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Brachytherapie

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Mini-Implantate für Prostatakrebs

Die Low Dose Rate-Brachytherapie mit implantierten Iod-125 Seeds ist eine moderne Form der Strahlentherapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom. Sie ermöglicht dem Patienten eine gleich bleibende Lebensqualität.

Die neue Therapieform ist auch beispielhaft für die Zusammenarbeit von verschiedenen Spezialdisziplinen in einem Spital - im Fall der Brachytherapie sind es die Urologie, die Radioonkologie und die Medizinphysik.


Brachy, Bestrahlung auf kurze Distanz

Mini-Implantat auf Fingerkuppe

Abb. 1: Der titanummantelte Seed enthält im Inneren radioaktives Jod-125.

"Brachy" bedeutet im Griechischen "kurz". Bei der Brachytherapie werden radioaktive Strahler (Seeds) mittels Hohlnadeln direkt in die Prostata eingebracht. Sie bestrahlen den Tumor aus kurzer Distanz. Die Implantation der Seeds geschieht unter laufender Kontrolle mittels transrektalem Ultraschall (TRUS), was eine sehr präzise Platzierung ermöglicht. Computergestützte Bestrahlungsplanungsprogramme haben zu einer weiteren Verfeinerung der Methode beigetragen.

Die LDR-Brachytherapie wird von einem Team aus Spezialisten durchgeführt: Urologe, Radio-Onkologe und Medizinphysiker bestimmen die optimale Dosierung, Anzahl und Position der Seeds in der Prostata. Ein Seed ist ein etwa reiskornkleiner, titanummantelter Stift, der im Inneren radioaktives Jod-125 enthält (Abb.1). Die Seeds verbleiben nach der Implantation lebenslang in der Prostata, während die Strahlung mit der Zeit abnimmt.


Die Implantation

Unltraschallbild am Monitor. - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Abb. 2: Bestrahlungsplan. Die Seeds werden im Operationssaal implantiert.

Die Implantation dauert ungefähr 2 Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt. In der Regel ist ein Spitalaufenthalt von 3 Tagen notwendig.

  • Ein bis zwei Monate vor der Implantation wird eine Volumenstudie der Prostata durchgeführt, bei der neben der Grösse der Prostata auch die anatomische Eignung für die Implantationstechnik bestimmt wird.
  • Entsprechend dem Prostatavolumen errechnet sich die Anzahl benötigter Seeds, normalerweise zwischen 60 und 120.
  • Während der Implantation wird eine Ultraschallsonde im Enddarm platziert, um die Prostata auf einem Monitor sichtbar zu machen.
  • Auf Basis der Ultraschallbilder wird direkt im Operationssaal vom Medizinphysiker der Bestrahlungsplan erstellt (Abb. 2). Dieser Plan gibt die genaue Lage der Iod-Seeds für eine optimale Bestrahlung der Prostata vor.
  • Durch die Haut am Damm werden anschliessend Hohlnadeln in die Prostata vorgeschoben, durch die die Seeds platziert werden können.


Bei der im Triemlispital durchgeführten „Real-Time-Methode“ wird der Bestrahlungsplan während der Implantation kontinuierlich an die tatsächlichen Seedpositionen angepasst, was diese Methode besonders präzise macht. Durch die Platzierung der Seeds direkt in der Prostata wird eine optimale Dosiskonzentration in der tumortragenden Prostata erreicht, bei gleichzeitiger Schonung der unmittelbar angrenzenden Organe wie Harnblase, Harnröhre und Enddarm.


Nach der Implantation

Röntgenbild - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Abb. 3: Röntgenkontrolle. Die implantierten Seeds sind gut sichtbar.

Anhand einer Röntgenaufnahme kann die korrekte Lage der Seeds kontrolliert werden (Abb. 3).

Wenngleich sich der Patient unmittelbar nach der Implantation etwas schonen sollte, kann er doch bereits nach wenigen Tagen wieder in seinen normalen Alltag zurückkehren.


Sehr gute Langzeitresultate bei korrekter Indikation

Die LDR-Brachytherapie weist bei korrekter Indikationsstellung sehr gute Langzeitresultate auf: Das Inkontinenzrisiko (unbeabsichtigter Urinabgang) ist minimal und die Erektionserhaltung gut. Häufigste Nebenwirkungen sind irritative Blasenprobleme für einige Wochen, seltener für Monate. Vorübergehende Blutbeimengungen in Urin und Sperma treten unmittelbar nach der Implantation häufig auf und sind harmlos. Vereinzelt kommt es zu postoperativen Harnverhaltungen.

Der Entscheid, welche Therapieform für einen betroffenen Patienten die beste ist, muss immer individuell unter Berücksichtigung der Tumorsituation, der körperlichen Verfassung und der Lebensumstände gefällt werden. Dabei sollte sich der Patient genügend Zeit lassen und sich bei seinem Arzt, seiner Ärztin ausführlich über alle Therapiemöglichkeiten informieren.


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Kontakt

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Stadtspital Triemli
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