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Nuklearmedizinisches Labor

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Im nuklearmedizinischen Labor stellen wir die Radiopharmazeutika her, deren Strahlung diagnostisch oder therapeutisch genutzt wird. Daneben führen wir – zum Teil auch mit radioaktiven Isotopen – Blutanalysen durch. Die Möglichkeit, erkrankte Gewebeteile oder Zellen mit radioaktiver Markierung erkennbar zu machen, kommt speziell bei Krebs-, Schilddrüsen-, Skelett- und Herzgefässerkrankungen zum Einsatz. Im Triemli sind drei Laborantinnen und ein leitender Radiopharmakologe tätig.


Analytisch

Messgerät und Blutprobe im Reagenzglas

Blutprobe für Tumormarker

Im In-vitro-Bereich (RIA-Labor) werden in Patientenblutproben die Konzentrationen von Schilddrüsenhormonen, Tumormarkern, Vitamin B12 und Folat (z.B. bei Anämien) bestimmt. In den technisch meist aufwändigen Testverfahren kommen moderne Analysengeräte und auch das an Antikörper gebundene Isotop Iod-125 zum Einsatz, daher der Name RIA, Radioimmunoassay.
Details zu Tumormarker


Präparativ

Vorbereiten eine Spritze

Mit Wolfram abgedichtete Spritzen...

Im In-vivo-Bereich (Hot-Labor) stellen wir die radioaktiven Arzneimittel für die nuklearmedizinischen Diagnose- und Therapieverfahren bereit. Die Radiopharmaka werden wahlweise in Form von Kapseln (z.B. bei der Iod-131-Schilddrüsentherapie) oder mit Wolfram-abgeschirmten Spritzen (z.B. für Knochen- oder Herzszintigraphien) hergestellt. Alle verwendeten Stoffe müssen Swissmedic- und BAG-zugelassen sein. Im Labor und auf der nuklearmedizinischen Abteilung gibt es im übrigen eine Vielzahl von Schleusen und Vorrichtungen, die eine minimale Belastung der Mitarbeiter sicher stellen.


Bereitstellen hinter Bleiglas

...werden geschützt hinter Bleiglas bereit gestellt.

Die Isotope (Nuklide), die verwendet werden, sind durchwegs sehr kurzlebig (Halbwertszeit nur Stunden bis Tage). Die meisten Radiopharmaka müssen kurz vor der Untersuchung hergestellt werden. Entgegen den Bedenken der meisten Patientinnen und Patienten bewegen sich die Strahlenbelastungen durch Diagnose im niedrigen Bereich bis ca. 6 mSv (im Vergleich: natürliche Strahlenbelastung 4,5 mSv pro Jahr, berufliche Strahlenexposition pro Jahr 20 mSv).

* mSv=MilliSievert: ein Tausendstel Sievert. Die Einheit ist das Mass für die Beurteilung des gesundheitlichen Risikos durch ionisierende Strahlung und gibt die im Gewebe deponierte Energie an.


Messungen

Sonden und Messgerät

z.B. Zählrohr-Sonden

Zur Kontrolle werden im Labor laufend eine Vielzahl von Messungen durchgeführt: Vor Verabreichung am Patienten wird die Aktivität der Radiopharmaka im Aktivimeter auf die verordnete Menge überprüft. Mit Dosisleistungsmessgeräten wird die Strahlung am Labor-Arbeitsplatz auf ein Minimum optimiert. Mit Zählrohr-Sonden wird die Abfallfreigabe geprüft und – falls erforderlich – Kontaminationen aufgespürt. Sämtliche Geräte sind geeicht und werden regelmässig durch Vergleichsmessungen auf ihre Richtigkeit geprüft. 


Beschaffung

Illustration Technetium-99m

Technetium-99m ist das meistverwendete Isotop.

Da Radiopharmaka kurzlebig sind (Halbwertszeit nur Stunden bis Tage), müssen sie beim Hersteller genau auf das Anwendungsdatum bestellt werden. Die Lieferung erfolgt durch spezielle Fahrzeuge. Das meistverwendete Isotop Technetium-99m kann im Hot-Labor aus einem Isotopengenerator gewonnen werden, der wöchentlich ausgetauscht wird. Für den Umgang mit radioaktiven Stoffen besitzen wir – wie auch unsere Lieferanten – eine Betriebsbewilligung des Bundesamts für Gesundheit BAG.


Qualitätssicherung

Chromatographie

Chromatographie: stellt sicher, dass Arzneimittel und radioaktive "Sender" richtig zusammen verbunden sind.

Die radioaktiven Arzneimittel werden bei uns täglich nach Vorgaben der Strahlenschutzverordnung der Qualitätskontrolle unterzogen. Die Prüfung findet mittels Hochdruckflüssigkeits- oder Dünnschichtchromatographie statt. Damit wird sichergestellt, dass die radioaktiven Isotope in der richtigen radiochemischen Form verabreicht werden.


Entsorgung

Chromatographie

Chromatographie: stellt sicher, dass Arzneimittel und radioaktive "Sender" richtig zusammen verbunden sind.

Im jährlichen Rapport an das Bundesamt für Gesundheit, Abt. Strahlenschutz, wird über die Beschaffung und Entsorgung von radioaktiven Stoffen Rechenschaft abgelegt. Da die verwendeten Isotope kurzlebig sind, werden sie im Abklingraum aufbewahrt, bis die Aktivität abgeklungen ist. Radioaktive Ausscheidungen von stationären Therapiepatienten werden zum Abklingen in die Tankanlage geleitet und nach der Freigabemessung in die Kanalisation geleitet.


Die Nuklearmedizin, die anfangs 50er-Jahre zufällig aufgrund des von der Schilddrüse benötigten Jods entdeckt wurde, ist bei bestimmten Fragestellungen und in Bezug auf die Funktionsdiagnostik weiterhin unübertroffen. Sie wird der modernen Medizin, etwa im Zusammenspiel mit minimal-invasiven Methoden, auch in Zukunft neue noch bessere Möglichkeiten eröffnen. 


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Weitere Informationen

Kontakt

Klinik für Radioonkologie und Nuklearmedizin

Stadtspital Triemli
Birmensdorferstrasse 497
8063 Zürich

Radio-Onkologie:
Telefon 044 466 13 60
Fax 044 466 21 62

Nuklearmedizin:
Telefon 044 466 13 58
Fax 044 466 29 59