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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Kampf um Lehrstellen
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Vorsteher Industrielle Betriebe, Andres Türler
Letzte Woche fand in Oerlikon die Berufsmesse statt. Jugendliche konnten sich dort über Lehrberufe und Bildungsangebote vom Aktivierungsfachmann bis zur Zimmerin informieren. Zweifellos ist eine solche Veranstaltung sowohl für die Ratsuchenden als auch für die Anbietenden nützlich. Nur frage ich mich, ob der Begriff «Messe» nicht irreführend ist.
Ob Ferien-, Kunst- oder Büchermesse, normalerweise können wir
die angebotenen Objekte und Dienstleistun-
gen auch erwerben. Bei den Lehrstellen ist das anders. Dort
kann man sich wohl überall bewerben, aber der Weg vom Besuchen der
Berufsmesse bis zum Unterschreiben eines Lehrvertrags
– sofern es überhaupt dazu kommt
– ist lang und beschwerlich. Ich habe ihn in den
vergangenen Wochen am Beispiel meines eigenen Sohnes mitverfolgt.
Allein die Suche nach einer Möglichkeit zum Schnuppern ist sehr
aufwändig, und eine erfolgreiche Bewerbung muss ähnliche
Anforderungen erfüllen wie für normale Arbeitsstellen.
Auch wenn ich mich über die jungen Leute mit ihren hochgezogenen Kapuzen und herunterfallenden Hosen aufhalte – es ist mir klar, auch ich habe meine Kleider nicht dem Geschmack der Eltern angepasst und trotzdem meine Chance für eine gute Ausbildung gekriegt. Das soll auch für die Jugend von heute gelten. In der Stadt Zürich ist es uns gelungen, in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl Lehrstellen von gut 300 auf 900 zu erhöhen. Und unsere jungen Berufsleute machen sogar international Furore:
An der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft in Calgary hat ein VBZ-Lehrling den 5. Platz und ein Informatiklehrling gar die Goldmedaille errungen. Da soll noch einer sagen, zur Stadt oder zum Staat gehen nur diejenigen, die sonst keine Lehrstelle finden …& nbsp;
Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe

