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Februar 2012

Persönlich-Kolumne: Menschen, nicht Fälle

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Claudia Nielsen, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement

Claudia Nielsen, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement

Eine kurze Unaufmerksamkeit, ein Schmerz: Schnell ist ein Unfall passiert und ein Spitalaufenthalt wird nötig. Alle, die schon mal in einem Spitalbett lagen, kennen die Situation: Das Alltagsleben rückt in weite Ferne, man ist den Abläufen des Spitalbetriebs ein bisschen ausgeliefert und weiss zugleich, dass hier alles fürs Gesundwerden getan wird. Auf Hilfe angewiesen, was manchmal schwer zu akzeptieren ist. Trotz vieler Technik, Schläuche und Maschinen zählen im Spital die einfachen menschlichen Fragen: Habe ich heute Schmerzen? Wird alles wieder gut? Wann kann ich nach Hause? In den Spitälern geht es immer um Menschen. Nie um Technik, nie um Fälle. Nicht einmal wer von der Leiter fällt, ist im Spital ein Fall. In meinem Büro liegen zwar stapelweise Papiere über Fallpauschalen und Spitalfinanzierung – das sind zurzeit ganz wesentliche Dossiers in meinem Departement. Doch bei allen Diskussionen ums Geld darf nie vergessen gehen: Im Zentrum muss immer die Menschlichkeit stehen.

Das gilt auch nach dem Spital, wenn weitere Pflege nötig ist. Die städtischen Gesundheitsangebote reihen sich zu einer umfassenden Versorgungskette aneinander wie Perlen auf einer Schnur. An einen Spitalaufenthalt schliesst bei Bedarf nahtlos die Spitex oder Übergangspflege in einem Pflegezentrum an. Diese vielfältigen Gesundheitsangebote unter dem Dach der Stadt Zürich sind eine einzigartige Chance. Mehrere Tausend Mitarbeitende sorgen Tag für Tag dafür, dass in dieser Stadt niemand durch die Maschen des Gesundheitsnetzes fällt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Netz nicht brauchen. Und wenn doch: dass Sie Hilfe und Unterstützung annehmen können, ohne sich darüber zu ärgern, was Sie nicht selber können. Gute Gesundheit und toi, toi, toi.

Claudia Nielsen
Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement



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