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November 2008

Persönlich-Kolumne: Gut unterwegs

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Vorsteher der Industriellen Betriebe Andres Türler

Vorsteher der Industriellen Betriebe Andres Türler

Am 30. November wird in der Stadt Zürich über die Verankerung der Nachhaltigkeit und der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeverordnung abgestimmt. Zürich vollzieht diesen Schritt als erste Gemeinde der Schweiz. Der jährliche Energieverbrauch von heute 6000 Watt pro Person soll auf 2000 Watt reduziert werden und der CO2-Ausstoss soll von heute sechs Tonnen pro Person auf eine Tonne sinken. Das ist ein ehrgeiziges, aber realistisches Ziel, das mit entsprechenden Massnahmen erreicht werden kann.

Richtungsweisend sind besonders energieeffiziente Gebäudekonzepte wie nach dem Label „minergie-P“. Im Vergleich zu einem üblichen Neubau von 1975 verbraucht ein Minergie-P-Neubau nur noch rund einen Zehntel der Heizenergie und erfüllt damit bereits weitgehend die Auflagen der 2000-Watt-Gesellschaft. Neben Effizienzsteigerung und Stromsparen müs-sen wir auch in neue Produktionsanlagen investieren, die Strom aus erneuerbaren Quellen wie Erdwärme, Wind, Sonne oder Biomasse erzeugen. Das Geld hierfür gewinnen wir unter anderem aus den Beteiligungen an Kernenergieanlagen, die die Stadt heute besitzt. Damit soll die Stromzukunft der Stadt auch gesichert sein, wenn unsere Kernenergiebeteiligungen 2040 auslaufen und nicht mehr erneuert werden.

Diese Massnahmen sind nachhaltig und schränken die Lebensqualität ebenso wenig ein wie bewusstes Stromsparen im Alltag. Oder wussten Sie, dass der Strom eines mittelgrossen Kernkraftwerks eingespart werden könnte, wenn alle Bürogeräte nach Gebrauch konsequent vom Netz getrennt anstatt auf standby gesetzt würden, wenn sie nicht benutzt werden?

Die Nachfrage nach Standby-Killern und die Empfänglichkeit für Energiespartipps am kürz-lich durchgeführten „Energyday“ des ewz haben mich sehr gefreut und zeigen, dass wir in Zürich bereits Richtung 2000-Watt-Gesellschaft unterwegs sind. Am 30. November können wir diesen eingeschlagenen Weg mit einem Ja noch unterstreichen.

Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe


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