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Villa Patumbah

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Impressionen Villa Patumbah (Bilder: Baugeschichtliches Archiv)



Beschreibung

Rund 20 Jahre wurde um das Schicksal des Patumbah-Parks aus dem späten 19. Jahrhundert gerungen. Seit 2010 wird nun entlang der Parkränder gebaut, aber mit der Absicht, ein spannungsvolles, neues Ganzes zu schaffen. Dies wird aus der Villa, dem Herzstück des Landschaftsparks von Evariste Mertens und Neubauten entlang der Strassen, welche grosszügige, familienfreundliche Wohnungen und einen Hammam enthalten, bestehen.


Entwicklung

Die Geschichte um die Entstehung der Villa Patumbah mutet exotisch an. Der Zürcher Kaufmann Karl Fürchtegott Grob kam als Teilhaber einer Tabakplantage auf Sumatra zu enormen Reichtum. Nach elf Jahren kehrte er zurück und kaufte an der Zollikerstrasse ein grosses Grundstück. Er beauftragte 1883 die Architekten Alfred Chiodera und Theophil Tschudi mit dem Bau einer Villa im üppig kolonialistischen Stil. In Erinnerung an seine Zeit auf Sumatra nannte er sie «Patumbah», was auf malaiisch «Ersehntes Land» bedeutet.

Für die Gestaltung der Parkanlage engagierte Grob den Gartenkünstler Evariste Mertens, der hier die klassische Landschaftsgarten-Theorie im helvetischen Massstab umsetzte: Villennahe Schmuckpartien, weite landschaftliche Räume und ein grosser Nutzgarten reihen sich entlang eines bretzelförmig geschwungenen Wegenetzes.

1885 konnte nur der hausnahe Teil realisiert werden, da im unteren Teil der Riesbachtunnel Stadelhofen - Tiefenbrunnen in offener Bauweise erstellt wurde. Mertens projektierte die Gesamtanlage 1890 fertig und erstellte sie im Folgejahr.

1910 schenkten die Töchter Grobs das Anwesen dem Diakoniewerk Neumünster. Die Villa wurde zum Altersheim. Von ständiger Geldknappheit geplagt, verkauften die Diakonissinnen 1929 den nördlichen Parkteil als Bauland. Ein oberhalb der Zollikerstrasse wohnhafter Nachbar kaufte das Grundstück und behielt es als Gartenland.

1977 reichten die Diakonissinnen ein Abbruchgesuch für die Villa ein und planten, an ihrer Stelle ein zeitgemässes Altersheim zu bauen. Die Stadt erwarb daraufhin die Villa mit dem halben Park, stellte das Gebäude unter Denkmalschutz und bot den Diakonissinnen an, im unteren Parkteil an der Mühlebachstrasse zu bauen. Diese Pläne vereitelte die Volksinitiative «Pro Patumbah-Park», welche gegen die Empfehlung von Stadt- und Gemeinderat 1985 angenommen wurde und den halben, städtischen Park in die Freihaltezone umteilte. Ende der 1980er-Jahre wurde die städtische Parkhälfte nach den Plänen von Evariste Mertens in Stand gestellt und teilweise rekonstruiert.

Gerettet war damit aber nur die kleinere Hälfte des ursprünglichen Landschaftsparks. Nachdem die von der Stadt angestrebte Unterschutzstellung der privaten Parkhälfte vor allen Gerichtsinstanzen gescheitert war und Überbauungspläne vorlagen, wurde 1995 die private «Stiftung zur Erhaltung des Patumbah-Parks» (heute Stiftung Patumbah) gegründet, die sich um den Erwerb der privaten Parkhälfte wie auch um die dringende Sanierung der Villa bemühte.

Trotz jahrelanger Arbeit gelang es der Stiftung nicht, das nötige Geld für den Kauf der privaten Parkparzelle zusammenzubringen. Sie fand jedoch eine Käuferin, die nicht eine maximale Ausnützung anstrebt, sondern mit einer Überbauung an den Rändern die zentrale landschaftliche Parkkammer mit dem umfassenden, bretzelförmigen Wegnetz bewahrt. Vorgesehen ist, diese Parkkammer mit dem städtischen Parkteil zu vereinen und der Öffentlichkeit tagsüber zugänglich zu machen.

Die Stadt übertrug der Stiftung die Villa mit der Verpflichtung, das Schutzobjekt zu renovieren. In der Villa soll ein Zentrum für Baukultur entstehen, das vom Schweizer Heimatschutz geführt wird. Er wird im Haus auch seinen Geschäftssitz einrichten.

Noch sind die Bauarbeiten in vollem Gang. Spätestens 2013 sollten aber die zwei Parkhälften wieder vereint und die Villa als Zentrum für Baukultur eröffnet sein.


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Nutzung

Historische Parkanlage mit altem Baumbestand, Brunnenbassin mit echten Riesenmuscheln aus Sumatra, Pavillon. Der Park wird nachts geschlossen, die Öffnungszeiten variieren mit den Jahreszeiten.


Besonderes

Die Villa Patumbah ist ein Gartendenkmal.


Wegbeschrieb

Zollikerstrasse, Mühlebachstrasse
Tram 2, 4 oder Bus 33 bis Fröhlichstrasse; Bus 33, 77 bis Botanischer Garten

Lageplan


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