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Frischer Wind.

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ewz hat in Deutschland vier Windparks gekauft. Das städtische Unternehmen besitzt nun insgesamt 30 Windturbinen, die rund 49'000 Haushalte mit Strom versorgen können. Langfristig will ewz die produzierte Energie in die Schweiz importieren.

Das Silvesterfest ist schon lange vorbei, trotzdem hat Nadeschda Hoidn Wiede allen Grund zum Feiern. Die Leiterin der Abteilung «Anlagen Erneuerbare Energie» hat die Verhandlungen mit der Firma REnInvest erfolgreich abgeschlossen: ewz kauft 27 Windturbinen in Deutschland. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft, die zu einer klima- und umweltverträglichen Stromproduktion verpflichtet. Bilder der neuen Windparks.

«Doch in erster Linie erfüllt ewz mit der Beschaffung von Windenergie einen Wunsch der Kundinnen und Kunden» erklärt Nadeschda Hoidn. Seitdem sie wählen können zwischen verschiedenen Stromprodukten, ist die Nachfrage nach Windenergie stetig gestiegen. Eine weitere Steigerung ist absehbar: Im Standard-Produkt ewz.naturpower steckt mindestens 5 % Ökostrom aus Wasserkraft, Wind- und Biomasseenergie. Der Gemeinderat hat ewz beauftragt, diesen Ökostromanteil zu verdoppeln. Zudem soll das Elektrizitätswerk den Verkauf von ewz.naturpower kontinuierlich steigern. Der Kauf der vier Windparks ist deshalb eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Windkraft für ewz.
Hier finden Sie alle Windkraftanlagen und -projekte von ewz.


Übersichtskarte

Interview mit Nadeschda Hoidn Wiede, Leiterin der Abteilung «Anlagen Erneuerbare Energie».


Nadeschda Hoidn Wiede.

Nadeschda Hoidn Wiede.


Was bedeutet der Kauf der vier Windparks für Sie?
Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Kauf. ewz hat sich das anspruchsvolle Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2018 jährlich 100 bis 200 GWh Elektrizität aus Windkraftanlagen zu beziehen. Dies entspricht 3 bis 6 % des heutigen Strombedarfs im ewz-Versorgungsgebiet. Mit den vier neuen Windparks sollten wir dieses Ziel erreichen.

Weshalb kauft ewz Kraftwerke im Ausland?
Die bewährte Strategie, Kraftwerke selbst zu bauen bzw. sich an Partnerwerken zu beteiligen, will ewz auch bei der Windenergie fortsetzen. Dadurch erhöht sich die Versorgungssicherheit, und die Risiken der Preisschwankungen am Markt sind geringer. Weil in der Schweiz der Platz sehr begrenzt ist und die lokalen Windverhältnisse nicht optimal sind, berücksichtigt ewz zwangsläufig auch das Ausland. Wir sind aber sehr daran interessiert, Windkraftprojekte in der Schweiz zu realisieren, z. B. in Mollendruz, im Jura oder auf dem Flüelapass.

Wie kommt der Windstrom in die Schweiz?
Vorerst speisen die Windkraftanlagen die Energie ins lokale Netz in Deutschland ein, wofür ewz einen kostendeckenden Förderpreis erhält. Die Kraftwerke sollen alle mit dem Qualitätsausweis naturemade star zertifiziert werden. In einer zweiten Phase will ewz die Energie auf dem Markt verkaufen und den sogenannten «Mehrwert» des Ökostrom als Zertifikat selbst beziehen. In einer dritten Phase soll die erzeugte Energie auch physisch in die Schweiz transportiert werden und nicht nur als Mehrwert.

Wie muss man sich die Windparks vorstellen?
Die vier Windparks befinden sich mehrheitlich in Landwirtschaftszonen. Das Gelände ist meistens flach und dünn besiedelt. Die Vorschriften bezüglich zulässigem Geräuschpegel werden selbstverständlich eingehalten, namentlich die vorgeschriebenen Abstände zu den bewohnten Gebäuden.

Was hält die lokale Bevölkerung in Deutschland von den Windparks?
In den Gebieten, die sich für den Bau von Windparks eignen, haben sich die Leute gut an diese Anlagen gewöhnt. Eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz ist ein fairer Umgang der Windparkbetreiber mit der lokalen Bevölkerung, den Landeigentümern und den Standortgemeinden.

Liegt die Zukunft nicht in Offshore-Windparks im Meer?
Sowohl Offshore- als auch Onshore-Windparks haben ihre Berechtigung und werden namhaft an die zukünftige Stromversorgung beitragen können. Onshore-Anlagen sind näher an der Serienreife und könnten einfacher ans Stromnetz angeschlossen werden. In einigen Ländern sind die besten Standorte jedoch bereits besetzt. Bei Offshore-Anlagen besteht noch ein bedeutendes Entwicklungspotenzial und die Energieerträge sind auf Grund der höheren Windgeschwindigkeiten grösser. Die Netzanbindung ist jedoch wesentlich aufwändiger.

Sind Windkraftanlagen wirklich umweltverträglich?
Windenergieanlagen sind eine ideale Möglichkeit, aus erneuerbaren Quellen Strom zu erzeugen: Sie sind heute technisch ausgereift und bereits langjährig erprobt. Die Energie ist kostenlos und ihre Nutzung erzeugt kein Kohlendioxid oder andere Treibhausgase. Da diese Anlagen die Anforderungen von naturemade star erfüllen müssen, haben sie sehr strenge Vorgaben bezüglich Auswirkungen auf die Umwelt, namentlich auf Landschaft, Flora und Fauna, einzuhalten.

Heute gebräuchliche Turbinen mit 100 Meter Nabenhöhe und 80 Meter Rotordurchmesser produzieren zwischen drei und fünf Mio. Kilowattstunden pro Jahr, je nach Windaufkommen am Standort. Zum Vergleich: Diese Menge entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Strombezug von 1100 bis 1800 Haushaltungen.

Bilder der Windparks.
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01.01.2010


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