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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Italianità
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Finanzvorsteher Martin Vollenwyder
Dieser Ausdruck begleitet mich im wahrsten Sinne des Wortes durch
mein Leben. Wenn ich Ihnen sage, dass meine Grossmutter
mütterlicherseits Italienerin war, wissen Sie auch warum. Welche
Facetten des Wortes mich durch die Jahrzehnte begleiteten, sei hier
kurz beschrieben.
Dass die Küche zu Hause italienisch geprägt war, ist nach der
vorstehenden Ausführung jedermann klar. Der Siegeszug der
italienischen Restaurants in der Schweiz und in ganz Europa fand in
der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts statt, und gerade in
unserer Stadt ist die italienische Küche omnipräsent. Verbunden mit
der Verbreitung der Küche war natürlich, dass in dieser Periode
zahlreiche Gastarbeiter aus dem südlichen Nachbarland bei uns
Arbeit fanden. Schon damals wurde die Überfremdung als grosse
Gefahr geschildert. Im Rückblick darf man feststellen, dass die
Integration bestens gelungen ist. Allerdings stellt man auch fest,
dass damit auch kleine Veränderungen einhergingen, die die grosse
Mehrheit unserer Bevölkerung nicht mehr missen möchte. Die Küche
habe ich schon erwähnt, betrachtet man jedoch auch die
Lebensformen, vor allem im Sommer, stellt man fest, dass sich das
Leben in Zürich viel stärker draussen abspielt. Die Garten- und
Strassencafés haben sich etabliert, ja im Sommer hat man manchmal
fast das Gefühl, Zürich sei eine mediterrane Stadt. Trotzdem lieben
es die Einwohner unserer Breitengrade immer noch sehr, nach Italien
in die Ferien zu fahren. Dort kann es dann dafür passieren, dass
man in einem hervorragenden Restaurant in bestem Zürcherdialekt
empfangen wird. Ein solches Erlebnis hatte ich vor wenigen Jahren
in Apulien, wo sich ein so genannter Secondo mit hervorragender
Ausbildung eine Existenz aufgebaut hat. Was will ich mit diesen
kurzen Zeilen aussagen?
Die Italianità ist in Zürich nicht mehr wegzudenken und sie
hilft mit, dass wir als sehr weltoffene Stadt gelten.
Martin Vollenwyder,
Vorstand Finanzdepartement

