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März 2009

Persönlich-Kolumne: Kein Luftschloss

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler

Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler

Seit Anfang Jahr gehe ich zusammen mit einem ewz-Beraterteam in die Quartiere und frage die Leute auf der Strasse, wo sie in ihrem Haushalt Energie sparen. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Natürlich gibt es solche, die sich abwenden, weil sie niemandem etwas abkaufen und sich  von nichts überzeugen lassen wollen. Sehr viele zählen hingegen ohne zu überlegen auf, was für Vorkehren sie bereits getroffen haben. Wenig überraschend ist auch, dass es - gut schweizerisch - von Quartier zu Quartier verschieden ist. Aber ehrlich gesagt freut es mich zu erfahren, wie viel die Angesprochenen über Energie und wie man damit sorgsam umgeht wissen.

Vor kurzem haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich die Nachhaltigkeit und die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeverfassung verankert. Die Ziele sind hoch gesteckt, und der Weg dahin ist weit. Das Energiesparen ist für unsere künftige Versorgung eine Säule, die wir alle miteinander bauen müssen. Wenn wir alle elektrischen Geräte mit einer Ausschalthilfe versehen, zahlen wir pro Jahr 70 Franken weniger für den Strom. Die zweite Säule ist eine bessere Energieeffizienz. Zum Beispiel mit Stromsparlampen können wir aus der Energie, die wir mit einer normalen Glühbirne verbrauchen, fünfmal mehr herausholen.  

Damit unser Energiegebäude der Zukunft aber wirklich steht und sich nicht als Luftschloss erweist, braucht es noch eine dritte Säule: die erneuerbaren Energien. Hier sind in erster Linie die Politik und das ewz gefordert. Pro Jahr müssen wir mindestens 100 Millionen Franken in die Energiequellen Wasser, Wind, Sonne und Erde investieren. Als Stimmberechtigte der Stadt Zürich können Sie auch in diesem Bereich das Geschehen mitgestalten: Indem Sie die dafür nötigen Ausgaben bewilligen. Zum Beispiel am 17. Mai den Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für Windenergie. Damit legen wir einen weiteren Grundstein für unsere gemeinsame Energiezukunft.

Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe


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