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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Ablenkung
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Finanzvorstand Martin Vollenwyder
Vor kurzem ging eine Meldung durch die Presse, die besagte, dass im
Jahre 2008 der Schokoladekonsum in der Schweiz ein neues Rekordhoch
erreicht habe. Sofort wurde spekuliert, ob die weltweite
Wirtschaftskrise diese Hausse ausgelöst habe. Nach dem Motto, wenn
es dem Individuum schlechter geht, greift es zu Süssem.
Wie dem auch sei, der Mensch versucht in schwierigen Zeiten
tatsächlich, sich zwischendurch auch einmal abzulenken. Persönlich
greife in belastenden Zeiten nicht zur Schokolade, obwohl dies
vielleicht einige Leserinnen und Leser denken! (Der Bauch kommt von
den italienischen Teigwaren).
Ich gehe in solchen Situationen noch vermehrt der Kultur
nach, sofern es meine Agenda zulässt! Zürich bietet eine so grosse
Vielfalt an Aufführungen, dass man problemlos und auch absolut
preiswert der Kultur frönen kann. In jüngster Zeit habe ich zudem
festgestellt, dass selbst Personen, die sich zumindest
kulturinteressiert geben, bei Weitem nicht alle Möglichkeiten
kennen.
Fragen Sie einmal Ihre Verwandten und Freunde, ob sie schon
im Theater Rigiblick oder im sogar theater waren. Eine weitere
Frage könnte lauten, ob sie das Museum Strauhof kennen. Dort ist
übrigens zurzeit eine vorzüglich gemachte Ausstellung des
Schriftstellers Hermann Burger zu sehen. Wenn Ihre Verwandten und
Freunde mit NEIN antworten, laden Sie doch einmal die einen oder
anderen zu einem gemeinsamen Abend ein. Ich bin mir sicher, dass
sich nachher alle besser fühlen werden als nach dem Betrachten
einer x-beliebigen Talkshow im Fernsehen zur Wirtschaftslage. Man
kann Krisen letztlich auch zerreden. Nach einem gemeinsamen Abend
mit Freunden ist man zumindest gestärkt für die zurzeit sicher
nicht kleinen Herausforderungen des Alltags.
Martin Vollenwyder,
Vorsteher Finanzdepartement

