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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Kein Luftschloss
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler
Seit Anfang Jahr gehe ich zusammen mit einem ewz-Beraterteam in die
Quartiere und frage die Leute auf der Strasse, wo sie in ihrem
Haushalt Energie sparen. Die Reaktionen sind unterschiedlich.
Natürlich gibt es solche, die sich abwenden, weil sie niemandem
etwas abkaufen und sich von nichts überzeugen lassen wollen.
Sehr viele zählen hingegen ohne zu überlegen auf, was für Vorkehren
sie bereits getroffen haben. Wenig überraschend ist auch, dass es -
gut schweizerisch - von Quartier zu Quartier verschieden ist. Aber
ehrlich gesagt freut es mich zu erfahren, wie viel die
Angesprochenen über Energie und wie man damit sorgsam umgeht
wissen.
Vor kurzem haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich die
Nachhaltigkeit und die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in der
Gemeindeverfassung verankert. Die Ziele sind hoch gesteckt, und der
Weg dahin ist weit. Das Energiesparen ist für unsere künftige
Versorgung eine Säule, die wir alle miteinander bauen müssen. Wenn
wir alle elektrischen Geräte mit einer Ausschalthilfe versehen,
zahlen wir pro Jahr 70 Franken weniger für den Strom. Die zweite
Säule ist eine bessere Energieeffizienz. Zum Beispiel mit
Stromsparlampen können wir aus der Energie, die wir mit einer
normalen Glühbirne verbrauchen, fünfmal mehr
herausholen.
Damit unser Energiegebäude der Zukunft aber wirklich steht
und sich nicht als Luftschloss erweist, braucht es noch eine dritte
Säule: die erneuerbaren Energien. Hier sind in erster Linie die
Politik und das ewz gefordert. Pro Jahr müssen wir mindestens 100
Millionen Franken in die Energiequellen Wasser, Wind, Sonne und
Erde investieren. Als Stimmberechtigte der Stadt Zürich können Sie
auch in diesem Bereich das Geschehen mitgestalten: Indem Sie die
dafür nötigen Ausgaben bewilligen. Zum Beispiel am 17. Mai den
Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für Windenergie. Damit legen
wir einen weiteren Grundstein für unsere gemeinsame Energiezukunft.
Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe

