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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Gelassenheit
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Finanzvorsteher Martin Vollenwyder
Langsam aber sicher neigen sich die Sommerferien dem Ende zu.
Indikatoren für diese Tat-sache sind jeweils mehrere: Der Stau am
Gotthard betrifft das Südportal, die E-Mails auf dem Computer
werden wieder zahlreicher und wichtige Sitzungen werfen ihre
Schatten voraus in Form von zu lesenden Unterlagen. Nach gelungenen
Ferien - ich hoffe, die hatten alle Lesenden - fällt es einem aber
gar nicht so schwer, sich wieder hineinzuknien.
Man stellt nämlich fest, dass, vor allem wenn man aus dem
Ausland zurückkehrt, in der Schweiz und in Zürich die Probleme und
Herausforderungen eigentlich alle bei gutem Willen lösbar sind.
Dies einerseits weil wir tatsächlich einen sehr hohen
Lebensstandard aufweisen, anderseits weil unsere Strukturen in
jeder Hinsicht hervorragend sind.
Wie verwöhnt wir sind, erfuhr ich diesen Sommer hautnah in
der wunderschönen Stadt Vancouver. Diese Stadt, die regelmäs-sig
betreffend Lebensqualität in enger Konkurrenz mit Zürich steht,
erlebte in einem Teil ih-res Geschäftsviertels (analog
Bahnhofstrasse) einen dreitägigen Stromausfall! Restaurants und
Geschäfte mussten schliessen, die Verkehrsampeln funktionierten mit
Benzinvergasern!
Man stelle sich vor, unser EWZ bräuchte nach einem
Stromausfall 3 Tage um die Geschäfte wieder ans Stromnetz zu hängen
- der Wirbel wäre riesig. Nicht so in Vancouver. Mit grösster
Gelassenheit (und nur einigen wenigen Zeitungsartikeln) wurde
improvisiert und der Gast höflich auf andere Einkaufsmöglichkeiten
hingewiesen.
Ich wünsche mir daher, dass wir alle etwas von der
Gelassenheit, die Ferien mit sich bringen, in den Alltag
hinüberretten und da-mit die Wirkung der Ferien länger andauern
lassen können.
Martin Vollenwyder,
Vorsteher Finanzdepartement

