. Es sind neue Themen dazugekommen wie

  • zusätzliche Fremdsprachen, Computer
  • Umgang mit Gewalt und Konflikten
  • Ernährung und Gesundheitsförderung
  • Suchtprävention
  • Verkehrserziehung
  • Zusammenleben mit verschiedenen Kulturen
Die Eltern sind für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Sie wollen das Beste für ihr Kind. Was aber ist das Beste?
Welches sind nun die Aufgaben der Schule und welche Aufgaben haben die Eltern? Eltern haben viele Erwartungen an die Schule, können diese erfüllt werden? Wo müssen Schule und Eltern zusammenarbeiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen? Welche Werte gelten für alle? Wie können schwierige Situationen gemeinsam gelöst werden? Wie können Eltern, die aus einer andern Kultur kommen und die deutsche Sprache nicht beherrschen, mit der Schule zusammenarbeiten?
Die Kreisschulpflege Waidberg unter ihrem Präsidenten, Urs Berger, hat in ihrer Herbstsitzung vom 30. September 2004 das Thema Elternmitwirkung in den Mittelpunkt gestellt und als Fachreferentin Frau Maya Mulle, Leiterin der Fachstelle Elternmitwirkung, eingeladen.
In ihrem Referat zeigte Frau Mulle die Möglichkeiten der institutionalisierten Elternmitwirkung in Form von Elternrat, Elternforum, Elternstammtisch oder in Kombinationen. In allen Formen geht es immer um Themen, die eine Klasse, ein Schulhaus (oder eine Gemeinde) interessieren. Im Zentrum stehen Fragen aus den Bereichen Erziehung, Bildung und Gesundheitsförderung. Fragen, die einzelne Kinder betreffen, sollen auch weiterhin mit der Klassenlehrperson besprochen werden.
Elternmitwirkung ist Teil der Schulentwicklung. Sie
  • fasst einzelne Eltern zur Elternschaft zusammen,
  • fördert die Identifikation der Eltern mit der Schule ihrer Kinder,
  • unterstützt die Integration und
  • gibt der Schule ein Feedback von Betroffenen.
Elternmitwirkung bedeutet engagierten Einsatz für eine gesunde Schule, in der
  • Kinder, Jugendliche und Eltern zufrieden sind,
  • Schülerinnen und Schüler motiviert sind, Leistungen zu erbringen,
  • Lehrpersonen mit guten Rahmenbedingungen arbeiten und
  • Betroffene zu Beteiligten werden.
Elternmitwirkung hat auch ihre klaren Grenzen. Pädagogisch-didaktische Fragen, Personalfragen, Mitarbeiterbeurteilungen, Stundenpläne, Lehrmittel, Klassenzuteilungen, Schulaufsicht, Einzelinteressen gehören nicht dazu.
Elternmitwirkung fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Lehrpersonen, Eltern, und Behörden, schafft eine gute Gesprächskultur und Vertrauen, unterstützt die Integration und trägt bei zu einer guten Schulkultur. Sie ist Teil der Schulentwicklung und unterstützt die Qualitätsentwicklung.
Hansrudolf Frei, Aktuar I «Protokolle» der KSP Waidberg


nach oben

15. Juni 2004 - Sitzung der Kreisschulpflege

Die Kreisschulpflege Waidberg gibt sich eine neue Organisationsstruktur
Am 15. Juni 2004 tagte die Kreisschulpflege Waidberg unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Urs Berger, zu ihrer letzten Sitzung im Schuljahr 2003/04.
Im ersten Teil kamen die Mitglieder der Schulpflege in den Genuss eines kurzen Konzertes des Violin-Ensembles «Cellissimo» der Jugendmusikschule Waidberg. Deren Leiterin, Rita Borer, stellte die verschiedenen Angebote der Jugendmusikschule vor.
Im zweiten Teil befasste sich die Kreisschulpflege mit ihrer Organisationsstruktur. Nach dem deutlichen Volksentscheid für die definitive Einführung von Schulleitungen amten im kommenden Schuljahr nun in sämtlichen Schuleinheiten anstelle der Hausvorstehenden Schulleitungen mit vermehrten Kompetenzen.
Dadurch hat sich auch der Aufgabenbereich der Schulbehörden stark verändert. Anstelle der bisherigen vier Quartierspräsidien ist für die Übergangsphase 2004 – 2006 für jede Schuleinheit eine Aufsichts- oder Begleitkommission zuständig. Diese sind unter anderem für folgende Hauptaufgabenbereiche verantwortlich:
 

  • Beaufsichtigung der Schuleinheit als Ganzes (Qualitätskontrolle)
  • Schulbesuche bei sämtlichen Klassenlehrpersonen, Fachlehrkräften, Kindergärtnerinnen und HortleiterInnen
  • Begleitung und Beaufsichtigung der Umsetzung des Betriebskonzeptes
  • Stellungnahme zu Konzeptänderungen oder neuen Detailkonzepten
  • Abnahme der Jahresberichte
  • Mitwirkung bei Konfliktlösungen gemäss Betriebskonzept (erste Ansprechperson für die Eltern bleibt immer die entsprechende Lehrperson, zweite ist allenfalls die Schulleitung).
Die folgenden Mitglieder der KSP Waidberg wurden einstimmig zu Präsidentinnen / Präsidenten der Betriebs- bzw. Aufsichtskommissionen gewählt:


Mitglieder der KSP Waidberg

Rütihof  Monika Kürsteiner
Riedhof Louis Lang
Lachenzelg Monika Kürsteiner
Vogtsrain Irmgard Eisenring
Bläsi Corina Siegenthaler
Am Wasser Monika Sacher
Waidhalde Ueli Stahel
Nordstrasse Ueli Stahel
Letten Jörg Siegrist
Allenmoos Reni Huber
Milchbuck A Reni Huber
Milchbuck B Esther Rimann
Turner/Rösli/Weinberg Ursula Meier
Riedtli Karin Thalmann
Scherr Marianne Steinlin
Hutten Barbara Nakano

 
Am Schluss der Sitzung orientierte Urs Berger über die Auswirkungen der angeordneten Sparmassnahmen im Schulkreis Waidberg. Diese machten zwei Kündigungen notwendig. Für die nächsten beiden Jahre müssen weitere Lehrstellen reduziert werden. Bei der gegenwärtig bedeutend geringeren Fluktuation sind leider auch in diesen Jahren Kündigungen nicht auszuschliessen. Schliesslich bedankte sich der Schulpräsident bei Schulpflege und Lehrerschaft für die Tätigkeit im zu Ende gehenden Schuljahr.
Hansrudolf Frei, Aktuar I «Protokolle» der KSP Waidberg


nach oben

27. Januar 2004 - Pädagogische Tagung «Frühenglisch»

Pädagogische Tagung der Kreisschulpflege Waidberg zum Thema «Einführung Frühenglisch an der Primarschule»
Im gefüllten Saal des Kirchgemeindehauses Oberstrass konnte Urs Berger, Präsident der Kreisschulpflege Waidberg, am 27. Jan. 2004 gegen 150 interessierte Mitglieder der Schulpflege und Lehrkräfte begrüssen.
Mit dem Bildungsratsbeschluss vom 14.3.03 liegt nun fest, dass Englisch ab der Unterstufe schon bald obligatorisch ist. Die Einführung beginnt voraussichtlich im Schuljahr 2005/06 mit den 2. oder 3. Klassen. Als Einstieg findet eine Sprachbegegnung mit Englisch statt. In der dritten Klasse beginnt der themenbasierte Englischunterricht.
Das frühe Lernen einer fremden Sprache kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Unterrichtsinhalte interessant sind und stufengemäss unterrichtet werden. Die Verknüpfung des Sprachunterrichts mit bildungsrelevanten Themen – heute als «content and language integratetd learning» (CLIL) bezeichnet, kann vor allem in jenen Fächern gelingen, die echte Kommunikationssituationen anbieten und mit der Sach- und Alltagswelt der Kinder verknüpft sind.
Die zentrale Frage des Abends war daher nicht, wer die Einführung an der Primarschule begrüsst oder wer nicht. Es ging ausschliesslich darum, was durch Schulbehörden und Lehrkräfte vorzukehren ist, damit die Einführung erfolgreich durchgeführt werden kann.
Regine Fretz, Abteilungsleiterin im Volksschulamt der Bildungsdirektion, äussert sich zu grundsätzlichen und organisatorischen Fragen, die der Bildungsrat dieses Frühjahr noch zu beschliessen hat. Aufgrund des Zeitdruckes muss mit einem flexiblen Zeitplan für die Einführung in Gemeinden und Schulkreisen gerechnet werden. Der vorgesehene Abbau im Fach Mensch und Umwelt könnte sich verringern. Sie spricht sich für einfache Lernziele, klar definierte Zeitgefässe und obligatorische Lehrmittel aus. Die Zusatzausbildung ist freiwillig, ein Fächerabtausch (an Fachlehrpersonen) möglich. Zudem sind zeitliche Schwerpunkte inner-halb der Primarschule wichtig.
Für Brigitte Achermann von der Pädagogischen Hochschule ist es wichtig, dass Kinder bereits im Unterstufenalter mit dem Erwerb der ersten Fremdsprache starten können und Französich weiterhin in der 5. Klasse, neu aber als zweite Fremdsprache eingeführt wird. Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen wären die Kinder dazu auch fähig und würden nicht überfordert.
Vertreter/innen der Lehrkräfte sämtlicher Stufen äussern sich zum Teil skeptisch zu den vorgesehenen Rahmenbedingungen. Ihre Einwände konzentrieren sich in erster Linie gegen die CLIL-Methode, welche einen soliden Sprachaufbau nicht gewährleisten könne, den formalen Teil der Sprache zu wenig beachte, begabtere Schüler/innen bevorzuge, schwächere überfordere und riesige Leistungsunterschiede erzeuge. Zudem erfordere diese überaus anspruchsvolle Methode eine grosse sprachliche Kompetenz und könne glaubhaft fast nur durch muttersprachliche Lehrkräfte erteilt werden.
Monika Sacher und Werner Beerle äussern sich als Mitglieder der KSP zur Einführung des Frühenglisch. Dieser Entscheid ist aus der Sicht der Eltern und Kinder gut, zukunftgerichtet und vorbehaltlos zu begrüssen. Die Alternative wäre der Besuch von privaten Kursen, was die Chancengleichheit gefährde und zu einer Volksschule mit «zwei Klassen» führe. Unsere Gesellschaft braucht umfassend ausgebildete Jugendliche und Englisch wird im beruflichen Alltag immer wichtiger.
Zum Schluss berichtet Emil Hehli von den Erfahrungen mit der Umsetzung des Frühenglisch im Kanton Appenzell. Seit gut zwei Jahren wird Englisch an der Primarschule, Französisch ab der Oberstufe erteilt. Frühenglisch geniesst bei Kindern, Lehrpersonen und Eltern eine hohe Akzeptanz. Die Leistungen der Schüler/innen überzeugen. Die Lehrkräfte kamen in den Genuss einer soliden Ausbildung und werden von den Behörden tatkräftig unterstützt.
In der Schlussrunde befürworten Schulpflege und Lehrpersonen die Einführung des Frühenglisch. Dies wurde der Bildungsdirektion in einer Stellungnahme der KSP Waidberg vom 29.10.03 auch klar mitgeteilt. Allerdings wurde schon dort festgehalten, dass die KSP die Einführung nur dann befürworten kann, wenn
 

  • die strukturellen Voraussetzungen (geleitete Schulen, Blockzeiten) geschaffen sind,
  • die Übernahme der direkten und der versteckten Mehrkosten durch den Kanton gesichert ist,
  • die Frage der Ausbildung der Lehrkräfte, des methodischen Ansatzes und der Auswirkungen auf schwächere Schüler/innen geklärt sind.
Zürich, 28. Januar 2004
Hansrudolf Frei, Aktuar I «Protokolle» der KSP Waidberg


nach oben

13. März 2003 - Pädagogische Tagung «Spracherwerb»

Schulkreis Waidberg
Pädagogische Tagung zum Thema «Spracherwerb und Standardsprache»

Im gefüllten Saal des Kirchgemeindehauses Oberstrass konnte Urs Berger, Präsident der Kreisschulpflege Waidberg, am 13. März 2003 gegen 200 interessierte Mitglieder der Schulpflege und Lehrkräfte begrüssen. Dass die Tagung einen derart grossen Anklang gefunden hatte, lag nicht nur am aktuellen Tagungsthema, sondern auch an einem ausgewiesenen und kompetenten Referententeam und dem Wechselspiel zwischen fundierten Fachreferaten und gelebter Praxis im Alltag des Schulkreises Waidberg.
Urs Moser, Leiter Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung an der Uni Zürich beurteilte die PISA-Ergebnisse der Schweiz, in der die schulische Leistung von 4500 15jährigen Jugendlichen international verglichen worden sind, sehr differenziert. Signifikant sind die Unterschiede zwischen den Ergebnissen im Lesen und in der Mathematik. Der schlechte Rang der Schweiz im Lesen muss denn auch nicht zwingend auf die Qualität des Bildungssystems zurückgeführt werden, denn in der Mathematik gehören wir ja immer noch zu den besten. Hingegen haben wir ein Problem mit der Standardsprache und es stimmt, dass der Anteil der Kinder aus immigrierten Familien bei uns vergleichsweise hoch ist. Daraus folgert Moser die Wichtigkeit, dass Kinder aus immigrierten Familien als Teil unserer zukünftigen Gesellschaft ihr Leistungspotential voll ausschöpfen können. Die Sprachförderung muss deshalb so früh wie möglich einsetzen. Dazu gehören – wie in den USA erfolg-reich durchgeführt:

  • Detaillierte Lehrpläne für Sprachentwicklung, die den Lernerfolg überprüfen lassen.
  • Die besondere Gewichtung von «Geschichten Erzählen» und «Geschichten Nacherzählen»
  • Regelmässige Tests zur Überprüfung des Lesefortschritts
  • Unterstützungsteams für den Support von Lehrpersonen
  • Ausbildung der Eltern in der Unterstützung ihrer Kinder zu Hause.
Die Orientierung an den Besten «benchmarks» sollte integraler Bestandteil des Lehr-Lern-Prozesses sein, und die Einführung leistungsorientierter Qualitätssysteme sollte ernsthaft geprüft werden.
Im Schulkreis Waidberg werden zur Zeit an diversen Klassen und in einigen Schulhäusern Sprachförderungsprojekte durchgeführt. Drei Beispiele:
  • Sprachförderung im Hort als Teilprojekt QUIMS (= Qualität in multikulturellen Schulen),
  • Sprachförderungsprojekte an allen Primarklassen für ganzheitliche Sprachförderung in projektartigem Unterricht und in bedürfnisorientiertem Sprachtraining,
  • Eintauchen in die eigene Lesewelt und schreiben einer eigenen Lesebiografie zur Förde-rung der Freude am Lesen.
Peter Sieber, Prorektor der Pädagogischen Hochschule und Sprachdidaktiker, befasst sich in seinem Referat mit der Bedeutung der Förderung der Standardsprache. Spracherwerb kann man nicht lehren, nur lernen. Ein optimaler schulischer Spracherwerb ist möglich:
  • in einer angstfreien Atmosphäre,
  • bei guter, verständlicher und reichhaltiger sprachlicher Vorgabe,
  • bei vielfältigen Handlungssituationen,
  • mit bewusster Förderung von Strategien und Sprachaufmerksamkeiten.
Fehler sollen von einem positiven Standpunkt aus beurteilt werden, d.h. eine andere «Fehler-Kultur» ist notwendig und Lehrkräfte müssen sich bewusst sein, dass jeder Unterricht auch Sprachunterricht ist. Lehrpersonen sind Sprachvorbilder. Sprachförderung in unserer Sprachsituation muss ganz speziell die Förderung des Hochdeutschen beinhalten.
Claudia Neugebauer, Dozentin Fachbereich Deutsch als Zweitsprache, stellt in einem Gespräch mit einer Kindergärtnerin und einer Unterstufenlehrerin aus Schlieren den Versuch vor: «Ein Jahr Hochdeutsch innerhalb des Stundenplans, d.h. auch in der Pause».
Als «nichtmusikalische» Einlage zwischen den Referaten bereicherte der Kammersprechchor Zürich die Tagung.
In seinem Schlusswort weist Urs Berger auf zwei «Kernaussagen» hin, die ihm besonders wichtig sind:
  • lernen in einer angstfreien Atmosphäre
  • sich an den Besten zu orientieren aber gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die weniger Guten nicht entmutigt werden und verstummen!
Hansrudolf Frei, Aktuar I «Protokolle» der KSP Waidberg


nach oben

Zurück zur Übersicht

Seite drucken    nach oben


Weitere Informationen

Kontakt

Kreisschulpflege Waidberg

Rotbuchstrasse 42
8037 Zürich
Telefon 044 413 82 00
Fax 044 413 82 01

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag
08:30-11:30 + 13:30-16:00

Kontaktformular

Lageplan: Kreisschulpflege Waidberg, Rotbuchstrasse  42

Plan vergrössern
Fahrplan nach Zürich, Nürenbergstrasse