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An Gebäuden überwinternde Insekten
Insekten können die kalte Jahreszeit mit verschiedenen Strategien
überdauern. Einige Arten überwintern als Ei, andere im
Larvenstadium. So können sie schnell wachsen, wenn die wärmere
Jahreszeit kommt. Wieder andere Arten überwintern als Puppe oder
als Erwachsene Insekten (=Adulte).
Die meisten Arten können bei Abkühlung die Bildung von
Eiskristallen in ihrer Körperflüssigkeit verhindern. Sie haben zur
Gefrierpunkts-Erniedrigung Glycerin und Saccharide als
Frostschutzmittel in ihrer Körperflüssigkeit und überleben so tiefe
Temperaturen in einer Winterstarre. Je länger der Frost aber
anhält, desto mehr Insekten sterben. Deshalb suchen die meisten
Arten Verstecke, die möglichst frostfrei bleiben: im Boden, unter
der Baumrinde, in Felsspalten und auch in Ritzen an Häusern. Bei
einigen Arten kann es grosse Ansammlungen von Tieren geben. Wenn
diese Tiere Unterschlupf in Fensterrahmen, Rollladenkästen, dem
Dachstock oder anderen Hohlräumen im Haus suchen, kann es
vorkommen, dass sie auch in Mengen in Innenräume eindringen.
All diese Tierarten sind einheimische Insekten, die sich
nicht im Haus entwickeln, sondern dort in einer Kältestarre
überwintern. Deshalb ist es nicht möglich, ihre
Populationsentwicklung zu steuern. Durch eine Bekämpfung mit
Insektiziden können Sie nur Tiere töten, die direkt mit dem
Insektizid in Kontakt kommen. Hingegen können Sie damit nicht
verhindern, dass die Tiere ein Gebäude aufsuchen. Sie können das
Gebäude höchstens so abdichten, dass die Insekten nicht ins Innere
gelangen.
Häufig genügt es aber zur Beruhigung schon zu wissen, um
welches Tier es sich handelt, dass es sich im Gebäude nicht
vermehren kann und dass es auch keine Schäden macht. Im Folgenden
stellen wir Ihnen einige Arten vor.
Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa)
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Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa), Bild Wikipedia
In den letzten Jahren hat die Anzahl Anfragen zu dieser Wanzenart bei der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich stark zugenommen. Offenbar konnte sie sich gut vermehren. Auch aus Deutschland haben wir Meldungen, dass sie vermehrt in Massen in Wohnungen auftritt. Sicher ist der milde Winter schuld, dass sie auch dieses Jahr in vielen Wohnungen auftritt. Mehr Informationen finden Sie auf unserem Merkblatt.
Halmfliege (Thaumatomyia notata)
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Halmfliege (Thaumatomyia notata), Bild R. Pospischil
Diese kleinen Fliegen suchen im Herbst Hochhäuser in der Umgebung von Wiesen auf. Sie sammeln sich jeweils in den zwei bis drei obersten Stockwerken. Sie entwickeln sich von Wurzelläusen an Graswurzeln. Es gibt starke Populationsschwankungen: In guten Jahren können sich Millionen dieser kleinen Fliegen einfinden, in anderen Jahren hingegen findet man am selben Gebäude fast keine Fliegen. Auch zu den Halmfliegen finden Sie ein Merkblatt.
Herbstfliegen (Musca autumnalis) und Wurmfliegen (Pollenia sp.)
Beide Arten entwickeln sich bevorzugt auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet. Zum Überwintern suchen sie häufig allein stehende Gebäude auf erhöhtem Gelände auf. Dort verstecken sie sich in Isolationen, Rollladenkästen oder Hohlräumen des Daches. Bei warmem Wetter treten sie immer wieder störend auf.
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Larve des Marienkäfers, Bild C. Dobler Gross
Auch verschiedene Arten von Marienkäfern suchen Spalten von Fensterrahmen, Rollladenkästen oder ähnliche Verstecke manchmal in Massen auf. Grundsätzlich sind sie Nützlinge, können aber in Massen lästig werden. Häufig findet man den Siebenpunkt- (Coccinella septempunctata) oder den Zweipunktmarienkäfer (Adalia bipunctata).
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Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis), Bild C. Dobler Gross
Seit 2008 breitet sich der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) in der Schweiz aus. Vor allem dieser ist im Ausland für lästige Massenansammlungen bekannt.
Kleinzikaden, z.B. Bergahorn- Winkerzikade (Acericerus heydenii)
Es gibt viele Arten dieser kleinen, sehr weit hüpfenden Insekten. Die Bergahorn-Winkerzikade zum Beispiel taucht im Winter gern an beleuchteten Fenstern auf, wenn Ahorn-Bäume in der Nähe stehen.
Bernstein-Waldschaben (Ectobius vittiventris)
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Waldschabe (Ectobius vittiventris), Bild C. Dobler Gross
In den letzten Jahren ist die Bernstein-Waldschabe in unseren Gärten sehr häufig geworden. Deshalb findet man immer wieder Tiere in Fenster- und Türritzen. Bei warmem Wetter sind sie aktiv und können ins Hausinnere gelangen. In nicht zu warmen Kellern können sie auch im Innenraum überwintern. Man findet Adulttiere, aber auch Larven verschiedener Grösse. Vor allem Larven können sich in sehr kleinen Spalten verkriechen. Zur Waldschabe finden Sie ein Merkblatt.
Flechtenbär (Eilema sp.)
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Flechtenbär-Raupe, Bild UGZ
Da sich die Raupen des Flechtenbärs von auf den Dächern wachsenden Flechten ernähren, tritt er vor allem in Dachwohnungen auf. Bis im April finden Betroffene an Wänden und Decken 2 -3 cm grosse, büschelig schwarz behaarte Raupen. Ab Ende April dann Falter, die tagsüber unbeweglich an den Wänden sitzen.
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Gelbleib Flechtenbär (Eilema complana), Bild Entomart, Wikipedia
Die Raupen und Falter sind für den Menschen harmlos, aber bei gehäuftem Auftreten lästig. Die Falter sind nachtaktiv und fliegen von selber ins Freie, wenn nachts die Fenster geöffnet bleiben. Siehe auch aktueller Schädling auf unserer Website.
Mücken
Wenig beliebt sind die Stechmücken (Culex sp. und Aedes sp.), die sich mitunter in Massen in kühlen Kellern einfinden. Um den Winter zu überleben, saugen die Weibchen im Herbst nochmals Blut. Mit den draussen in der Wintersonne tanzenden Mückenschwärmen haben sie nichts zu tun, bei diesen handelt es sich um Winter- oder Stelzmücken, die erst bei 4° C aktiv werden und sich im Winter paaren.
Weitere Überwinterungsgäste in kühlen Räumen
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Florfliege (Chrysopidae), Bild Wikipedia
Steigt man an Wintertagen auf den Estrich, trifft man häufig auf überwinternde Florfliegen. Diese brauchen kühle Temperaturen, damit ihre Energiereserven nicht zu rasch aufgebraucht werden. Während die zarten Flügel der als Blattlaus-Vertilger geschätzten Florfliegen im Sommer grün gefärbt sind, sorgt im Winter der Farbstoff Karotin für ein rötliches Aussehen.