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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: bike to work
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler
Ungeachtet der Tatsache, dass Höngg am Berg liegt, habe ich mich –
Gesundheit und Umwelt zuliebe – motivieren lassen, an der Aktion
«bike to work» mitzumachen und mich damit verpflichtet, im Juni mit
dem Velo zur Arbeit zu fahren. Tapfer bin ich nach den ausgefüllten
Arbeitstagen in die Pedale getreten und habe die Höhenmeter vom
Beatenplatz nach Höngg im Schweisse meines Angesichts unter die
Räder genommen. Weil es diesen Monat ausgiebig regnete, waren meine
Schweisstropfen jedoch gut getarnt. Oft war ich einfach nur nass.
Nach ein paar Tagen habe ich dann die optimale, sanft
ansteigende Route gefunden und sehr bald bestätigt erhalten, dass
das Velo das energieeffizienteste Verkehrsmittel ist. Keine andere
Fortbewegungsart braucht relativ zur Masse so wenig
Bewegungsenergie. Dennoch sind meine Muskelkraft und Kondition von
Tag zu Tag spürbar gewachsen. Aber nicht nur sie, sondern auch die
Einsicht, dass ich nie mehr ohne Helm Velo fahren werde, nachdem
mir der Lenker meines Fahrrads vom Aussenspiegel eines zu nah
vorbeifahrenden Autos aus der Hand geschlagen wurde, zum Glück ohne
Folgen, jedoch mit grossem Schrecken in den Gliedern.
Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie anders man den Verkehr
auf dem Fahrrad wahrnimmt. Es herrscht ein ruppiges Klima auf den
Strassen. Doch nicht nur rücksichtslose Autofahrerinnen und
Autofahrer sind eine Gefahr, sondern auch Velofahrende. Links und
rechts sind sie an mir am Rotlicht vorbei geflitzt, über
Sicherheitslinien und Stoppstrassen. Das Recht des Stärkeren hat im
Strassenverkehr keinen Bestand. Fussgänger, Velo- und
Rollerfahrerinnen verfügen weder über Knautschzonen und Airbags
noch über Sicherheitsgurten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist
gefordert. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Kilometer auf
meinem Drahtesel – mit Helm!
Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe

