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Interdisziplinäre Gebärmutterkrebs-Behandlung

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Weltweit steht der Gebärmutterkrebs an siebter Stelle der Krebserkrankungen bei der Frau. In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kliniken des Stadtspitals Triemli behandeln wir Gebärmutterkrebs nach dem neuesten Stand der Evidenz (nach klinisch überprüften Erkenntnissen), patientenorientiert und unter Berücksichtigung der psychosozialen Gegebenheiten.

Im Stadtspital Triemli werden die Gegebenheiten und Therapien einer jeden Krebserkrankung an einem Tumorboard (Gremium von Fachleuten verschieder Fachrichtungen) vorgestellt und besprochen. An den regelmässigen interdisziplinären Tumorfallbesprechungen nehmen die Chefärzte und Chefärztinnen der verantwortlichen Kliniken teil. Beim Gebärmutterkrebs sind das die FrauenärztInnen, die Medizinischen OnkologInnen, die RadioonkologInnen, die PathologInnen und gegebenenfalls die RadiologInnen.

Die Entscheidungen werden den internationalen Richtlinien folgend gefällt, wobei auf den Respekt vor der individuellen Situation jeder einzelnen Patientin grossen Wert gelegt wird. Wichtige Voraussetzung ist eine gute und sehr enge Zusammenarbeit der behandelnden Ärztinnen und Ärzte.


Verschiedene Arten von Gebärmutterkrebs

Die Krebserkrankungen der Gebärmutter werden eingeteilt nach dem Ort der Entstehung. So wird der Krebs des Gebärmutterkörpers (Corpus uteri) und des Gebärmutterhalses (Cervix uteri) unterschieden. Der Gebärmutterhalskrebs wird in einem gesonderten Kapitel behandelt.

Im Folgenden möchten wir Ihnen mögliche Fragen zum Thema Gebärmutterkrebs beantworten. Falls Sie von diesem Leiden betroffen sind und weitere Informationen wünschen, bitten wir Sie, über die Telefonnummer 044 466 11 11 einen Termin in der Sprechstunde der Chefärztinnen oder des Chefarztstellvertreters in der Frauenklinik zu vereinbaren.


Wie häufig ist der Gebärmutterkrebs?

Nicht in allen Ländern ist die Häufigkeit gleich hoch. In Nordamerika und den westeuropäischen Ländern sind 10 bis 15 pro 100'000 Frauen jährlich betroffen.

Obwohl es sich beim Gebärmutterkrebs um eine bösartige Erkrankung handelt, ist die Überlebenschance  nach einer Standardtherapie gut. So ist der Gebärmutterkrebs lediglich für 2.7% aller krebsbedingten Todesfälle bei Frauen verantwortlich.


Wie wird ein Befund erkannt?

Das wichtigste Zeichen ist die wiedereinsetzende vaginale Blutung bei Frauen, welche bereits die Abänderung abgeschlossen haben. Bei Frauen, welche noch vor der Abänderung stehen, können Blutungsstörungen, d.h. zu lange oder sehr unregelmässige Blutungen ein Zeichen einer Gewebeveränderung der Gebärmutter sein. Treten solche Symptome auf, sollten Sie sich melden und eine ärztliche Untersuchung durchführen lassen.


Wie kann die Diagnose gestellt werden?

Neben der frauenärztlichen Untersuchung gilt heute die Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter als Standardverfahren in der weiteren Diagnostik. Werden dabei Auffälligkeiten im Bereiche der Gebärmutter gesehen, werden die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und eine Gewebeentnahme aus der Gebärmutter mittels Ausschabung (Curettage) durchgeführt.

Die definitive Diagnose kann dann nach der Untersuchung dieses Gewebes unter dem Mikroskop gestellt werden.


Wie verläuft die Operation bei einem bösartigen Gebärmuttertumor?

Bei Patientinnen, welche keine schweren Nebenerkrankungen haben, wird nach definitiver Diagnose in der Regel zur Operation geraten. Bei dieser Operation wird durch die Schlüsselloch-Chirurgiemethode, d.h. mit lediglich kleinen Einstichen oder, falls notwendig, durch die Eröffnung des Bauches folgende Operation durchgeführt:

  • Gebärmutterentfernung mit Eierstöcken
  • Bei fortgeschritteneren Stadien oder aggressiven Tumoren:
    Entfernung der Lymphknoten aus dem Becken und neben der Bauchschlagader (Aorta und Vena cava)
  • Entnahme von Tumorherden, welche im Abdomen sichtbar sind
  • Je nach Tumortyp auch Entnahme des Bauchnetzes und des Blinddarms

Wie lange dauert eine solche Operation?

Die Operation dauert zwischen 60 und 180 Minuten. Falls ein ausgedehnter Tumorbefall vorliegt eventuell länger.


Wie wird das Tumorgewebe untersucht?

Die entnommenen Organe werden im Stadtspital Triemli in das Pathologische Institut des Stadtspitals Triemli geschickt und gemäss der WHO-Klassifikation zur Tumortypisierung und der pTNM-Klassifikation zur Stadieneinteilung beurteilt. Danach liegen folgende Befunde vor:

  • Tumortyp (WHO)
  • Tumordifferenzierung (grading, WHO)
  • Stadium (pTNM)
  • Infiltrationstiefe des Tumors
  • Weitere Befunde in der Gebärmutter
  • Lymph- oder Blutgefässeinbrüche
  • Zahl der Lymphknoten
  • Zahl der befallenen Lymphknoten
  • Grösse und Durchmesser der Lymphknotenmetastasen,
    falls solche vorliegen
  • Vorliegen von Kapseldurchbrüchen bei
    Lymphknotenmetastasen

Wie geht es nach der Operation weiter?

Ein grosser Vorteil für Patientinnen ist die im Stadtspital Triemli vorhanden interdisziplinäre Zusammenarbeit. Um die wirkungsvollste Therapie bei einer Brustkrebserkrankung fest zu legen, besprechen sich die Chefärzte und Chefärztinnen der Gynäkologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie, Nuklearmedizin und Radioonkologie im Rahmen des Tumorboards. Vom ersten Verdacht bis zum Abschluss der Behandlung profitieren die Patientinnen, unabhängig von der Versicherungsklasse, von einer umfassenden und konstanten Betreuung durch Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen der verschiedenen Kliniken und Institute am Triemli.


Wann ist eine Chemotherapie nötig?

Wenn das Risiko besteht, dass noch Tumorzellen im Körper vorhanden sind, ist eine Therapie mit Medikamenten wichtig, die diese Tumorzellen vernichtet. So können wir die Chance auf eine Heilung bei Gebärmutterkrebs verbessern.


Wie werden die Patientinnen auf eine Chemotherapie vorbereitet?

Vor einer solchen Therapie werden die Vorteile gegenüber den Nebenwirkungen mit den Betroffenen ausführlich besprochen. Hier arbeiten der betreuende Frauenarzt, die Frauenärztin eng mit den Onkologen zusammen.


Wie läuft eine solche Chemotherapie ab?

Die Chemotherapie erfolgt in der Regel ambulant in der Frauenklinik. Frauenärztinnen betreuen gemeinsam mit den Onkologen die Patientinnen. Diese erhalten nach der gründlichen Untersuchung und Vorbesprechung meistens alle drei Wochen eine Infusion. Schon früh werden notwendige Medikamente gegen mögliche Nebenwirkungen verschrieben. In seltenen Fällen, bei denen weitere Erkrankungen während einer Chemotherapie auftreten, können die Patientinnen jederzeit wieder im Triemli hospitalisiert werden.


Wann ist eine Bestrahlung angezeigt?

In gewissen Fällen wird die Strahlentherapie zur Senkung des Rückfallrisikos empfohlen. Dabei können die Vagina, aber auch die Lymphbahnen im Bauch, bestrahlt werden. Aufgrund der ursprünglichen Lage des Tumors wird das Strahlenfeld genau ausgemessen und die Strahlendosis exakt berechnet.


Wie unterstützen wir unsere Patientinnen im Alltag?

Im Triemli sind die Mitarbeitenden des Sozialdienstes sowie die spitalinternen Psychologinnen eng in die Betreuung der Patientinnen eingebunden.

Tumorerkrankungen gehen mit einer starken seelischen Belastung und Verunsicherung einher. Es ist uns deshalb ein grosses Anliegen, den Patientinnen auch in diesem Bereich zur Seite zu stehen. In unserem Team arbeiten Psychologinnen, welche grosse Erfahrung mit Patientinnen in dieser Situation haben. Diese Psychologinnen bilden einen festen Bestandteil des Betreuungsteams und sind deshalb auch auf den ärztlichen Chefvisiten zugegen.

Es besteht auch die Möglichkeit eines ambulanten Gespräches, bereits vor, während oder nach der Therapie.

Nach der Operation wird mit den Patientinnen sorgfältig geprüft, wo im Alltag zusätzliche Hilfe nötig wird.


Ist die Nachbehandlung am vertrauten Ort möglich?

Nach abgeschlossener Therapie ist die regelmässige Nachkontrolle wichtig. Dabei geht es darum, einen Rückfall früh zu erkennen. Diese Kontrolluntersuchungen können bei den Haus- oder Frauenärztinnen oder im Triemli durchgeführt werden. In den ersten 2-3 Jahren finden diese all 3 Monate statt, danach halbjährlich und ab 5 Jahren jährlich. Die Zuweisenden und betreuenden ÄrztInnen werden regelmässig schriftlich und detailliert über den Therapieverlauf orientiert. So sind alle in die Behandlung und Betreuung der Patientin involvierten Personen auf dem gleichen Informationsstand.


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Weitere Informationen

Kontakt

Frauenklinik

Stadtspital Triemli
Birmensdorferstrasse 501
8063 Zürich
Telefon 044 466 11 11
Fax 044 466 51 59