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April 2008

Persönlich-Kolumne: Italianità

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Finanzvorsteher Martin Vollenwyder

Finanzvorsteher Martin Vollenwyder

Dieser Ausdruck begleitet mich im wahrsten Sinne des Wortes durch mein Leben. Wenn ich Ihnen sage, dass meine Grossmutter mütterlicherseits Italienerin war, wissen Sie auch warum. Welche Facetten des Wortes mich durch die Jahrzehnte begleiteten, sei hier kurz beschrieben.

Dass die Küche zu Hause italienisch geprägt war, ist nach der vorstehenden Ausführung jedermann klar. Der Siegeszug der italienischen Restaurants in der Schweiz und in ganz Europa fand in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts statt, und gerade in unserer Stadt ist die italienische Küche omnipräsent. Verbunden mit der Verbreitung der Küche war natürlich, dass in dieser Periode zahlreiche Gastarbeiter aus dem südlichen Nachbarland bei uns Arbeit fanden. Schon damals wurde die Überfremdung als grosse Gefahr geschildert. Im Rückblick darf man feststellen, dass die Integration bestens gelungen ist. Allerdings stellt man auch fest, dass damit auch kleine Veränderungen einhergingen, die die grosse Mehrheit unserer Bevölkerung nicht mehr missen möchte. Die Küche habe ich schon erwähnt, betrachtet man jedoch auch die Lebensformen, vor allem im Sommer, stellt man fest, dass sich das Leben in Zürich viel stärker draussen abspielt. Die Garten- und Strassencafés haben sich etabliert, ja im Sommer hat man manchmal fast das Gefühl, Zürich sei eine mediterrane Stadt. Trotzdem lieben es die Einwohner unserer Breitengrade immer noch sehr, nach Italien in die Ferien zu fahren. Dort kann es dann dafür passieren, dass man in einem hervorragenden Restaurant in bestem Zürcherdialekt empfangen wird. Ein solches Erlebnis hatte ich vor wenigen Jahren in Apulien, wo sich ein so genannter Secondo mit hervorragender Ausbildung eine Existenz aufgebaut hat. Was will ich mit diesen kurzen Zeilen aussagen?

Die Italianità ist in Zürich nicht mehr wegzudenken und sie hilft mit, dass wir als sehr weltoffene Stadt gelten.

Martin Vollenwyder,
Vorstand Finanzdepartement


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