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Juli 2008

Persönlich-Kolumne: bike to work

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler

Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler

Ungeachtet der Tatsache, dass Höngg am Berg liegt, habe ich mich – Gesundheit und Umwelt zuliebe – motivieren lassen, an der Aktion «bike to work» mitzumachen und mich damit verpflichtet, im Juni mit dem Velo zur Arbeit zu fahren. Tapfer bin ich nach den ausgefüllten Arbeitstagen in die Pedale getreten und habe die Höhenmeter vom Beatenplatz nach Höngg im Schweisse meines Angesichts unter die Räder genommen. Weil es diesen Monat ausgiebig regnete, waren meine Schweisstropfen jedoch gut getarnt. Oft war ich einfach nur nass.

Nach ein paar Tagen habe ich dann die optimale, sanft ansteigende Route gefunden und sehr bald bestätigt erhalten, dass das Velo das energieeffizienteste Verkehrsmittel ist. Keine andere Fortbewegungsart braucht relativ zur Masse so wenig Bewegungsenergie. Dennoch sind meine Muskelkraft und Kondition von Tag zu Tag spürbar gewachsen. Aber nicht nur sie, sondern auch die Einsicht, dass ich nie mehr ohne Helm Velo fahren werde, nachdem mir der Lenker meines Fahrrads vom Aussenspiegel eines zu nah vorbeifahrenden Autos aus der Hand geschlagen wurde, zum Glück ohne Folgen, jedoch mit grossem Schrecken in den Gliedern.

Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie anders man den Verkehr auf dem Fahrrad wahrnimmt. Es herrscht ein ruppiges Klima auf den Strassen. Doch nicht nur rücksichtslose Autofahrerinnen und Autofahrer sind eine Gefahr, sondern auch Velofahrende. Links und rechts sind sie an mir am Rotlicht vorbei geflitzt, über Sicherheitslinien und Stoppstrassen. Das Recht des Stärkeren hat im Strassenverkehr keinen Bestand. Fussgänger, Velo- und Rollerfahrerinnen verfügen weder über Knautschzonen und Airbags noch über Sicherheitsgurten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist gefordert. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Kilometer auf meinem Drahtesel – mit Helm!

Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe


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