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Departement der Industriellen Betriebe
Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

9. Oktober 2012

Innovative Technologie misst Zugänglichkeit der Bahnhöfe

Evaluation von Wegbeziehungen am Zürcher Hauptbahnhof

Wo wird es für die Bevölkerung eng am Hauptbahnhof, woher strömen die Menschen in den Bahnhof, wohin gehen sie und wo staut es? Diese Fragen soll eine neue Technologie beantworten, die frei verfügbare Signale von Mobiltelefonen ortet. Die erhobenen Daten geben Rückschlüsse dazu, wie sich die Zugänglichkeit des grössten Schweizer Bahnhofs verbessern lässt.

Die Situation des Fuss- und Veloverkehrs an den Zürcher S-Bahnhöfen und dem Hauptbahnhof ist heute teilweise nicht optimal. Vor allem in den Spitzenstunden bilden sich Engpässe. Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie ab Mitte 2014 werden die meisten Zürcher Bahnhöfe noch intensiver genutzt.

Die am 2. November 2011 überwiesene dringliche Motion GR 2011/222 zur Verbesserung der Zugänglichkeit der Zürcher S-Bahnhöfe fordert Abhilfe. Die Motionärinnen und Motionäre verlangen, zusätzlichen Platz für den Fuss- und Veloverkehr zu schaffen.

Zur Erhebung von Verkehrsmengen und -beziehungen sowie zur Identifikation von Konfliktpunkten nutzt das Tiefbauamt der Stadt Zürich eine innovative Technologie, die am Zürcher Hauptbahnhof getestet wird. Mit der Unterstützung von SBB und VBZ werden im Oktober entlang wichtiger Zugangswege sowie im Hauptbahnhof insgesamt 26 Messboxen installiert, die frei verfügbare Bluetooth- oder WLAN-Signale von Kommunikationsgeräten wie Mobiltelefonen empfangen. Die registrierten Signale erlauben Rückschlüsse auf Wegbeziehungen. Die Resultate der Erhebungen dienen einerseits dem Verständnis der vielschichtigen Verkehrsbeziehungen an einem komplexen Verkehrsknoten wie dem Zürcher Hauptbahnhof. Andererseits geben die Kennwerte Hinweise zu den bereits heute stark belasteten Zu- und Abgängen und zu dringenden baulichen Massnahmen, um die Zugänglichkeit für möglichst viele Personen spürbar zu verbessern. Eine angepasste Einteilung des Platzes soll bestehende oder absehbare Konflikte entschärfen und die Sicherheit sowie das Sicherheitsempfinden für den Fuss- und Veloverkehr steigern. Die ersten Erkenntnisse der Erhebung werden für die erste Jahreshälfte 2013 erwartet.

Für die Auswertung ist nicht die Mobilität von Individuen ausschlaggebend, sondern die Alltagsmobilität der Bevölkerung und die im Alltag zurückgelegten Wege am Hauptbahnhof. Die Ortung der frei verfügbaren Signale ist aus auch personen- und datenschutzrechtlicher Sicht unbedenklich, da weder Rückschlüsse auf die Identität der Person noch auf Inhalte eines Mobiltelefons möglich sind.

Die gesammelten Erfahrungen sind zudem im Zusammenhang mit dem kürzlich vorgestellten Programm «Stadtverkehr 2025» hilfreich: Um mehr über die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung zu erfahren, werden Daten bezüglich Verkehrsmengen und Bewegungen der Verkehrsteilnehmenden insbesondere an neuralgischen Punkten wie etwa dem Zürcher HB benötigt.




Thema: Transport und Verkehr

Organisationseinheit: Verkehrsbetriebe, Tiefbauamt


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