Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Medienmitteilungen
22. Oktober 2009
Mit nachhaltiger Beschaffung gegen den Klimawandel
Wie kann die öffentliche Hand ihre Marktmacht für eine nachhaltige Beschaffung einsetzen? Was trägt dies im Kampf gegen den Klimawandel bei? Dies diskutierten heute 70 Vertretungen aus 15 Nationen am internationalen Seminar Procura+ auf Einladung der Stadt Zürich.
Allein die Stadt Zürich gibt jährlich zwei Milliarden Franken für die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen aus – vom WC-Papier bis zu stadteigenen Bauten. Werden solche Ausgaben europaweit umweltfreundlich getätigt, ist das ein messbarer Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
Zürich hat Tradition in umweltfreundlicher Beschaffung
Damit die öffentliche Hand die Beschaffung
umweltfreundlich gestalten kann, müssen die politischen
Rahmenbedingungen stimmen, betonte Stadtrat Robert Neukomm. Mit dem
Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft, das von der Bevölkerung klar
gutgeheissen wurde, sei diese Ausrichtung gefestigt worden. Die
Stadt Zürich hat lange Erfahrung in umweltfreundlicher Beschaffung,
so bestehen etwa die Hemden der Stadtpolizei aus Biobaumwolle und
die Züri-Särge des Bevölkerungsamtes aus nachhaltiger
Holzproduktion FSC. Der Neubau des Stadtspital Triemli wird nach
den Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft realisiert. Aber auch
alltäglichere Bedürfnisse tragen zum Klimaschutz bei. So rüstet die
Immobilienbewirtschaftung IMMO alle Toiletten der öffentlichen
Verwaltung mit 2-lagigem Recyclingpapier aus und spart damit 75
Prozent CO2 gegenüber Frischfaserpapier.
Internationaler Erfahrungsaustausch
Als Mitglied des Europaparlaments legte Heide Rühle
den Stellenwert auf der EU-Agenda dar. «Dank den europäischen
Vergaberichtlinien können wir bei der Vergabe von öffentlichen
Aufträgen ökologische und soziale Standards berücksichtigen, sofern
die Regeln des Binnenmarktes respektiert werden». Dass gute Ideen
keine Landesgrenzen kennen, erläuterte Eric Bush am Beispiel von
topten: Heute ist die ursprünglich für die Schweiz entwickelte
Internetseite für energetisch vorteilhafte Geräte in 17 Ländern
verfügbar. Diskutiert wurden auch weitere gemeinsame Aktivitäten,
um den Markt zu bewegen und um die Klimarelevanz bei der
Beschaffung zu beurteilen.
Mehrjährige Kampagne für nachhaltige Beschaffung
Die Kampagne Procura+ zur nachhaltigen Beschaffung
wurde 2004 lanciert. Getragen wird sie von ICLEI, einem weltweiten
Netzwerk von Städten und Gemeinden, die sich für Umweltschutz
und nachhaltige Entwicklung einsetzen. Die Stadt Zürich ist seit
1993 Mitglied von ICLEI.
Thema: Umwelt
Organisationseinheit: Gesundheits- und Umweltdepartement

