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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: «Züriwasser ab em Hahne» – mein Favorit
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Vorsteher Industrielle Betriebe, Andres Türler
Die Nachricht, dass im australischen Bundanoon der Verkauf von
Wasser in Flaschen aus ökologischen Gründen verboten wurde, hat
Wellen geschlagen und Kopfschütteln ausgelöst. Ist das nur ein
sinnloses Verbot mehr, eine unnötige Bevormundung oder was steckt
dahinter? Bei uns wird die Konsumfreiheit und damit die
Eigenverantwortung mit gutem Recht gross geschrieben. Dennoch ist
die Massnahme einige Überlegungen wert. Immerhin sind auch in den
USA, in Kanada, England und Frankreich ähnliche Bestrebungen im
Gang.
Für Produktion, Transport und Entsorgung einer Liter-
flasche Mineralwasser aus dem EU-Raum sind ca. 3 dl Erdöl
erforderlich. Wenn alle Stadtzürcherinnen und –zürcher täglich 1
Liter Mineralwasser tränken – und zwar ausschliesslich
EU-Mineralwasser aus Flaschen – würden pro Jahr etwa 400 000
Hektoliter Erdöl benötigt. Dies entspricht dem Energiebedarf für
Heizung und Warmwasser von knapp 30 000 Wohnungen oder rund
einem Sechstel des Wärmeenergie-
bedarfs in einem typischen Zürcher Zweipersonenhaushalt.
Würde die Stadtzürcher Bevölkerung nur einheimisches Mineralwasser
aus Flaschen konsumieren, reduziert sich der Energieaufwand um die
Hälfte. 1000-mal kleiner ist der Aufwand hingegen für die
Produktion von Trinkwasser aus dem Hahn. Denn für 1 Liter
Züriwasser werden nur gerade 0,003 dl Erdöl benötigt! Geliefert
wird er franko domizil, in bester Qualität und zum unschlagbaren
Preis von weniger als einem halben Rappen!
Für mich persönlich Gründe genug, um mich vom mühsamen
Schleppen schwerer Flaschen zu entlasten und damit erst noch einen
bequemen Beitrag zur 2000-Watt-Gesellschaft zu leisten. Und das
ohne Einbusse von Lebensqualität – denn erstens liege ich mit dem
Konsum von stillem Wasser voll im Trend, und zweitens braucht unser
hochwertiges «Züriwasser ab em Hahne» den Vergleich mit
Mineralwasser in keiner Weise zu scheuen.
Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe

