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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Menschen, nicht Fälle
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Claudia Nielsen, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement
Eine kurze Unaufmerksamkeit, ein Schmerz: Schnell ist ein Unfall
passiert und ein Spitalaufenthalt wird nötig. Alle, die schon mal
in einem Spitalbett lagen, kennen die Situation: Das Alltagsleben
rückt in weite Ferne, man ist den Abläufen des Spitalbetriebs ein
bisschen ausgeliefert und weiss zugleich, dass hier alles fürs
Gesundwerden getan wird. Auf Hilfe angewiesen, was manchmal schwer
zu akzeptieren ist. Trotz vieler Technik, Schläuche und Maschinen
zählen im Spital die einfachen menschlichen Fragen: Habe ich heute
Schmerzen? Wird alles wieder gut? Wann kann ich nach Hause? In den
Spitälern geht es immer um Menschen. Nie um Technik, nie um Fälle.
Nicht einmal wer von der Leiter fällt, ist im Spital ein Fall. In
meinem Büro liegen zwar stapelweise Papiere über Fallpauschalen und
Spitalfinanzierung – das sind zurzeit ganz wesentliche Dossiers in
meinem Departement. Doch bei allen Diskussionen ums Geld darf nie
vergessen gehen: Im Zentrum muss immer die Menschlichkeit stehen.
Das gilt auch nach dem Spital, wenn weitere Pflege nötig ist.
Die städtischen Gesundheitsangebote reihen sich zu einer
umfassenden Versorgungskette aneinander wie Perlen auf einer
Schnur. An einen Spitalaufenthalt schliesst bei Bedarf nahtlos die
Spitex oder Übergangspflege in einem Pflegezentrum an. Diese
vielfältigen Gesundheitsangebote unter dem Dach der Stadt Zürich
sind eine einzigartige Chance. Mehrere Tausend Mitarbeitende sorgen
Tag für Tag dafür, dass in dieser Stadt niemand durch die Maschen
des Gesundheitsnetzes fällt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses
Netz nicht brauchen. Und wenn doch: dass Sie Hilfe und
Unterstützung annehmen können, ohne sich darüber zu ärgern, was Sie
nicht selber können. Gute Gesundheit und toi, toi, toi.
Claudia Nielsen
Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement

