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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Ausnahmezustand
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Vorsteher Industrielle Betriebe, Andres Türler
Die Spatzen pfeifen's von allen Dächern, respektive Plakatwänden: In Zürich stehen Wahlen vor der Tür. Für mich ist es das zweite Mal, dass ich als amtierender Stadtrat kandidiere. In dieser Zeit herrscht bei mir Ausnahmezustand. Die Agenda ist voll gepfropft und meine Nerven sind arg strapaziert. Nicht immer gelingt es mir, mein engeres Umfeld im Büro und zu Hause davon zu verschonen.
Standaktion hier, Podiumsgespräch dort, dann wieder ein Foto- oder Fernsehtermin, ein Interview mündlich, unzählige andere schriftlich. Interessiert es die Leserschaft überhaupt, 17 Antworten auf die immer gleichen Fragen zu erhalten? Was soll ich sagen, welchen Film ich zuletzt gesehen oder welches Konzert ich besucht habe, wenn ich von derartigen Vergnügen zurzeit nur träumen kann?
In meinem Departement stellen wir in diesen Tagen und Wochen verschiedene Weichen. Dass wir das Glasfasernetz gemeinsam mit Swisscom bauen wollen, haben wir entschieden. Aber jetzt müssen wir noch viele Vertrags-Details klären und auch Stadt- und Gemeinderat von der neuen Lösung überzeugen. Auch bei der Geothermie steht ein wichtiger Entscheid an: zweite Bohrung Ja oder Nein? Wie lange bohren wir im ersten Loch noch weiter? Dafür stehe ich voll im Einsatz, und daneben rufen die Verpflichtungen des Wahlkampfs. Da kann ich nicht klemmen, denn schliesslich will ich wiedergewählt werden. Meine Familie sieht mich zur Zeit mehr auf Papier als in natura – dafür immer freundlich…
Tatsache ist, dass der Ausnahmezustand in vier Wochen
Vergangenheit ist und die Zukunft beginnen kann. Mit einem
verhältnismässig kleinen Aufwand – dem Ausfüllen des Stimmzettels –
können Sie einen wichtigen Teil dazu beitragen und die Zukunft der
Stadt Zürich mitgestalten.
Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe

