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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt…
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Vorsteher Industrielle Betriebe Andres Türler
… Sie müssen warten! Dieser Schlager aus den 60er Jahren kommt mir in den Sinn, wenn ich ungeduldig vor der geschlossenen Lifttüre warte. Wie fast immer habe ich es eilig, denn in ein paar Minuten beginnt im fünften Stockwerk eine wichtige Sitzung mit externen Gästen.
Die Wartezeit kommt mir unendlich vor. Ist der Lift etwa schon wieder in Revision? Nein, endlich öffnet sich die Türe. Erleichtert steige ich ein, mein Blick trifft auf einen etwas verwirrten Mann, der bereits auf den Knopf gedrückt hat und – mit mir ins UG fährt! Als sich die Türe im Untergrund öffnet, merkt der Herr, dass er doch im Erdgeschoss hätte aussteigen müssen. So fährt er mit mir wieder ein Stockwerk nach oben, wo auch noch zwei Mitarbeiterinnen dazu steigen. Endlich setzt sich der Lift wieder in Bewegung, so dass ich Hoffnung schöpfe, doch noch rechtzeitig oben anzukommen. Doch im zweiten Stock hält er schon wieder an. Ein Herr gesellt sich zu uns, bleibt aber auf der Höhe der Tür stehen, um auch noch einer herbeieilenden Kollegin eine Mitfahrgelegenheit zu ermöglichen. Türe zu – Knopf drücken – und weiter geht’s – allerdings nur bis in den dritten Stock, wo die erst gerade Zugestiegenen den Lift wieder verlassen. Meine Güte, hätten die beiden denn nicht zu Fuss gehen können? Meine Nerven sind schon ziemlich strapaziert, und ich versuche, die Türschliessung mit einem ungeduldigen Druck auf den Knopf zu beschleunigen – natürlich mit mässigem Erfolg. Aber dann – endlich – die Erlösung: die direkte Fahrt vom dritten in den fünften Stock. Wider Erwarten treffe ich noch rechtzeitig ein.
Der Zeitverlust war wohl viel geringer, als ich mir eingebildet hatte. Aber eines ist sicher: Das nächste Mal nehme ich die 115 Treppenstufen selber unter die Füsse...
Andres Türler,
Vorsteher Industrielle Betriebe

