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August 2009

Persönlich-Kolumne: Widersprüche

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Finanzvorstand Martin Vollenwyder

Finanzvorstand Martin Vollenwyder

In den Medien waren in den vergangenen Wochen auf den Lokal- und Leserbriefseiten die Baustellen in unserer Stadt ein omnipräsentes Thema. Keine Angst, ich will hier nicht auch noch über unsere Grossbaustellen im Seefeld und auf der Hardbrücke schreiben, sondern auf einige auffallende Widersprüche zurückkommen.

So bin ich bei den Leserbriefen auf Aussagen gestossen, die behaupten, dass beispielsweise das Mythenquai eher einem Wald- und Wiesenweg entspreche und nicht einer Ausfallachse. Angefügt wurde, dass man sich im Ausland für solche Strassen schämen müsste. Hier frage ich mich manchmal schon, wie lange die Besuche im Ausland der jeweils Schreibenden zurückliegen!? Man muss gar nicht auf andere Kontinente verweisen, bereits in den europäi-
schen Nachbarländern habe ich vor nicht allzu langer Zeit insbesondere kommunale Strassen mit erheblichem Sanierungsbedarf erlebt. Spannend dann aber vor allem die Reaktionen, wenn saniert wird! Dann wird a) zum falschen Zeitpunkt und b) viel zu langsam saniert.

Letzteres ist tatsächlich zum Teil eine Frage des Mitteleinsatzes, insbesondere der Finanzen. Auch hier gilt es, jeweils Vor- und Nachteile abzuwägen. Allerdings ist man dann doch etwas erstaunt, dass bei anderen Themen, wie zum Beispiel Bildung und Kultur, dieselben Leser-
briefschreiber, die bei Strassensanierungen nach mehr finanziellem Engagement rufen, der Stadt einen laschen Umgang mit Steuermitteln vorwerfen.

Lehren aus diesen Meinungsäusserungen gibt es mehrere: 

  1. In guten wie in schlechten Zeiten müssen immer wieder Prioritäten gesetzt werden. 
  2. Trotz allen Unkenrufen verfügt unsere Stadt über eine hervorragende Infrastruktur, nicht zuletzt dank regelmässiger Sanierungen.
  3. Wie man die Prioritäten auch setzt, allen recht getan ist etwas, das niemand kann.

Martin Vollenwyder,
Vorsteher Finanzdepartement


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