Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Widersprüche
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Finanzvorstand Martin Vollenwyder
In den Medien waren in den vergangenen Wochen auf den Lokal- und
Leserbriefseiten die Baustellen in unserer Stadt ein omnipräsentes
Thema. Keine Angst, ich will hier nicht auch noch über unsere
Grossbaustellen im Seefeld und auf der Hardbrücke schreiben,
sondern auf einige auffallende Widersprüche zurückkommen.
So bin ich bei den Leserbriefen auf Aussagen gestossen, die
behaupten, dass beispielsweise das Mythenquai eher einem Wald- und
Wiesenweg entspreche und nicht einer Ausfallachse. Angefügt wurde,
dass man sich im Ausland für solche Strassen schämen müsste. Hier
frage ich mich manchmal schon, wie lange die Besuche im Ausland der
jeweils Schreibenden zurückliegen!? Man muss gar nicht auf andere
Kontinente verweisen, bereits in den europäi-
schen Nachbarländern habe ich vor nicht allzu langer Zeit
insbesondere kommunale Strassen mit erheblichem Sanierungsbedarf
erlebt. Spannend dann aber vor allem die Reaktionen, wenn saniert
wird! Dann wird a) zum falschen Zeitpunkt und b) viel zu
langsam saniert.
Letzteres ist tatsächlich zum Teil eine Frage des
Mitteleinsatzes, insbesondere der Finanzen. Auch hier gilt es,
jeweils Vor- und Nachteile abzuwägen. Allerdings ist man dann doch
etwas erstaunt, dass bei anderen Themen, wie zum Beispiel Bildung
und Kultur, dieselben Leser-
briefschreiber, die bei Strassensanierungen nach mehr
finanziellem Engagement rufen, der Stadt einen laschen Umgang mit
Steuermitteln vorwerfen.
Lehren aus diesen Meinungsäusserungen gibt es mehrere:
- In guten wie in schlechten Zeiten müssen immer wieder Prioritäten gesetzt werden.
- Trotz allen Unkenrufen verfügt unsere Stadt über eine hervorragende Infrastruktur, nicht zuletzt dank regelmässiger Sanierungen.
- Wie man die Prioritäten auch setzt, allen recht getan ist etwas, das niemand kann.
Martin Vollenwyder,
Vorsteher Finanzdepartement

